N
Notícias
Gast
Das [DLMURL="http://www.inrb.pt/"]Instituto Nacional dos Recursos Biológicos[/DLMURL] (INRB) hat die Fangquote für Sardinen im Westalgarve reduziert.
Das für den Schutz der Fischbestände zuständige Amt wies die in der Kooperative Barlapescas zusammen geschlossenen Berufsfischer an, bis kommenden Mai nicht mehr als vierhundert Tonnen der kleinen Fische an Land zu bringen, die zum unverzichtbaren Bestandteil der Algarve-Küche und der regionalen Wirtschaft gehören. Das ist eine Minderung der Fangmenge um fast zwei Drittel gegenüber 2011.
Die Fischer fürchten, ab Juni könne es zum kompletten Erliegen des Sardinenfangs kommen, einige hundert Fischer und Beschäftigte in nachgeordneten Wirtschaftszweigen würden arbeitslos.
Barlapescas fordert in einem Brief an Landwirtschafts-Staatssekretär Manuel Pinto de Abreu die sofortige Aufhebung der Beschränkung. Das INRB gehe von falschen Voraussetzungen aus. Das Amt schicke pro Jahr nicht mehr als zwei mit Echolot ausgestattete Schiffe zur Erforschung der Arten-Bestandsdichte aufs Meer, doch führten solch spärliche Erhebungen bei einer Hochrechnung zu falschen Ergebnissen und „hat wirtschaftlich und menschlich unverantwortliche Folgen“, sagt Barlapescas-Präsident Mário Galhardo.
Die Kooperative will neue, regelmäßige Prüfungen der Bestände im Abstand von zwei bis vier Wochen und würde dafür auch eigene Schiffe zur Verfügung stellen. Die Fischer selbst beobachten die Entwicklung der Bestände, denn „wenn wir unkontrolliert fischen würden, gefährdeten wir selbst ja unsere Existenz“.
Sardinen gehören schon seit dem Altertum zu den beliebtesten Speisefischen des Mittelmeerraumes. Sie haben ihren Namen von den ersten bekannten Fanggründen an der italienischen Insel Sardinien. Und auch eine der ältesten Fisch verarbeitenden Betriebe in Portugal, La Gondola im nordportugiesischen Matosinhos, wurde in den 1930er Jahren von einer italienischen Familie gegründet; damals war die Sardine die Grundlage der Produktion.
„Die Fische sind die Nahrung des gemeinen Mannes und die Leckerbissen der Vornehmen “, beobachtete 1801 der deutsche Naturwissenschaftler Heinrich Friedrich Link auf einer Reise durch Portugal. Er protokollierte: Sie wurden „in ungeheurer Menge an der portugiesischen Küste“ gefangen. Diese Zeiten sind schon sehr lange vorbei.
Nicht nur das portugiesische INRB, auch das Europäische Amt für Lebensmittel-Sicherheit EFSA (European Food Safety Authority) ermittelt in Sachen Fangmengen, während europaweit die Nachfrage nach den kleinen Fischen wächst. Acht von zehn Sardinen in Portugals Gewässern sind Jungtiere, so das INRB. Sie sind nicht nur weniger wert als die größeren, fleischreichen erwachsenen Exemplare. Die Kleinen müssen die Arterhaltung sichern und sind nicht für den exzessiven Fang bestimmt.
Sardinen sind so genannte Schwarm- und Wanderfische. In gewaltigen Schwärmen ziehen sie durch die Meere, das ist ihr wirksamster Schutz gegen natürliche Feinde: Raubfische können nie den gesamten Schwarm vernichten. Die Netze der Fischer holen hingegen ihre Beute ausgiebig aus diesen dicht gedrängten Beständen.
Fischer und Fabrikanten von Produkten aus der Sardina pilchardus walbaum in Konserven fordern seit langem Zertifikate für ihre Erzeugnisse, denn die Sardine sei Teil der gastronomischen Identität Portugals. Zum einen soll die Herkunft beim Handel mit den frischen Fischen, aber auch mit der Ware in der der Dose durch genaue regionale Angaben bescheinigt werden. Zum anderen müsse auch der Name des Fisches unter eine Art Reinheitsgebot fallen: In einer Konserve mit Sardinen oder Sardinen-Pastete dürfe nur Sardine sein und keine Beimischung anderen Meeresgetiers.
Die Fischer in Fanggebiet der Alentejo-Küste bei Sines wünschen sich einen Schutz ihres Fangs als regionaltypisches Produkt. Im Süden Portugals besitzen bisher nur Zitrusfrüchte, der Honig aus der Serra de Monchique und die Süßkartoffel aus Aljezur geschützte Herkunfts-Bezeichnungen. Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar


