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[Perspektive Portugal] Import und Export in der Krise

Der harte Sparkurs der portugiesischen Regierung, der die Kaufkraft der Bevölkerung und das Wirtschaftspotenzial der Unternehmen immer stärker einschränkt, macht sich nun auch in anderen Volkswirtschaften bemerkbar: Seit 2010 kaufte Portugal in Deutschland weniger Waren im Wert von rund einer Milliarde Euro ein.

Portugals Statistikbehörde INE hat ausgerechnet, dass die Importe aus Deutschland
bis Ende des Jahres um 6,6 Prozent gegenüber 2011 gesunken sein werden. Bereits im vergangenen Jahr betrug der Rückgang 5,53 Prozent im Vergleich zu 2010. Deutschland ist nach Spanien der zweitwichtigste Warenimporteur in Portugal.

Besonders im Automobilsektor macht sich der Nachfrageschwund bemerkbar, so INE, denn hier zu Lande wurden in diesem Jahr nur halb so viele Neuwagen verkauft wie 2011.
Deutliche Einbrüche im Handel mit Portugal verzeichnen auch Frankreich (-12%) und Großbritannien (-22,1%), die als Importeure an dritter und vierter Stelle stehen. Länder, die insgesamt nur wenig nach Portugal liefern, merken die sinkende Nachfrage anteilig noch deutlicher: So verlor beispielsweise Nigeria seit 2010 ein gutes Viertel seiner Aufträge aus Portugal.

Doch es gibt auch Gewinner: Äquatorial-Guinea erhöhte seine Importe nach Portugal um 160 Prozent, Angola verdreifachte die Lieferungen sogar – in beiden Fällen erklärt sich die Steigerung allerdings nahezu ausschließlich mit Erdöllieferungen und dem Handel mit Erdölprodukten.

Unterdessen entwickelt Portugal Pläne, neue Märkte für die eigenen Exporte zu erschließen: Fünfzig Firmen sollen sich rund um den Persischen Golf positionieren. Um das Terrain zu sondieren, bereist Außenminister Paulo Portas auf Außenhandelsmission die Region und besucht bis Ende dieser Woche Oman, Kuwait, Dubai und die Arabischen Emirate. Dabei gehe es um „Export und Internationalisierung der portugiesischen Wirtschaft, aber auch um Anreize für Investitionen“ – besonders im Tourismus ist Geld vom Golf für die Entwicklung von Hotels und Ferienanlagen gefragt.
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[Heise] Portugal will Licht am Ende des Tunnels sehen

Doch die Ratingagentur Fitch glaubt weiterhin, dass nach Griechenland auch Portugal ein zweites Rettungspaket braucht...

Dass Portugal erstmals wieder langlaufende Staatsanleihen am Kapitalmarkt versteigern konnte, hat Fitch nicht beeindruckt. Die Ratingagentur ist weiter der Ansicht, dass Portugal vor Ablauf des Hilfspakets der Troika - EU-Kommission, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Europäische Zentralbank (EZB) - keinen vollen Zugang zu den Kapitalmärkten bekommen wird. "Daher braucht es weitere Unterstützung und ein zweites Hilfspaket." Allerdings sieht auch die Agentur "positive" Zeichen, doch die "Herausforderungen" seinen wegen des "hohen Finanzierungsbedarfs" groß.

Auch für Fitch war positiv, dass das Land am vergangenen Mittwoch wieder langfristige Anleihen versteigert und 2,5 Milliarden Euro über Papiere mit einer fast fünfjährigen Laufzeit einnehmen konnte. Gewählt wurde - nach irischen Vorbild - die Form eines Syndikats. Das bedeutet, die Aufstockung einer Anleihe um die Summe, die im Oktober 2017 fällig wird. Der Durchschnittszins lag mit 4,9% deutlich unter den 6,4%, die Portugal für derlei Papiere bieten musste, bevor es im Frühjahr 2011 Nothilfe beantragen musste.

Das ist nicht die einzige gute Nachricht aus Lissabon. Dazu kommt, dass die konservative Regierung behauptet, das Defizitziel erfüllt zu haben, das mit der Troika vereinbart wurde. Am Abend vor der Versteigerung hatte Finanzminister Vítor Gaspar eilig verkündet, dass die Neuverschuldung unter den vereinbarten neun Milliarden Euro gelegen habe, um die Auktion anzutreiben, was ihm gelang.

Ob Portugal tatsächlich das Haushaltsdefizit auf fünf Prozent senken konnte, muss sich noch bestätigen. Zu erinnern sei, dass die europäische Statistikbehörde Eurostat 2012 die Berechnungen im Land nicht teilte und den angegebenen Wert noch oben korrigierte. Ohnehin hat die Troika das Defizitziel auf 5% angehoben, Portugal erhielt auch ein Jahr mehr Zeit und soll erst Ende 2014 die Stabilitätsmarke von 3% wieder einhalten.
weiter geht es im Originalartikel...
 
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