Aktuelles

[Perspektive Portugal] Was die Rückkehr zum Escudo kosten würde

Zahlungsmittel
Die japanische Finanzholding Nomura, eine der weltweit größten und ältesten, hat sich mit der Frage beschäftigt, was passiere, wenn sich Europas Krisenländer von der gemeinsamen Währung verabschieden würden.
Für die hypothetische Rückkehr Portugals zu einer eigenen Landeswährung entwirft Nomura das Szenario einer Geldentwertung von 47,2 Prozent gegenüber dem Euro (für Griechenland: 57,6%; Spanien; 35,5%; Italien: 27,3%). Das bedeute, jeder gesparte Euro besäße nach der Einführung eines neuen Escudo nur noch wenig mehr als die Hälfte seiner heutigen Kaufkraft.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat in einem Bericht die Angaben der Staatsbanken von 24 Ländern zusammengefasst und ermittelt, dass diese Zentralbanken seit Beginn des Jahres ihre Anfälligkeit durch die Schulden ihrer Länder senken konnten, allerdings nur durch einen drastischen Rückgang der Kreditvergabe zwischen den Staaten, insbesondere auf dem Interbankenmarkt, wo sich Kreditinstitute gegenseitig Geld leihen. Dieses fortdauernde Signal für Misstrauen in der Finanzbranche führe zwar beispielsweise dazu, dass die Banco de Portugal in diesem Jahr ihre mangelnde Resistenz gegenüber den heimischen Staatsschulden um ein gutes Drittel senkte. Doch leiden die Geschäftsbanken im Land unter den schwachen Geldströmen. Und zusätzlich führen Rezession, sinkende Nachfrage, Schulden sowie ein sinkendes Kreditrating dazu, dass auch Investoren aus ökonomisch relativ stabilen Ländern ihre Aktivitäten in den verschuldeten Staaten drosseln.
So wurden in Portugal im ersten Quartal dieses Jahres dreizehn Milliarden Euro weniger ausländische Investitionen getätigt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig hält die Kapitalflucht in den Norden der Eurozone und in Drittländer an. Allein auf deutschen Banken sind in dieser Zeit 250 Millionen Euro aus Europas Krisenländern angekommen, so die BIZ-Studie.
Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar

Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
 
Zurück
Oben