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[Perspektive Portugal] Vorweihnachtslichter und Schattenseiten

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[TD="align: center"]e-Baum+Lx.jpg[/TD]
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[TD="class: tr-caption, align: center"] Der kontroverse interaktive Weihnachtsbaum...[/TD]
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Eine Pyramide auf einem blauen Sockel, der mit Weihnachtswünschen in vielen Sprachen beschriftet ist – das gigantische Gebilde des Künstlers Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar leuchtet seit Samstag auf dem Terreiro do Paço in Lissabon und übernimmt die Rolle des Tannenbaums. Auf die Seiten der Pyramide werden Videoaufnahmen von Passanten und Plätzen der Hauptstadt projiziert. Das Konzept des Künstlers: „Die Menschen sind der Baum“.

So wie die polyglotte Inschrift am Sockel des interaktiven E-Baumes nicht in allen Fällen korrekt ist, stößt auch das Gebilde selbst auf viel Kritik. Die Illumination der Kapitale entlang der Avendia da Liberdade zwischen der Praça do Marquês de Pombal bis zum Terreiro do Paço, an der Praça de Londres und der Avenida de Roma sowie in den Stadtteilen Alvalade, Benfica und Chiado kostet rund 480.000 Euro; die Stadt übernahm knapp die Hälfte, den Rest steuert das kommunale Kulturunternehmen EGEAC bei. Zudem finanzieren Sponsoren einen Kinderspielpark am Rossio, eine Eisbahn im Parque Eduardo VII und zahlreiche, über die Stadt verteilte Weihnachtsmärkte.

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[TD="align: center"]Weihnachtslichter+Lx+2012.jpg[/TD]
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[TD="class: tr-caption, align: center"] ... und traditionelle Motive [/TD]
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Insgesamt ist der festliche Aufwand dreimal teurer als die vereinzelten Girlanden des vergangenen Jahres und Zeitungsleser, Blogschreiber und soziale Netzwerker diskutieren, ob das Geld nicht besser für andere Bedürfnisse der Städter verwendet worden wäre oder ob die Weihnachtszeit die finanzielle Unvernunft zugunsten festlicher Szenarien rechtfertige.
Lissabon präsentierte immerhin einige Jahre lang stolz den größten Weihnachtsbaum Europas. Nachdem aber die gute Stube der portugiesischen Hauptstadt im vergangenen Jahr sparzwangbedingt ganz ohne Baum auskommen musste, wollten die Händler der Stadt in diesem Jahr Straßen und Plätze wieder weihnachtlich ausgeleuchtet wissen. Lichterketten fördern den Umsatz und Bewohnern und Gästen soll das saisonale Feeling in der Metropole am Tejo nicht abhanden kommen.

Doch der Baum am Tejo und der übrige Weihnachtsschmuck wird zum Politikum, denn Bürgermeister und EGEAC sollen für die Installation neun Dienstleister ohne öffentliche Ausschreibung engagiert haben, ohne die Opposition darüber zu informieren. EGEAC verweist darauf, dass keine der beauftragten Gerüstbau-, Licht-, Video- und Tontechnikfirmen mehr als 75.000 Euro verdient habe; Aufträge in dieser Größenordnung können unter bestimmten Umständen auch ohne Ausschreibung vergeben werden.
Die Mehrzahl der Lisboetas ist aber, zumindest am ersten Abend des Weihnachtsmonats, vom Spiel der Lichter angetan und fotografieren die erleuchteten Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt ausgiebig.
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