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[Perspektive Portugal] Neue Zeiten für die Maut

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Seit heute gibt es, wie angekündigt, auf den Autobahnen keine Freifahrten für Anwohner im Einzugsgebiet eines Radius von 20 km der Autobahnen mehr. Nach anhaltenden Protesten der Anwohner und Gewerbetreibenden in den Regionen werden die Freifahrten ab heute durch eine allgemeine Reduktion der Streckengebühren um fünfzehn Prozent ersetzt, nicht nur für Anwohner, sondern für alle Nutzer der Schnellwege.

Diese Rabattregelung gilt allerdings nur für die einstmals gebührenfreien SCUT-Autobahnen A4, A17, A22, A23, A24, A25, A28, A29, A41 und A42, auf denen in den letzten Jahren schrittweise eine Maut eingeführt wurde.
Transportfirmen erhalten neben dem bereits gültigen zehnprozentigen Tarifnachlass tagsüber nun Mautrabatte von 25 Prozent für Nachtfahrten. Die Tabellen mit den neuen Streckenpreisen werden demnächst veröffentlicht, jedoch ab heute bei der elektronischen Berechnung der zu zahlenden Gebühren veranschlagt.

Das Straßenamt Estradas de Portugal hat einen Kosten-Simulator zur strecken-orientierten Mautberechnung ins Internet gestellt.


Berufstätige und Firmen erklärten, die neue Regelung „hat gerade noch gefehlt, um der Mobilität ein Ende zu setzen“. An vielen Orten
im Landesinneren konnten Autofahrer die bisher gewährten Freifahrten auf zwei oder drei ehemaligen SCUT-Autobahnen nutzen, was zwischen 133 Euro und 416 Euro monatliche Ersparnis bedeutete, die durch fünfzehn Prozent Mautnachlass nicht annähernd erreicht werde. Das betreffe mindestens achttausend Unternehmen. Auch im Algarve versprachen die Bürgerinitiativen gegen die Maut auf der A22 (Via do Infante), weiter für eine komplette Streichung der Maut zu kämpfen.

Das Wirtschaftsministerium erklärt, das Ende der Freifahrt für Anwohner sei die Folge eines Urteils der EU-Kommission, die das Wohnort-Kriterium verbietet, da es andere Bevölkerungsteile diskriminiere. Die EU-Kommission habe bereits ein Verfahren gegen Portugal eröffnet, das den Steuerzahlern höhere Kosten gebracht hätte als die Maut, das aber mit der Neuregelung gegenstandslos geworden sei.

Ein Unternehmen in Covilhã hat unterdessen eine Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar entwickelt, die Autofahrer über Streckenabschnitte der Autobahn leitet, die zwischen den Erfassungsradars liegen und zumindest einige Kilometer legalen Freifahrens ermöglichen. Die App ist allerdings bisher nur für die Autobahn A23 (Beira Interior) programmiert, eine weitere App für die A25 (Aveiro – Vilar Formoso) ist in Arbeit; beide sollen demnächst auch in Android-Systemen einsetzbar sein.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar

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