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Bis vor wenigen Wochen war Nazaré ein verschlafenes Fischerdorf in Portugal. Dann entdeckten Surfer hier ein Naturphänomen und der Hawaiianer Garrett McNamara ritt eine unglaubliche Welle. Die Sogwirkung der Aktion ist gewaltig.
Es gibt Momente, da kommt man dem Monströsen nur noch mit Albernheit bei. Vielleicht tragen die berüchtigtsten Wellen des Planeten deswegen so komische Namen. Vor Hawaii bricht eine Welle, die die Surfer Jaws getauft haben, wie die Kiefer des Weißen Hais. Die Wasserberge bei San Francisco heißen Mavericks, benannt nach den unzähmbaren Pferden im Wilden Westen. Vor Kapstadt grollen Dungeons, Kerker. Und Theahupoo auf Tahiti klingt nett, bedeutet aber: Das Ende des Weges, was wohl exakt die Erfahrung beschreibt, von ziemlich viel Wasser im Rücken auf das Riff geschleudert zu werden.
Die Welle vor Nazaré, dem kleinen portugiesischen Fischerdorf 120 Kilometer nördlich von Lissabon, hat keinen Namen. Sie ist einfach: die größte Welle der Welt. Wäre ja unsinnig, sie wegen solch einer Kleinigkeit zu taufen. So sehen das die alten Frauen, die in ihrer Tracht oben auf der Steilküste vor der Kirche der Nossa Senhora da Nazaré frischen Robalo, Wolfsbarsch, verkaufen. So sieht das in portugiesischer Gelassenheit auch Mama Celeste, Besitzerin und Köchin des Restaurants A Celeste, das jeden Winter mehrmals von den Wassermassen überflutet wird. "Die Welle ist einfach schon immer da", sagt die 76-Jährige, als sie wie jeden Mittag, die Kochmütze auf dem Kopf, ihren Käsekuchen verspeist. Mehr will sie dazu auch gar nicht sagen.
Die Welle kommt jeden Winter, rollt kilometerweit an, baut sich auf zu einem Berg, der in Weißwasser explodiert. Nach einem besonders heftigen Sturm knickte vor zwei Jahren der Leuchtturm am Südstrand unter den Brechern ein. Seitdem hängt er schief auf der Hafenmole. Sie werden ihn nicht wieder aufrichten. Die Welle kommt ja ohnehin irgendwann zurück. So war das immer. Kein Grund zur Aufregung. Bis zum 28. Januar 2013.
An diesem Tag ritt der Hawaiianer Garrett McNamara, Spitzname G-Mac, in Nazaré die vermutlich größte Welle, die jemals gesurft wurde.
weiter geht es im Originalartikel...
Bis vor wenigen Wochen war Nazaré ein verschlafenes Fischerdorf in Portugal. Dann entdeckten Surfer hier ein Naturphänomen und der Hawaiianer Garrett McNamara ritt eine unglaubliche Welle. Die Sogwirkung der Aktion ist gewaltig.
Es gibt Momente, da kommt man dem Monströsen nur noch mit Albernheit bei. Vielleicht tragen die berüchtigtsten Wellen des Planeten deswegen so komische Namen. Vor Hawaii bricht eine Welle, die die Surfer Jaws getauft haben, wie die Kiefer des Weißen Hais. Die Wasserberge bei San Francisco heißen Mavericks, benannt nach den unzähmbaren Pferden im Wilden Westen. Vor Kapstadt grollen Dungeons, Kerker. Und Theahupoo auf Tahiti klingt nett, bedeutet aber: Das Ende des Weges, was wohl exakt die Erfahrung beschreibt, von ziemlich viel Wasser im Rücken auf das Riff geschleudert zu werden.
Die Welle vor Nazaré, dem kleinen portugiesischen Fischerdorf 120 Kilometer nördlich von Lissabon, hat keinen Namen. Sie ist einfach: die größte Welle der Welt. Wäre ja unsinnig, sie wegen solch einer Kleinigkeit zu taufen. So sehen das die alten Frauen, die in ihrer Tracht oben auf der Steilküste vor der Kirche der Nossa Senhora da Nazaré frischen Robalo, Wolfsbarsch, verkaufen. So sieht das in portugiesischer Gelassenheit auch Mama Celeste, Besitzerin und Köchin des Restaurants A Celeste, das jeden Winter mehrmals von den Wassermassen überflutet wird. "Die Welle ist einfach schon immer da", sagt die 76-Jährige, als sie wie jeden Mittag, die Kochmütze auf dem Kopf, ihren Käsekuchen verspeist. Mehr will sie dazu auch gar nicht sagen.
Die Welle kommt jeden Winter, rollt kilometerweit an, baut sich auf zu einem Berg, der in Weißwasser explodiert. Nach einem besonders heftigen Sturm knickte vor zwei Jahren der Leuchtturm am Südstrand unter den Brechern ein. Seitdem hängt er schief auf der Hafenmole. Sie werden ihn nicht wieder aufrichten. Die Welle kommt ja ohnehin irgendwann zurück. So war das immer. Kein Grund zur Aufregung. Bis zum 28. Januar 2013.
An diesem Tag ritt der Hawaiianer Garrett McNamara, Spitzname G-Mac, in Nazaré die vermutlich größte Welle, die jemals gesurft wurde.
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