...Jetzt endlich in Januar 2010 bekammen siebzehn Kameras, endlich...
...Auch in Coimbra zirka 6 Drogenabhaengig starben, nur im Januar....
Naja, die Kameras gab es nicht "endlich im Januar", sondern die wurden Mitte Dezember mit viel Brumborium an verschiedenen Stellen der Altstadt montiert Und soviel Raubüberfälle und Diebstähle gibt es dann in Coimbra doch wieder nicht, dass man nach einem Monat in irgendeiner Weise Schlüsse ziehen könnte, ob die wirklich irgendetwas bewirken oder nicht. Mal sehen, wann die ersten kaputt sind und was dann passiert... Ansonsten ist Coimbra auch nicht ganz so klein, dass man mit 17 Kameras die ganze Stadt überwachen könnte. Im günstigsten Fall werden sie sich die Opfer halt dann woanders suchen.
Es sind auch nicht "zirka 6" Drogenabhängige gestorben, sondern genau 9 seit Anfang des Jahres. Ist ja nicht so, dass in Coimbra täglich so viele Drogenabhängige sterben, dass man hier aufgehört hätte sie zu zählen.
Die sind allem Anschein nach an einer ungesunden Streckung von Heroin gestorben. Genau weiß man das erst nach der Autopsie. Andererseits will ich lieber gar nicht wissen, wieviele Einwohner dieser schönen Stadt seit Anfang des Jahres ohne irgendwelche Streckung an ihrem Alkoholmissbrauch gestorben sind. Nach Ansicht der lokalen Drogenexperten will da wohl jemand einem Drogenring das Geschäft verderben. Wenn man statt die Drogenabhängigen zu bekämpfen, die gefährliche Droge Heroin genauso behandeln würde wie die gefährliche Droge Alkohol, könnte man den echten Verbrechern das Geschäft systematisch verderben, und dann die Kräfte darauf konzentrieren, Abhängigen von Alkohol und anderer Drogen sozial zu helfen.
Und eine ganze Menge der Überfälle und Diebstähle würde es einfach nicht mehr geben, weil sie nicht mehr täglich solche Unmengen Geld für ihre Droge bräuchten.
Aber der Innenminister fährt halt lieber nach Coimbra, ein paar Kameras einweihen. Dann kommt man in die Zeitung, das mit den Kameras sieht schick und modern und innovativ aus. Und der Bürgermeister freut sich auch - der kommt dann auch mal in eine überregionale Zeitung. Und dann muss man sich nicht wirklich mit dem lästigen Problem der Drogenabhängigen beschäftigen. Das ist uncool und sieht gar nicht schön aus in der Zeitung.
Aber solange die das Geld für die Droge brauchen, werden sie es sich beschaffen.
Ach so ja, nur so am Rande - auch wenn du das mal wieder so schön dramatisch aufmachst - das ganze Problem ist in Coimbra lächerlich gering gegenüber Städten wie Lissabon, Porto, Frankfurt, Köln, usw.