[Heise] Heißer Empfang für Merkel in Portugal
Mit Demonstrationen wurde die Bundeskanzlerin begrüßt und "zum Teufel" gewünscht
Als die Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montagmittag in der portugiesischen Hauptstadt eintraf, sammelten sich die ersten Demonstranten auf dem zentralen Platz "Largo do Calvário". Hunderte zogen mit einem riesigen Transparent zum Palácio de Belém, wo sich Merkel im Präsidentenpalast zunächst mit Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva zum Gespräch getroffen hat. "Merkel raus hier", stand auf dem Transparent, womit klar gemacht wurde, dass die Bundeskanzlerin nicht willkommen ist.
In den Gärten vor dem Präsidentensitz hatten sich schon Protestierende eingefunden, um Merkel abzupassen. Unter ihnen Isabel Cortês, die nicht nur Merkel kritisierte, sondern auch die eigene Regierung. Mit Blick auf die geplanten "enormen Steuererhöhungen", welche die Regierung im Rahmen des Haushalts angekündigte, forderte sie auf einem selbstgemalten Schild eine "faire Bezahlung". Die Regierung müsse Merkel und der Troika aus EU‑Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) die Stirn bieten, die sie für den verordneten Sparkurses verantwortlich macht.
Auch Cortês pfiff die Kanzlerin aus, die sie beschimpften und verspotteten, als ihr Fahrzeug den Palast erreichte. "Raus hier, raus hier", riefen sie. Sie wurden von einem massiven Polizeiaufgebot hinter Absperrgittern gehalten. Viele, die sich nicht so früh an den Protesten beteiligen konnten, trugen in Schulen, Büros und Fabriken aus Protest schwarze Kleidung. Etliche Denkmäler und Statuen in der Hauptstadt waren ebenso mit einem Trauerflor versehen und schwarze Tücher hingen an Balkonen und Fenstern. Zu dieser Protestform war im Internet aufgerufen worden.
zum Originalartikel...