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[Perspektive Portugal] "Ex Libris" - die "Livraria Portugal" schließt für immer

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Im kommenden Mai wäre sie 71 Jahre alt geworden, doch die Kraft reicht nicht mehr bis dahin: Die Livraria Portugal schließt ihre Türen für immer und ein weiteres emblematisches Geschäft verschwindet aus der Lissabonner Unterstadt.

In dem marmor-verkleideten Haus in der Rua do Carmo, direkt am Touristen-Magneten Elevador Santa Justa versorgte das Geschäft Gäste der Stadt mit Literatur über Lissabon, mit Stadtplänen und bibliografischen Schätzen über das Land. Stammkunden fanden sich gut aufgehoben, denn die Mitarbeiter der Livraria Portugal waren nicht einfach Verkäufer von bedrucktem Papier, sondern Experten für Literatur. Wer nach einem Autor oder Werk fragte, bekam, was er suchte und dazu gerne auch einen durchaus längeren Plausch darüber, was sich zwischen den Buchdeckeln befand.

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[TD="class: tr-caption, align: center"] Die Livraria Portugal iat ein Stück Hauptstadt-Geschichte [/TD]
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António Machado ist einer dieser Literaturliebhaber, seit vierzig Jahren arbeitet er in der Buchhandlung und geht nun in Rente.
Es tut weh, dass seine alte Wirkungsstätte aufhört zu existieren: „Der Buchmarkt hat sich verändert, heute verkaufen
Postämter und Supermärkte Bücher und das Internet beeinflusst die Lese-Gewohnheiten“, sagt Machado, der in der Vergangenheit bis zu fünfzig Kollegen hatte. Nicht einmal mehr zehn sind übrig geblieben in den Geschäft, das sich über zwei Etagen erstreckt. Die Einnahmen decken die Kosten nicht mehr.

In ihren goldenen Jahren war die Livraria Portugal Anlaufpunkt für viele Autoren
, die hier Lesungen veranstalteten, Vorträge ihrer Kollegen besuchten oder einfach zu einem Besuch vorbeischauten, unter ihnen Fernando Namora, Aquilino Ribeiro, Natália Correia, Vergílio Ferreira, David Mourão-Ferreira. Auch das liegt Jahrzehnte zurück. Der Buchladen habe „viele Krisen überstanden, aber die hier ist zu gravierend und zu dauerhaft“, so António Machado. Ältere Kunden erinnern sich an die Zeit der Diktatur und dass es in der Livraria Portugal unter dem Ladentisch auch Bücher gab, die das Regime nicht tolerierte.
Pedro Ferreira, langjähriger Kunde der Livraria Portugal hofft, das Ladenlokal werde „eine andere, der Kunst und der Kultur zugewandte Verwendung finden“, erklärt aber gleich danach: „Wohl eher nicht; wahrscheinlich wird hier ein China-Laden oder ein Goldankäufer einziehen“. Er könnte Recht behalten: António Machado erzählt, seit einiger Zeit suche der Ladeninhaber eine übernahmewillige Firma aus der selben Branche, bisher vergeblich. Was überlebt, ist der Name 'Livraria Portugal' – den hatten sich die Besitzer schützen lassen.
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