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[Perspektive Portugal] Neues zum Flughafen Beja?

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Genau ein Jahr nach der offiziellen Inbetriebnahme den Flughafens Beja im Alentejo unterhält nur die deutsche TUI regelmäßige Charterverbindungen zwischen Beja und Hannover und bringt pro Maschine im Schnitt 150 Passagiere in den Alentejo.
Die Hoffnung, die irische Billigfluglinie Ryanair für eine intensive, regelmäßige Nutzung des Alentejo-Airports zu gewinnen, scheint sich derweil nicht zu erfüllen. Der Vizepräsident der Gesellschaft, Michael Cawley, erklärte in einem Gespräch mit der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa, die 35 Millionen Euro teure „Anlage hätte in der Form überhaupt nicht gebaut werden dürfen“, denn sie sei viel zu weit von wichtigen Zielen entfernt und „in Beja gibt es nichts, außer dem Flugplatz“.
Auch Verkehrs-Staatssekretär Sérgio Monteiro bezeichnete Beja inzwischen als „Bremsklotz“, denn die Rechnungen für den laufenden Betrieb sorgen für Finanzierungsengpässe beim Staat und bei der Entwicklungsgesellschaft EDAP.

Ende 2011 hatte die Regierung regionale Verbände, Gemeinde-Rathäuser und Anwohner aufgefordert, eine Arbeitsgruppe zu bilden, in der Vorschläge für eine Nutzung des Flugplatzes gemeinsam erarbeitet werden sollten. Doch aus Lissabon hat sich seither niemand mehr gemeldet und die lokalen Aktiven mahnen dringend Mitarbeit an.

Ryanair interessiert das nicht mehr, die Airline möchte lieber den Lissabonner Airport Palmela anfliegen und verspricht, jährlich fünf Millionen Fluggäste in Portugals Hauptstadt zu bringen. Nachdem Ryanair seit 2003 Faro auf dreißig Strecken anfliegt und seit 2005 Flüge zwischen 34 Städten Europas und Porto anbietet, wäre es nun an der Zeit, auch die Hauptstadt zu erfassen, sagt Michael Cawley. Beobachter sehen in diesem Vorstoß eine weit in die Zukunft gerichtete Strategie: Nach der geplanten Privatisierung der staatlichen portugiesischen Fluggesellschaft TAP werden wahrscheinlich einige derzeitige Strecken nicht mehr von der TAP angeflogen, denn sie sind nicht oder nur sehr eingeschränkt rentabel. Ryanair erhofft sich möglicherweise, die entstehenden Lücken durch ein eigenes Angebot zu füllen und will sich deshalb frühzeitig in Lissabon etablieren.
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