Pedro Passos Coelho, Portugals Regierungschef, hat kürzlich ein neues Auto gekauft. Keinen Neuwagen, sondern ein gebrauchtes Fahrzeug, das er bei einem Händler in der Nachbarschaft seines Wohnortes in Massamá bei Lissabon fand. Der Verkäufer erinnert sich, der Politiker habe „zwei Stunden lang den Vertrag und die Zahlungsmodalitäten hart verhandelt“.
Der Gebrauchtwagenhändler nahm sich die Zeit nicht nur wegen der Prominenz seines Kunden: Passos Coelho war „an dem Tag der einzige Interessent, der zu uns kam“. Die Gebrauchtwagenbranche, die wie ein Seismograph wirtschaftliche Bewegungen registriert und anzeigt, liegt brach: Nachdem das Statistikamt INE bereits 2011 einen Verkaufsrückgang bei Zweithandfahrzeugen um dreißig Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, werden in diesem Jahr vermutlich sogar vierzig Prozent weniger Pkw verkauft als 2011. Das entspricht einem Rückfall auf den Stand der 1980er Jahre.
Etwa 3.500 Jobs gingen seit Januar in der Branche verloren. Passos Coelhos Autohändler fand früher „pro Monat immer für mindestens fünfundvierzig Wagen“ neue Eigentümer, heute kommt er bestenfalls auf zehn. Zwei Filialen musste er schließen und am einzig verbliebenen Standort ebenfalls Mitarbeiter entlassen.
Der Firmenchef fragt sich, „warum Passos Coelho nicht mit der Troika genauso kompromisslos verhandelt, wie mit mir“. Die Bilanz des Händlers in Massamá steht für die Lage der Branchenkollegen im ganzen Land. Sie verkaufen nicht nur weniger, sondern auch immer häufiger solche Wagen, die aufgrund ihres Alters preiswert sind: Autos aus den 1990er Jahren, die nicht einmal mehr tausend Euro kosten, finden Abnehmer und viele dieser Käufer steigen nicht selten von einem größeren, neueren Wagen auf den preiswerteren um. Der zunehmend veraltete Kfz-Bestand, der auf Portugals Straßen rollt, wirke sich auch auf die Verkehrssicherheit aus.
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[TD="class: tr-caption, align: center"]Auch die Neuwagenproduktion leidet unter Absatzschwäche
FOTO: Autoeuropa [/TD]
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Und wer sein altes Auto in der Hoffnung auf ein bisschen Bares fürs Altmetall zum Verschrotten bringt, ist „oft ernüchtert und verzweifelt, denn auch wir können nicht mehr viel ausbezahlen“, so der Auto-Recycler Valorcar.
Neuwagenhändler fordern von der Regierung eine Wiedereinführung der Abwrackprämie, die im Jahr 2010 als Anreiz zum Verschrotten alter Autos Wirkung zeigte. Die anschließend forcierte Förderung des Kaufs von Elektro- oder Hybridautos hatte aber praktisch keinen Erfolg.
Die Autohäuser wehren sich gegen den Gedanken, sie seien von der Politik als „importintensiver Sektor“ ungeliebt, so ein Sprecher des Branchen-Verbandes ACAP – Associação Automóvel de Portugal, der 36.000 Firmen vertritt. Die in Portugal ansässigen Autohersteller bauen „pro Tag etwa tausend Autos mehr als der Handel importiert und diese Fahrzeuge und Fahrzeugteile gehen schließlich in den Export“, so ACAP.
Autoeuropa in Palmela produziert laut Firmenangaben zu gut 98 Prozent für den Export - und wird derzeit Opfer der schlechten Konjunktur nicht nur auf dem portugiesischen, sondern auf dem gesamteuropäischen Automarkt: In diesem Jahr verordnete das Unternehmen seinen Mitarbeitern etwa ein halbes Hundert Kurzarbeitstage.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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Der Gebrauchtwagenhändler nahm sich die Zeit nicht nur wegen der Prominenz seines Kunden: Passos Coelho war „an dem Tag der einzige Interessent, der zu uns kam“. Die Gebrauchtwagenbranche, die wie ein Seismograph wirtschaftliche Bewegungen registriert und anzeigt, liegt brach: Nachdem das Statistikamt INE bereits 2011 einen Verkaufsrückgang bei Zweithandfahrzeugen um dreißig Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, werden in diesem Jahr vermutlich sogar vierzig Prozent weniger Pkw verkauft als 2011. Das entspricht einem Rückfall auf den Stand der 1980er Jahre.
Etwa 3.500 Jobs gingen seit Januar in der Branche verloren. Passos Coelhos Autohändler fand früher „pro Monat immer für mindestens fünfundvierzig Wagen“ neue Eigentümer, heute kommt er bestenfalls auf zehn. Zwei Filialen musste er schließen und am einzig verbliebenen Standort ebenfalls Mitarbeiter entlassen.
Der Firmenchef fragt sich, „warum Passos Coelho nicht mit der Troika genauso kompromisslos verhandelt, wie mit mir“. Die Bilanz des Händlers in Massamá steht für die Lage der Branchenkollegen im ganzen Land. Sie verkaufen nicht nur weniger, sondern auch immer häufiger solche Wagen, die aufgrund ihres Alters preiswert sind: Autos aus den 1990er Jahren, die nicht einmal mehr tausend Euro kosten, finden Abnehmer und viele dieser Käufer steigen nicht selten von einem größeren, neueren Wagen auf den preiswerteren um. Der zunehmend veraltete Kfz-Bestand, der auf Portugals Straßen rollt, wirke sich auch auf die Verkehrssicherheit aus.
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[TD="class: tr-caption, align: center"]Auch die Neuwagenproduktion leidet unter Absatzschwäche
FOTO: Autoeuropa [/TD]
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Und wer sein altes Auto in der Hoffnung auf ein bisschen Bares fürs Altmetall zum Verschrotten bringt, ist „oft ernüchtert und verzweifelt, denn auch wir können nicht mehr viel ausbezahlen“, so der Auto-Recycler Valorcar.
Neuwagenhändler fordern von der Regierung eine Wiedereinführung der Abwrackprämie, die im Jahr 2010 als Anreiz zum Verschrotten alter Autos Wirkung zeigte. Die anschließend forcierte Förderung des Kaufs von Elektro- oder Hybridautos hatte aber praktisch keinen Erfolg.
Die Autohäuser wehren sich gegen den Gedanken, sie seien von der Politik als „importintensiver Sektor“ ungeliebt, so ein Sprecher des Branchen-Verbandes ACAP – Associação Automóvel de Portugal, der 36.000 Firmen vertritt. Die in Portugal ansässigen Autohersteller bauen „pro Tag etwa tausend Autos mehr als der Handel importiert und diese Fahrzeuge und Fahrzeugteile gehen schließlich in den Export“, so ACAP.
Autoeuropa in Palmela produziert laut Firmenangaben zu gut 98 Prozent für den Export - und wird derzeit Opfer der schlechten Konjunktur nicht nur auf dem portugiesischen, sondern auf dem gesamteuropäischen Automarkt: In diesem Jahr verordnete das Unternehmen seinen Mitarbeitern etwa ein halbes Hundert Kurzarbeitstage.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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