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Frischgebackener Architekt mit Sprachkenntnis und Familie will auswandern

Dieses Thema im Forum "Auswandern, Leben & Arbeiten" wurde erstellt von koschu, 11. April 2018.

  1. Hallo und Olá,
    ich bin 42 Jahre und in Portugal aufgewachsen. Ich habe die Grundschule in der Algarve absolviert und war danach auf der deutschen Schule in Lissabon. Mein Stiefvater ist Potugiese meine Mutter Deutsche. Ihc bin im Jahr 1983 mit meiner Muttter zu meinem Stiefvater nach Portugal gezogen. Als ich 17 war, bin ich aus Lissabon zu meinem leiblichen Vater nach Norddeutschland gezogen.
    Ich verbringe jedes Jahr einige Zeit in Portugal bei meinem Stiefvater. Mittlerweile habe ich 2 Kinder (11 und 1 Mon). Ich habe lange Zeit im Messebau gearbeitet und bin ohnehin handwerklich sehr versiert. Nun habe ich die letzten 5 Jahre Architektur studiewrt und einen M.Sc. an einer Technischen Uni erworben. Mein grosser Traum ist es seit jeher zurück nach Portugal zu ziehen. Nur, wie für ein Auskommen sorgen? Daher mein post hier.
    Mein Stiefvater lebt nach wie vor in der Algarve direkt an der Küste. Dort ist es einerseits sehr rural andererseits SEHR (Saison!) turistisch. Er kann mir in meiner Planung nicht weiterhelfen, auch kenne ich keine Architekten dort.
    Nun meine Frage an dieses Forum: Ich spreche auf muttersprachlichem Niveau Portugiesisch, bin ein versierter Handwerker mit Maschinenpark und bin frischgebackener Architekt einer deutschen TU. Gibt es für mich eine Jobaussicht, bestenfalls in der Ostalgarve, irgendwo zwischen Olhao und Vila Real de Sto Antonio, mit der ich eine kleine Familie durchbringen kann? Weiß jemand vielleicht sogar was? Ich weiss, dass es mit Jobs, gerade in der ALgarve schwer aussieht, jedoch denke ich mir, dass dort auch so viel gebaut und gekauft wird. Oft von schlechter Qualität, schlecht ausgeführt, ohne Standards. Könnte nicht gerade das eine Marktlücke sein?
    Ich würde mich freuen evtl. einige Tipps zu bekommen. Es muss auch nicht in der Algarve sein. Mein Traum und auch der meiner Frau ist es in Portugal zu wohnen. Es kann auch im Norden sein, im Landesinneren in der Stadt... alles offen. Primär heisst es nach Portugal! Freue mich über Antworten und Ratschläge.
    Liebe Grüße,
    Kolja
     
  2. Wolfgang

    Wolfgang Administrator

    Hallo Kolya
    zunächst herzlich willkommen bei Portugalforum.de.
    Leider kann ich da wenig dazu besteuern. Ich weiß nur, dass es viele in Deutschland im Bauhandwerk ausgelernte Portugiesen gibt, die nach Abschluss wieder nach Portugal sind und versucht haben, bei den Bauunternehmen ihr fundamentales Wissen deutscher Baukunst und Standards umzusetzen. Spätestens nach 2 Wochen waren sie wieder in den "portugiesischen" Arbeitsrhythmus und einheimische Arbeitstechniken verfallen. Schuld daran waren die Kollegen, nach dem Motto: Entweder Du machst das, wie wir es immer gemacht haben, oder du wirst es sehr schwer haben. Ich habe das oft früher versucht, hier Verbesserungsvorschläge zu machen. Auch wenn sie noch so gut waren, wurden sie gewollt nicht umgesetzt. Es war so, es ist so und es bleibt so ist in der Tat vorherrschend. Sie würden als "Missionar" betrachtet werden.

    Ich kann nur empfehlen, vor Ort bei den großen Bauunternehmen vorzusprechen und auszuloten, ob es reicht, eine kleine Familie zu ernähren. Deutsche Qualifikation am Bau ist untergeordnet gegenüber (familiäre oder historisch bedingte) Beziehungen zu den Vorgesetzten, die oft keine fundamentale Ausbildung haben.
     
    koschu gefällt das.
  3. Hallo Kolja

    Ich schicke dir per PN mal eine Telefonnummer.
    Eventuell kann dir der Firmeninhaber ( Loule ) ja weiterhelfen.

    LG Shogun
     
    koschu und Wolfgang gefällt das.
  4. Danke für die Antworten. Ja Wolfgang, da hast du wohl Recht. Vitamin B ist nie verkehrt und erspart so manche Qualifikation. Ist ja hier in D auch nicht anders. Zum Arbeitsethos: Ich wollte nicht wirklich Prinzipien "missionieren", sondern primär evtl. Job - Möglichkeiten ausloten. Ich kenne es bei Bauvorhaben, gerade bei Aus- und Umbauten, in Portugal eben oft so, dass der empreiteiro der Architekt, Bau-Ing und Bauunternehmer in einer Person ist. Gerade bei den ausländischen Bauherren, könnte ich mir eine vermittelnde Schnittstelle zwischen dem örtlichen handwerklichen Usus und den aus der Heimat mitgebrachten Erwartungen als hilfreich vorstellen. Also eine klassische Architekten-Tätigkeit. In einem Büro mit einem solchen Schwerpunkt würde ich mich gerne einbringen um eben auch meine Spreachkenntnis einzubringen. Vielleicht kennt ja jemand ein Architektur - Büro, welches volle Auftragsbücher hat und mit der Arbeit nicht hinterherkommt. (Gewagt utopisches Szenario, ich weiß ;))
     
  5. Wolfgang

    Wolfgang Administrator

    Das ist ein interessanter Ansatz
     
  6. An der Algarve sind die Auftragsbücher der Bauunternehmen voll, zumindest derer, die gute Arbeit machen und das sind mittlerweile nicht wenige. Bei den Architekten sieht es ähnlich aus, wenn sie nicht grade versuchen, nach deutscher HOAI abzurechnen. Die Baupreise und auch Preise für Baustoffe sind in den letzten 12 Monaten auch nicht unerheblich gestiegen.
    Du hast den Vorteil der Zweisprachigkeit, da gibt es nicht so viele hier. Nachteil, Du kennst Niemanden. Und Beziehungen bekommt man hier eben nicht so schnell.

    Aber egal, sende mir mal eine persönliche Nachricht, ich wüste da 2-3 Stellen, die eventuell Bedarf haben. Aber alles Zentralalgarve, nicht Ostalgarve.
    Alfino
     

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