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[Perspektive Portugal] (K)ein Aprilscherz

Von neuen Arbeitsplätzen mit Festanstellung für 570 Krankenpfleger ab 1. Mai in den Kliniken im Norden Portugals war die Rede, außerdem werde der Staat mehr Geld für kulturelle Projekte freigeben. Mit diesen Nachrichten wollten einige TV-Sender und Zeitungsredaktionen ihre Leser erfreuen; schließlich, so der Eindruck, gehe es denn doch wirtschaftlich aufwärts, zumindest in einigen Bereichen.
Bei genauem Hinsehen stellte sich jedoch heraus, dass diese Meldungen auf Aprilscherzen beruhten
: Mit dem Datum des 1.4., auch in Portugal als 'Tag der Lügen' berüchtigt, hatte die Organisation Mayday Lisboa zwei E-Mails mit dem jeweiligen Inhalt verschickt. Die elektronische Post über einzustellende Pflegekräfte kam angeblich vom Regionalen Gesundheitsamt Nord (ARS Norte), jedenfalls verwendeten die Mayday-Aktivisten ein Logo, das dem Signet der Behörde täuschend ähnlich war. Die Mail zur Kulturförderung soll als Absender sogar eine Regierungs-Adresse geführt haben. Dieser Missbrauch amtlicher Namen und Insignien hat nun die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen.


Doch nicht nur die Journalisten waren offenbar so erfreut von den guten Nachrichten, dass sie die Informationen übernahmen und dabei die Sorgfaltspflicht ihres Berufsstandes zu Überprüfung und Recherche vernachlässigten. Auch die Gesundheitspolitikerin Laura Sousa Esperança, Abgeordnete der regierenden PSD, lobte öffentlich „Engagement und Weitsicht der Regierung“ und bedankte sich ausdrücklich bei Gesundheitsminister Paulo Macedo, bis sie erfuhr, dass auch sie auf einen Schabernack mit ernstem Hintergrund hereingefallen war.
Mayday Lisboa outete sich inzwischen und begründete die Aktion: „Wir lügen am 1. April, die Regierung lügt das ganze Jahr lang“, heißt es auf der Facebookseite der Aktionsgruppe „Prekariat ohne Angst“ ('Precariado sem Medo'). Mit der Fakemail wollten sie auf die Beschneidung der Arbeitnehmerrechte und zunehmende Verarmung der Gesellschaft hinweisen, so Mayday-Sprecherin Sara Simões.

Echt und unverfälscht ist hingegen die offizielle Reaktion der Regierung
, die durch den parlamentarischen Staatssekretär Luís Marques Guedes erklären ließ, es gebe weder neue Arbeitsplätze im Gesundheitsbereich, noch werde die Kulturförderung aufgestockt. Das Dementi spricht für sich und so erhielt Mayday Lisboa denn doch eine amtliche Bestätigung ihres Anliegens.


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