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[Perspektive Portugal] Kolumbus entdecken

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In diesem Jahr jährt sich die Entdeckung Amerikas zum 520. Mal und Christoph Kolumbus rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit vieler Historiker. Er gilt als italienischer Seefahrer in spanischen Diensten, so steht es in den Geschichtsbüchern. Gleichwohl gibt es in Portugal seit vielen Jahren Theorien, die die Vita des Entdeckers anders protokollieren. Er sei in Portugal geboren oder habe zumindest eine sehr enge Bindung zu dem Land gehabt, sagt die Historikerin Idália Pires. Sie will die übliche Geschichts-Schreibung präzisieren und lädt zur Präsentation der Thesen ein (10. März, Loulé, Arquivo Municipal, 15 Uhr).

Unstrittig ist, dass Kolumbus' Schiffe am 16. August 1476 vor dem Cabo de São Vicente in eine Seeschlacht gerieten und Kolumbus sich an die portugiesische Küste rettete. Aufzeichnungen belegen Lissabon als Wohnort ab 1477 und zumindest bis 1485. Dort lebte sein Bruder Bartolomeu, der als Kartograph für die portugiesische Krone arbeitete. Kolumbus war mit einer portugiesischen Adeligen verheiratet, ihr Sohn wurde auf Madeira geboren. Nachdem Pires im History Channel einen Bericht über Kolumbus gesehen hatte, der „unbestrittene Fakten einfach auslässt“, nahm sich die pensionierte Lehrerin des Themas an.
Da Historiker darüber streiten, ob Genua tatsächlich Kolumbus' Geburtsort ist, bekommen Thesen Gewicht, er stamme aus Portugal. Idália Pires erinnert an den portugiesischen Seefahrer João Rodrigues Cabrilho, der in die Dienste der spanischen Krone getreten war und dafür die spanische Staatsangehörigkeit bekam; "mit Kolumbus könnte es ebenso gewesen sein“, meint Idália Pires. Und der portugiesische Weltumsegler Fernão de Magalhães „wurde in der seriösen Zeitschrift National Geographic schon einmal als Spanier ausgegeben".
„Wenn wir nicht aufpassen, werden all unsere großen Landsleute zu Ausländern gemacht“: Auch der Heilige Antónius von Padua gelte außerhalb Portugals zumeist als Italiener, obwohl er in Lissabon geboren wurde. Pires will mit ihrer Initiative dazu beitragen, „portugiesische Exportkultur“ nicht von ihren Wurzeln zu trennen.

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Die Alentejogemeinde Cuba entschied die Diskussion um Kolumbus' Herkunft bereits in dessen 500. Todesjahr 2006. In dem kleinen Ort bei Beja wurde damals eine 2,5 Meter hohe Bronzestatue errichtet, das erste Denkmal für den Seefahrer auf portugiesischem Boden. Dort sei Kolumbus geboren, was auch einige Historiker vertreten. Als Beweis gilt ihnen die Karibikinsel Kuba, die Kolumbus entdeckt hat und der er den Namen gab.

Es gibt auf Kuba weitere vierzig Ortsnamen, die es auch im Alentejo gibt
, etwa Mourão oder Guadiana.
Der Journalist Pedro Laranjeira schrieb eine Biografie des Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar (Editora Free Zone, bisher nur auf Portugiesisch, Spanisch und Englisch; dt. Fassung in Vorbereitung).
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