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[TD="class: tr-caption, align: center"] Wut über den verlorenen Narrentag
oder Humor, wenn man trotzdem lacht[/TD]
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Keiner würde verstehen, wenn zur Hebung der Produktivität einerseits Feiertage gestrichen würden und andererseits zu Karneval ein Brückentag gewährt würde, so Regierungschef Pedro Passos Coelho und entfachte damit einen Streit um den närrischen Montag und Dienstag – ein Thema, das zu den sensibelsten in portugiesischen Arbeitsleben gehört. Am Karnevalsmontag müssen die Staats-Diener zur Arbeit erscheinen, ordnete Passos Coelho an.
In der privaten Wirtschaft hängt die Handhabung des Karnevals ohnehin von den Vereinbarungen des Chefs mit der Belegschaft ab. Auch der Karnevalsdienstag („Entrudo“) ist kein gesetzlicher Feiertag, sondern ein jährlich neu zu gewährender freier Tag.
Doch das Argument, ein verlängertes Karnevals-Wochenende beeinträchtige die Wirtschaft, wird von Handel, Hotellerie und den kommunalen Vertretungen der Karnevalshochburgen vehement bestritten: Seit August werde dort an Festwagen, Kostümen und Umzügen gearbeitet, viel Geld sei dafür ausgegeben worden und die Gemeinden rechnen mit Touristen und feierfreudigen Landsleuten. Die „fahren schließlich auch über die Autobahn und bringen Mauteinnahmen“, bemerkt der Leser João Carlos Lopes in einem Brief an die Tageszeitung Público. Das alles sei gefährdet, wenn das lange Narren-Wochenende unterbrochen werde.
Bereits vor der Streichung der emblematischen historischen Unabhängigkeits-Feiertage 5.Oktober und 1.Dezember standen entgegen anderer Bekräftigungen Portugals Arbeitnehmer europaweit auf Rang Drei der realen Arbeitszeit. Wenn die Produktivität dennoch niedrig sei, liege das nicht an der Quantität, sondern an der Qualität der Arbeit – und der gekürzte Karneval schwäche die Motivation der Arbeitenden und behindere den Freizeitsektor, der zu keinem anderen Festtag im Land den Geschäften und Gaststätten so viel Zusatz-Umsatz beschere.
Die Streichung des Brückentages bezieht sich nur auf die Arbeitswelt. So kommt es, dass in den Schulen am Karnevalsmontag kein Unterricht stattfindet, denn der Schulkalender für 2012 sieht schon seit Beginn des Schuljahres im vergangenen September Mini-Ferien bis einschließlich Aschermittwoch vor.
Das Bildungsministerium hat nun den Schulen freigestellt, die Arbeit für den Montag selbst zu regeln.
Die Regelung der Faschingszeit ist eine politische Tretmine. 1993 hatte der heutige Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva – damals Regierungschef – den Brückentag gestrichen, der zuvor 23 Jahre lang gewährt worden war. Bis heute sind nahezu alle Kommentatoren überzeugt, diese Amtshandlung habe Niederlage und Machtverlust Cavaco Silvas bei den folgenden Wahlen begründet.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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oder Humor, wenn man trotzdem lacht[/TD]
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Keiner würde verstehen, wenn zur Hebung der Produktivität einerseits Feiertage gestrichen würden und andererseits zu Karneval ein Brückentag gewährt würde, so Regierungschef Pedro Passos Coelho und entfachte damit einen Streit um den närrischen Montag und Dienstag – ein Thema, das zu den sensibelsten in portugiesischen Arbeitsleben gehört. Am Karnevalsmontag müssen die Staats-Diener zur Arbeit erscheinen, ordnete Passos Coelho an.
In der privaten Wirtschaft hängt die Handhabung des Karnevals ohnehin von den Vereinbarungen des Chefs mit der Belegschaft ab. Auch der Karnevalsdienstag („Entrudo“) ist kein gesetzlicher Feiertag, sondern ein jährlich neu zu gewährender freier Tag.
Doch das Argument, ein verlängertes Karnevals-Wochenende beeinträchtige die Wirtschaft, wird von Handel, Hotellerie und den kommunalen Vertretungen der Karnevalshochburgen vehement bestritten: Seit August werde dort an Festwagen, Kostümen und Umzügen gearbeitet, viel Geld sei dafür ausgegeben worden und die Gemeinden rechnen mit Touristen und feierfreudigen Landsleuten. Die „fahren schließlich auch über die Autobahn und bringen Mauteinnahmen“, bemerkt der Leser João Carlos Lopes in einem Brief an die Tageszeitung Público. Das alles sei gefährdet, wenn das lange Narren-Wochenende unterbrochen werde.
Bereits vor der Streichung der emblematischen historischen Unabhängigkeits-Feiertage 5.Oktober und 1.Dezember standen entgegen anderer Bekräftigungen Portugals Arbeitnehmer europaweit auf Rang Drei der realen Arbeitszeit. Wenn die Produktivität dennoch niedrig sei, liege das nicht an der Quantität, sondern an der Qualität der Arbeit – und der gekürzte Karneval schwäche die Motivation der Arbeitenden und behindere den Freizeitsektor, der zu keinem anderen Festtag im Land den Geschäften und Gaststätten so viel Zusatz-Umsatz beschere.
Die Streichung des Brückentages bezieht sich nur auf die Arbeitswelt. So kommt es, dass in den Schulen am Karnevalsmontag kein Unterricht stattfindet, denn der Schulkalender für 2012 sieht schon seit Beginn des Schuljahres im vergangenen September Mini-Ferien bis einschließlich Aschermittwoch vor.
Das Bildungsministerium hat nun den Schulen freigestellt, die Arbeit für den Montag selbst zu regeln.
Die Regelung der Faschingszeit ist eine politische Tretmine. 1993 hatte der heutige Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva – damals Regierungschef – den Brückentag gestrichen, der zuvor 23 Jahre lang gewährt worden war. Bis heute sind nahezu alle Kommentatoren überzeugt, diese Amtshandlung habe Niederlage und Machtverlust Cavaco Silvas bei den folgenden Wahlen begründet.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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