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[Perspektive Portugal] Wolken am Tourismushimmel

Zahlreiche Hoteliers und Gaststättenbetreiber im Algarve sind aus mangelnder finanzieller Kraft mit der Zahlung der Mehrwertsteuer (IVA) im Verzug und fordern in einem gemeinschaftlichen Schreiben an die Regierung, die IVA wieder zu senken.
Vítor Faria vom Branchenbund AHRESP teilte mit, seine Mitglieder litten erheblich unter der Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar. Die Zahl der Gäste sei rückläufig und viele Wirte hätten die Erhöhung nicht vollständig auf die Preise umgelegt, um die Gäste nicht zu vertreiben.

Andere Betriebe wählen einen anderen Ausweg aus der Preisfalle und bieten Ferien „all inclusive“ an, bei denen der Gast einen Festpreis für den gesamten Aufenthalt zahlt, bei dem Unterkunft, Mahlzeiten und Getränke am Pool enthalten sind. Fünf Hotels in der Region ziehen mit und ernten Kritik der Konkurrenz, sie „schaden dem Fremdenverkehr und sind statt Klasse der Masse zugeneigt“, so José Carlos Leandro vom Hotelverband AHETA. Der typische Algarve-Tourist „will nicht mit einem bunten Plastikarmband an ein Resort gebunden sein“. Das sei „in der Karibik möglich, denn da erstrecken sich die Ferienanlagen über größere Flächen“. Dort und in vielen Ländern Südamerikas seien die all-inclusive-Angebote auch nur entwickelt worden, um die Touristen vor Sicherheitsmängeln und Überfällen außerhalb der Resort zu schützen. Doch „gerade die Sicherheit des Algarve ist ein gewichtiges Argument für die Urlauber hier“.

Carlos Cabrita von der Hotelgruppe Vila Galé spricht von „sehr positiven Erfahrungen“ im Vila Galé Náutico in Armação de Pêra, einem von neun Algarvehotels der Gruppe, das seit März all inclusive anbietet und damit die Schließung abwendete. Die AHETA befürchtet, die Angebote könnten der erste Schritt sein zu einer „Vereinnahmung der Region durch die großen Reiseveranstalter“, die dann in der Region „die Regeln und die Preise diktieren, so, wie wir das in der letzten Dekade bei den Billigfliegern beobachtet haben“.

Vila Galé
-Sprecher Cabrita bestätigt denn auch, dass „der Vorschlag von Reiseveranstaltern kam“. Mit Preisen von rund 75 Euro pro Tag in der Nebensaison und 110 Euro im Sommer lebten die Touristen günstiger als in einem á-la-carte-Urlaub und das Hotel könne besser kalkulieren; die Hoteliers „zahlen die Löhne der Mitarbeiter ja nicht in Abhängigkeit von der Bettenbelegung“, also müsse dafür gesorgt werden, dass die Häuser ständig belegt seien. Hotel- und Gaststättenverbände befürchten, die all inclusive-Ferien und die IVA-Belastung führten dazu, dass ab dem kommenden Herbst die Arbeitslosigkeit in der Branche im Algarve „pfeilschnell steigen wird“.
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