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[Perspektive Portugal] Schuldenfallen

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Immer mehr Besitzer kleiner Geschäfte verzichten bei Ladendiebstahl auf eine Anzeige, da das Geld für die damit verbundenen, im Voraus zu leistenden Anwalts- und Gerichtskosten den Schaden in der ohnehin Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar nur vervielfachten.
Andere Statistiken belegen weitere Komplikationen im finanziellen Alltag: Etwa 100.000 Personen in Portugal leben mit Lohn- und Gehaltspfändungen.

Carlos de Matos vom Verband der Gerichtsvollzieher berichtet, seine Landsleute „verschulden sich grenzenlos“ und fänden kaum noch Wege, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Dies gelte für alle Einkommensschichten und Altersgruppen. Nach Angaben von Rechtsbeiständen werden monatlich etwa dreizehn Millionen Euro durch Pfändungen kassiert.
Das Gesetz erlaubt eine Pfändung von bis zu einem Drittel des Einkommens. Die Mehrheit der Schuldner schafft die Begleichung aller Außenstände innerhalb von zwei Jahren, doch viele andere haben keine Aussicht, jemals schuldenfrei zu werden. Die meisten Lasten entstehen durch Kredit-Finanzierungen und in Bereich der Telekommunikation.

Der Gesetzgeber empfiehlt zwar, zuerst Bankkonten und Spareinlagen auf pfändbare Werte zu überprüfen, doch bevorzugten die Gerichtsvollzieher den direkten Weg zu Lohn und Gehalt, weil dieser Weg meist leichter sei und raschen Erfolg verspreche, besonders im Fall von Beamten und staatlichen Angestellten. In der Privatwirtschaft führe eine drohende Pfändung meist dazu, dass sich die Schuldner direkt mit den Gläubigern in Verbindung setzen, damit der Arbeitgeber nichts von der prekären Finanzlage seines Mitarbeiters erfährt. Doch immer häufiger stehen die Pfänder vor arbeitslosen Schuldnern und „dann kann man schließlich nur noch den Hausrat mitnehmen, auch wenn der kaum Wert hat“, sagt Carlos de Matos.

Wer nichts Pfändbares besitzt, findet seinen Namen auf der Insolvenzliste des Justizministeriums.
Dort sind derzeit über neuntausend Personen aufgelistet; ihre Schulden betragen in einigen Fällen wenige hundert Euro, in anderen geht es um immense Summen.

Mittlerweile leiden immer mehr Gerichts-Vollzieher unter ihrem Berufs-Alltag: Sie klagen über psychische Belastung durch Verzweiflungstaten von Schuldnern gegen sich selbst und Angehörige. Andere Kollegen wollen keine Pfändung mehr ohne polizeiliche Begleitung vornehmen, da sie immer häufiger von Schuldnern angegriffen werden.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar

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