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[Perspektive Portugal] Die Maut ist ein Verlustgeschäft

Am letzten Tag des Monats endet der Gebührenbonus, den die Regierung nach der Einführung der Autobahnmaut auf allen Schnellwegen Ende 2011 gewährt hatte. Ab 1.Oktober müssen auch Anwohner und Firmen im Einzugsgebiet einer Autobahn für jeden gefahrenen Kilometer zahlen; am 30.9. endet die Regelung von monatlich zehn Freifahrten und Rabatt auf weitere Touren.

Kurz vor dem Stichtag fällt das internationale Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young ein vernichtendes Urteil über Portugals Mautpolitik: Von jeweils acht Euro Maut, die ein Autofahrer auf den Straßen Norte Litoral, Grande Porto, Costa de Prata, Beira Litoral, sowie Norte und Grande Lisboa bezahle, bleibe dem Staat gerade Mal ein Euro an Einnahmen.
Die Algarveautobahn A22 (Via do Infante) wurde nicht berücksichtigt, doch durch die stark gesunkenen Nutzerzahlen dürfte das Verhältnis hier sogar schlechter sein. Zwar habe sich durch die direkt in die Kasse fließenden Gebühren der Cash flow, der Nettozufluss liquider Mittel für die Aktionäre der Straßenkonzessionäre deutlich erhöht – zu ihnen gehört auch die Regierung. Doch da das für die Maut aufgewendete Geld den Verbrauchern für anderen Konsum fehle und es durch mautvermeidende Umfahrung der Autobahnen zu höherem Zeitaufwand und -verlust, zu einer höheren Belastung von Umgehungsstraßen und zu deutlich mehr Unfällen gekommen sei, habe die Maut dem Staat in der Bilanz deutliche Verlust eingebracht, so der Bericht von Ernst & Young. Der Straßenbetreiber Estradas de Portugal (EP) profitiere nur scheinbar von den Mauteinnahmen, die es vor Dezember 2011 auf den o.g. Straßen nicht gab.
Gleichzeitig werden aber vertraglich vereinbarte Zahlungen an privatwirtschaftliche Konzessionäre fällig, mit denen der Staat in öffentlich-privaten Pratnerschaften agiert. Beispielsweise zahlt der Staat einen Ausgleich, wenn auf einer Autobahn das Verkehrsaufkommen (und damit die Maut) niedriger ausfällt als in den Schätzungen, auf denen die Nutzungsverträge basieren. Neu motiviert durch das negative Beurteilung der Maut, wollen die Anwohner weiter gegen die Gebühr kämpfen.

Im Algarve ruft die Interessengemeinschaft der A22-Nutzer (Comissão de Utentes da Via do Infante) für den 1.Oktober um 18 Uhr zu einer Mahnwache und einem Protestmarsch am Stadttheater in Faro auf, „gegen die Arroganz und den Starrsinn der Regierung. Es werde auch weitere „Überraschungsaktionen“ geben, die kurzfristig über die sozialen Netzwerke bekannt gegeben werden sollen.
(Diese Webseite bündelt in der Rubrik Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar alle Informationen und Entwicklungen zu den Gebühren sowie Links zu Helfer-Seiten durch das Gebühren-Dickicht.)Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar

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