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[Perspektive Portugal] Zug der Zeit: Bimmelbahn in Portugals Norden

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Nostalgisch, fahrtüchtig und auf der Suche nach einer Bleibe
Ein altes Bimmelbähnchen im Norden Portugals erhitzt die Gemüter. Nachdem die portugiesische Eisenbahn-Gesellschaft Caminhos de Ferro de Portugal (CP) die auf einem Gleis des Bahnhofs von Peso da Régua abgestellte Schmalspur-Bahn [/FONT]in ganz Europa Eisenbahn-Museen zum Kauf angeboten hatte, erhob die Europäische Föderation der Museums- und Touristik-Bahnen (FEDECRAIL) Protest und appellierte an alle, die das Angebot erhalten hatten, den Zug keinesfalls zu erwerben, denn „dieses Kultur- und Technik-Denkmal gehört zu Portugal“, sagt FEDECRAIL-Vize-Präsident Jacques Daffis, der über sechshundert Mitglieder-Organisationen vertritt. Ein Zug solle nur dann an ein ausländisches Museum abgegeben werden, wenn im eigenen Land keinerlei Möglichkeit zum Erhalt museale Gefährte bestehe.
Der Schmalspurzug ist eine sehr gut erhaltene Rarität. Die Lokomotive wurde 1923 in Deutschland gebaut und als Teil der Reparations-Verpflichtungen nach dem Ersten Weltkrieg an Portugal übergeben.Die Lok funktioniere „wie am ersten Tag“, sagt ein Eisenbahn-Techniker am Bahnhof Régua; außerdem gibt es noch eine spanische Diesel-Lok, die CP 1970 gebraucht gekauft hat. Zu dem Zug gehören ein hölzerner Gepäckwagen, eine Zisterne und drei Passagier-Waggons, die europäische Eisenbahn-Geschichte repräsentieren: Ein Waggon wurde 1908 in Belgien gebaut, der zweite 1913 von der portugiesischen Eisenbahn-Gesellschaft in Porto und der dritte 1925 in Deutschland.
Die Marketing-Abteilung des portugiesischen Bahn-Betreibers, CP Negócios, verantwortlich für den Fuhrpark auf Portugals Schienen, informierte Europas Verkehrs-Museen per E-Mail darüber, dass ein Zug zu verkaufen sei. Statt einen Verkaufspreis zu nennen, fragte CP dann auch noch, wieviel denn die Museen bieten würden. FEDECRAIL-Chef Daffis verständigte von seinem Büro in Toulouse aus das portugiesische Eisenbahn-Museum Museu Nacional Ferroviária, das nicht einmal vierzig Kilometer vom jetzigen Standort der Bahn entfernt eine Filiale unterhält, aber über den Verkaufsplan nicht informiert war.
Der vieldiskutierte Zug ist fahrtüchtig und verkehrte noch bis 2005 auf der Linha do Corgo, einer knapp hundert Kilometer langen Zugstrecke zwischen Vila Real und Chaves, die seit 2009 komplett geschlossen ist. Sie sollte modernisiert werden, doch das Projekt scheiterte am Sparzwang der Regierung – und damit auch die Hoffnung auf neue Fahrten auf der Linha do Corgo und auf die Zukunft der Schmalspurbahn, für die es nun in Portugal keine Gleise mehr gibt. Denn nur auf der Linha do Vouga fuhren Züge der gleichen Spurweite und diese Linie ist gleichfalls stillgelegt. Ein Sprecher von CP Negócios erläuterte, er habe das Angebot anderen Ländern unterbreitet, falls „es dort jemand gibt, der so einen Zug für touristische Zwecke einsetzen möchte“. Portugals nationales Eisenbahn-Museum hat sich nun mit einer Petition an CP gewandt mit dem Ziel, die Bahn für die Schienentechnik-Exposition zu erhalten, als Dauerleihgabe, denn einen Kauf kann sich das Museum nicht leisten. Alte Züge für touristische Zwecke sind in vielen Ländern (besonders in Deutschland, Frakreich und Großbritannien) ein sehr beliebter und finanziell einträglicher Freizeitspaß; in Portugal gibt es solche Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbarzwischen Peso da Régua und Pinhão.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar


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