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António Houaiss, brasilianischer Schriftgelehrter, Lehrer, Autor, Übersetzer, Literaturkritiker, Kulturminister und Diplomat, begann im Jahre 1986 sein ambitioniertestes Projekt: Die Zusammenstellung des ausführlichsten Wörterbuches der portugiesischen Sprache, in dem alle Wörter des Idioms so verzeichnet werden sollten, wie sie nicht nur in Portugal und Brasilien, sondern in allen portugiesisch-sprachigen Ländern verwendet werden.
Das Nachschlagewerk wurde erst nach dem Tode des Urhebers 1999 fertig und ist als Dicionário Houaiss seit 2001 ein Referenzwerk. Nun steht das Buch des Sohnes libanesischer Einwanderer unter Rassismusverdacht.
Stein des Anstoßes ist eine Definition des Wortes cigano, die unter anderem besagt, die Bezeichnung stehe für „aquele que trapaceia: velhaco, burlador“ - jemand, der „Schwindeleien betreibt: Halunken, Betrüger“.
Die Formulierung „begünstigt und verbreitet Vorurteile und Diskriminierung“, sagt Staatsanwalt Cléber Eustáquio Neves, der die Klage gegen das Instituto António Houaiss vertritt, das für den Inhalt verantwortlich ist, und gegen den Verlag Editora Objetiva, bei dem die Veröffentlichungsrechte liegen.
Nun wird geprüft, ob das weltweit verbreitete Wörterbuch aus dem Verkehr gezogen werden soll.
Vorerst bezieht sich die Klage nur auf die brasilianische Ausgabe des Werkes, das in Portugal vom Buchklub Círculo de Leitores und dem Verlagshaus Bertrand vertrieben wird. Doch unter den Nutzern des Wörterbuches hat sich in Online-Foren und Blogs bereits eine Diskussion darüber entwickelt, ob ein Wörterbuch eine „erzieherische Aufgabe“ habe, ob es „verfassungsmäßig garantierte Persönlichkeitsrechte schützen muss“, ob es die Auffassung des Autors wiedergeben oder wertfrei den Gebrauch eines Wortes protokollieren muss, wie es der Volksmund gebraucht.
In jedem Lexikon gebe es negative Auslegungen eines Begriffs, meint die Juraprofessorin Patrícia Cielo, das liege in der Natur der Definitionen, die bei beschreibenden Begriffen immer subjektiv seien.
Die User im Internet suchen nun weitere Definitionen, die negativ ausgelegt werden könnten. Houaiss hat auf jeden Fall erreicht, dass ein Wörterbuch zum Gegenstand intensiver Lektüre wurde.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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Das Nachschlagewerk wurde erst nach dem Tode des Urhebers 1999 fertig und ist als Dicionário Houaiss seit 2001 ein Referenzwerk. Nun steht das Buch des Sohnes libanesischer Einwanderer unter Rassismusverdacht.
Stein des Anstoßes ist eine Definition des Wortes cigano, die unter anderem besagt, die Bezeichnung stehe für „aquele que trapaceia: velhaco, burlador“ - jemand, der „Schwindeleien betreibt: Halunken, Betrüger“.
Die Formulierung „begünstigt und verbreitet Vorurteile und Diskriminierung“, sagt Staatsanwalt Cléber Eustáquio Neves, der die Klage gegen das Instituto António Houaiss vertritt, das für den Inhalt verantwortlich ist, und gegen den Verlag Editora Objetiva, bei dem die Veröffentlichungsrechte liegen.
Nun wird geprüft, ob das weltweit verbreitete Wörterbuch aus dem Verkehr gezogen werden soll.
Vorerst bezieht sich die Klage nur auf die brasilianische Ausgabe des Werkes, das in Portugal vom Buchklub Círculo de Leitores und dem Verlagshaus Bertrand vertrieben wird. Doch unter den Nutzern des Wörterbuches hat sich in Online-Foren und Blogs bereits eine Diskussion darüber entwickelt, ob ein Wörterbuch eine „erzieherische Aufgabe“ habe, ob es „verfassungsmäßig garantierte Persönlichkeitsrechte schützen muss“, ob es die Auffassung des Autors wiedergeben oder wertfrei den Gebrauch eines Wortes protokollieren muss, wie es der Volksmund gebraucht.
In jedem Lexikon gebe es negative Auslegungen eines Begriffs, meint die Juraprofessorin Patrícia Cielo, das liege in der Natur der Definitionen, die bei beschreibenden Begriffen immer subjektiv seien.
Die User im Internet suchen nun weitere Definitionen, die negativ ausgelegt werden könnten. Houaiss hat auf jeden Fall erreicht, dass ein Wörterbuch zum Gegenstand intensiver Lektüre wurde.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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