Die Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar vom vergangenen Freitag hat ein Nachspiel. Die Bürgerbewegung [DLMURL="http://www.tugaleaks.com/"]Tugaleaks[/DLMURL], die nach dem Vorbild von Wikileaks Missstände und Verstöße in der portugiesischen Politlandschaft unter dem Motto 'Null Toleranz für die Regierenden' aufdecken will, hat Strafanzeige erstattet.
Gemäß Artikel 332 des Strafgesetzbuches kann mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden, wer „die Flagge, die Nationalhymne oder andere Embleme der portugiesischen Souveränität beleidigt“. Dies sei am Freitag auf dem Balkon des historischen Rathauses vor den Augen aller Portugiesen geschehen, als Bürgermeister António Costa und Staatschef Aníbal Cavaco Silva das Stoffrechteck seitenverkehrt in die Höhe zogen. Die Vorbereitung der Flagge oblag einem Mitarbeiter des Rathauses, der mit seinem Fehler eine Diskussion um Grundwerte entfacht hat.
Vor drei Jahren wurde der TV-Sender SIC Radical für den gleichen Lapsus bestraft, doch im aktuellen Fall geht es Tugaleaks-Präsident Rui Cruz vor allem ums Prinzip: Der laxe Umgang mit dem Staatssymbol sei nur ein weiteres Glied in einer Kette von Missachtungen nationaler Interessen durch die Landespolitik. Der Bürgermeister hatte in einem Schreiben an den Staatschef um Verzeihung für die zeremonielle Panne gebeten, die Entschuldigung müsse aber an die Adresse der Bevölkerung gehen, fordert Tugaleaks.
Ziel der Kritik wegen unangemessenen Verhaltens ist auch Regierungschef Pedro Passos Coelho, der am Feiertag eine EU-Konferenz der „Freunde der Kohäsion“ in der slowakischen Hauptstadt Bratislava besuchte. In Leserbriefen der Online-Ausgaben großer Zeitungen wird Passos Coelhos Abwesenheit in Lissabon als „Flucht vor seinem Volk und dessen Protesten“ gewertet.
Der Rundfunksender Rádio Renascença gab noch einen anderen Hinweis: In historischen Kriegszeiten habe die auf dem Kopf stehende Landesflagge eine sehr eindeutige Bedeutung gehabt: Der so gekennzeichnete Ort „war vom Feind besetzt und dominiert“; die unterworfene Bevölkerung rief mit diesem Signal um Hilfe gegen die Eindringlinge. „Und da passiert das ausgerechnet zu einer Zeit, da das ganze Land Kopf steht“, schreibt die Tageszeitung Público und folgert: „Es zeigt sich, dass die Troika hier nicht der einzige Feind ist“.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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Gemäß Artikel 332 des Strafgesetzbuches kann mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden, wer „die Flagge, die Nationalhymne oder andere Embleme der portugiesischen Souveränität beleidigt“. Dies sei am Freitag auf dem Balkon des historischen Rathauses vor den Augen aller Portugiesen geschehen, als Bürgermeister António Costa und Staatschef Aníbal Cavaco Silva das Stoffrechteck seitenverkehrt in die Höhe zogen. Die Vorbereitung der Flagge oblag einem Mitarbeiter des Rathauses, der mit seinem Fehler eine Diskussion um Grundwerte entfacht hat.
Vor drei Jahren wurde der TV-Sender SIC Radical für den gleichen Lapsus bestraft, doch im aktuellen Fall geht es Tugaleaks-Präsident Rui Cruz vor allem ums Prinzip: Der laxe Umgang mit dem Staatssymbol sei nur ein weiteres Glied in einer Kette von Missachtungen nationaler Interessen durch die Landespolitik. Der Bürgermeister hatte in einem Schreiben an den Staatschef um Verzeihung für die zeremonielle Panne gebeten, die Entschuldigung müsse aber an die Adresse der Bevölkerung gehen, fordert Tugaleaks.
Ziel der Kritik wegen unangemessenen Verhaltens ist auch Regierungschef Pedro Passos Coelho, der am Feiertag eine EU-Konferenz der „Freunde der Kohäsion“ in der slowakischen Hauptstadt Bratislava besuchte. In Leserbriefen der Online-Ausgaben großer Zeitungen wird Passos Coelhos Abwesenheit in Lissabon als „Flucht vor seinem Volk und dessen Protesten“ gewertet.
Der Rundfunksender Rádio Renascença gab noch einen anderen Hinweis: In historischen Kriegszeiten habe die auf dem Kopf stehende Landesflagge eine sehr eindeutige Bedeutung gehabt: Der so gekennzeichnete Ort „war vom Feind besetzt und dominiert“; die unterworfene Bevölkerung rief mit diesem Signal um Hilfe gegen die Eindringlinge. „Und da passiert das ausgerechnet zu einer Zeit, da das ganze Land Kopf steht“, schreibt die Tageszeitung Público und folgert: „Es zeigt sich, dass die Troika hier nicht der einzige Feind ist“.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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