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[TD="class: tr-caption, align: center"] In den 1950er Jahren und heute:
Die Feira de São Martinho in
Portimão, Portugals älteste Martins-
Kirmes, wird 350 Jahre alt [/TD]
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Der Monat ist in Portugal reich an Traditionen und Riten, die seit alters her unmittelbar vor dem Beginn des Winters Städte und Dörfer noch einmal in Musik und Farben taucht.
Die Vorbereitungen für die letzten Volksfeste des Jahres sind umfangreich. Auch in Portugal spielt São Martinho, Sankt Martin, eine große Rolle, die mit dem deutschen Traditionsfest allerdings kaum etwas zu tun hat.
Im zentral-portugiesischen Städtchen Golegã findet vom 3.11. bis zum 11.11. Portugals größte [DLMURL="http://www.casarosdenportugal.com/golega-horse-fair-2012/"]Pferdemesse[/DLMURL] statt. Der Heilige Martin ist Schutzpatron der Stadt, deren Gründung auf einen Gasthof zurückgeht, in dem sich im Mittelalter die Ritter stärkten. Die Pferdemesse gibt es seit 300 Jahren, sie galt als größter Umschlagplatz für landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Die alte Universitätsstadt Coimbra lockte schon immer mit zur Fratze ausgehöhlten Kürbisköpfen und überlässt am Martinstag die Straße den Kindern, die mit dem Kürbis als Laterne um Süßigkeiten bitten.
Borba im Alentejo lädt vom 10.11. bis zum 18.11. zu einem [DLMURL="http://www.cm-borba.pt/pt/conteudos/festa+da+vinha+e+do+vinho+2012/"]Weinfest[/DLMURL], natürlich mit gerösteten Kastanien, denn Kastanien sind das gemeinsame zentrale Motiv der Novemberfeste.
Noch vor fünfzig Jahren bedeckten die glänzenden braunen Schalenfrüchte in der Erntezeit im Oktober und November knietief den Hauptplatz von Monchique. Sie verschafften der Serra de Monchique den Beinamen „Garten der Algarve“ und symbolisierten die Großzügigkeit der Natur.
Dieser Gedanke gehört auch in der Gegend um Castelo Branco zum November: Groß und Klein versammelt sich auf den Feldern, die Maronen werden in Erdmulden geröstet und mit den vom Schälen rußschwarzen Fingern das Gesicht des Nebenmannes bemalt.
Der Ethnograf Ernesto Veiga de Oliveira spricht von der „Anknüpfung an alte Opfertraditionen“ und sieht die „Seele, die über der Fröhlichkeit unsterblich leuchtet“ im Schein der Glut des „magusto“, in dem die Kastanien geröstet werden. Kastanien sind auch ein Hauptbestandteil der Sankt-Martins-Kirmes, die landauf landab in der ersten Monatshälfte veranstaltet wird. Der Herbst sei in diesem Jahr viel zu früh hereingebrochen, klagen die Kirmesveranstalter und hoffen auf die Rückkehr des warmen Sonnenscheins, denn wenn der „Verão de São Martinho“, der 'Martinssommer' wärmt, gehen die Geschäfte besser.
Zu den ältesten Martinsjahrmärkten zählt der in Portimão,1662 wurde die [DLMURL="http://www.cm-portimao.pt/portal_autarquico/portimao/v_pt-PT/pagina_inicial/noticias/FeiSaoMar2012.htm"]Feira de São Martinho[/DLMURL] erstmals urkundlich erwähnt und findet im Jahr des 350. Jubiläums vom 9.11. bis zum 18.11. statt. Von so tiefen historischen Wurzeln merkt der Besucher im Messe- und Ausstellungspark von Portimão allerdings nichts: Hier gibt es Zelte, Karussells, Würstchen- und Schießbuden, alles wohlgeordnet.
Einer der Kirmesveranstalter erinnert sich an seine Kindheit vor einem halben Jahrhundert, als seine Eltern bereits ihren Kastanienstand auf der Feira aufgebaut hatten: Da „war alles viel natürlicher.“ Der Largo da Feira, der Kirmesplatz, befand sich bis in die 1970er Jahre dort, wo heute das Auditorium, die Sporthallen und die Tennisplätze von Portimão untergebracht sind. Die Menschen in Stadt und Land freuten sich schon Wochen vorher auf das Fest, auch wenn „wir hier bei Regen knöcheltief im Morast standen,“ erinnert sich der Händler. Tagelang wurden Stände aufgebaut, die Kinder liefen schon während der Vorbereitungen zur Feira de São Martinho zwischen den Schaubuden herum. Meistens schlug in der Nähe noch ein Zirkus die Zelte auf.
Ein Universum aus Klängen und Düften gehörte in den Tagen um den 11. November zum Stadtbild. Die Menschen kamen nicht nur hierher, um sich die Zeit zu vertreiben. Die Feira bot noch bis vor wenigen Jahrzehnten die beste Gelegenheit, Hausrat, Stoffe, Knöpfe, Spielzeug, aber auch Lebensmittel für den Winter zu kaufen, und zwar gleich säckeweise: Bohnen, Kichererbsen, Nüsse, Sonnenblumen- und Pinienkerne, auch salziger Speck und natürlich immer wieder Kastanien.
Nicht selten wurden die Ersparnisse eines ganzen Jahres auf der Feira de São Martinho ausgegeben. Danach begann das Sparen für die Feira im folgenden Jahr. Hier trafen sich alle: Die Dorfbewohner zogen in die Stadt und stießen hier mit den Städtern an, die vom Fischfang lebten und den Stockfisch auf der Feira feilboten. Angestoßen wurde mit „Água Pé“, dem Tresterwein, der seinen Namen – „Fußwasser“ – aus der Zeit mitbringt, als die Trauben noch mit den Füßen gestampft wurden. Auch „Jeropiga“ ist ein jahreszeitliches Gebräu: Ein hochprozentiger Mix aus Most und Weinbrand, dessen Bezeichnung vermutlich auf „xarope“, den Sirup zurückgeht.
Längst sind die Feiras de São Martinho ein Wirtschaftsfaktor geworden und auch sie entkommen der Globalisierung nicht. Das Statistikamt INE berichtet seit einigen Jahren, dass die Kastanienernten in Portugal großen Schwankungen unterliegen, jedoch immer noch gut mit ihrem Export verdient wird. In jüngster Zeit nimmt auch die Anbaufläche wieder zu. Parallel dazu steigt der Import spanischer Kastanien – und die sind billiger, als die heimischen.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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Die Feira de São Martinho in
Portimão, Portugals älteste Martins-
Kirmes, wird 350 Jahre alt [/TD]
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Der Monat ist in Portugal reich an Traditionen und Riten, die seit alters her unmittelbar vor dem Beginn des Winters Städte und Dörfer noch einmal in Musik und Farben taucht.
Die Vorbereitungen für die letzten Volksfeste des Jahres sind umfangreich. Auch in Portugal spielt São Martinho, Sankt Martin, eine große Rolle, die mit dem deutschen Traditionsfest allerdings kaum etwas zu tun hat.
Im zentral-portugiesischen Städtchen Golegã findet vom 3.11. bis zum 11.11. Portugals größte [DLMURL="http://www.casarosdenportugal.com/golega-horse-fair-2012/"]Pferdemesse[/DLMURL] statt. Der Heilige Martin ist Schutzpatron der Stadt, deren Gründung auf einen Gasthof zurückgeht, in dem sich im Mittelalter die Ritter stärkten. Die Pferdemesse gibt es seit 300 Jahren, sie galt als größter Umschlagplatz für landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Die alte Universitätsstadt Coimbra lockte schon immer mit zur Fratze ausgehöhlten Kürbisköpfen und überlässt am Martinstag die Straße den Kindern, die mit dem Kürbis als Laterne um Süßigkeiten bitten.
Borba im Alentejo lädt vom 10.11. bis zum 18.11. zu einem [DLMURL="http://www.cm-borba.pt/pt/conteudos/festa+da+vinha+e+do+vinho+2012/"]Weinfest[/DLMURL], natürlich mit gerösteten Kastanien, denn Kastanien sind das gemeinsame zentrale Motiv der Novemberfeste.
Noch vor fünfzig Jahren bedeckten die glänzenden braunen Schalenfrüchte in der Erntezeit im Oktober und November knietief den Hauptplatz von Monchique. Sie verschafften der Serra de Monchique den Beinamen „Garten der Algarve“ und symbolisierten die Großzügigkeit der Natur.
Dieser Gedanke gehört auch in der Gegend um Castelo Branco zum November: Groß und Klein versammelt sich auf den Feldern, die Maronen werden in Erdmulden geröstet und mit den vom Schälen rußschwarzen Fingern das Gesicht des Nebenmannes bemalt.
Der Ethnograf Ernesto Veiga de Oliveira spricht von der „Anknüpfung an alte Opfertraditionen“ und sieht die „Seele, die über der Fröhlichkeit unsterblich leuchtet“ im Schein der Glut des „magusto“, in dem die Kastanien geröstet werden. Kastanien sind auch ein Hauptbestandteil der Sankt-Martins-Kirmes, die landauf landab in der ersten Monatshälfte veranstaltet wird. Der Herbst sei in diesem Jahr viel zu früh hereingebrochen, klagen die Kirmesveranstalter und hoffen auf die Rückkehr des warmen Sonnenscheins, denn wenn der „Verão de São Martinho“, der 'Martinssommer' wärmt, gehen die Geschäfte besser.
Zu den ältesten Martinsjahrmärkten zählt der in Portimão,1662 wurde die [DLMURL="http://www.cm-portimao.pt/portal_autarquico/portimao/v_pt-PT/pagina_inicial/noticias/FeiSaoMar2012.htm"]Feira de São Martinho[/DLMURL] erstmals urkundlich erwähnt und findet im Jahr des 350. Jubiläums vom 9.11. bis zum 18.11. statt. Von so tiefen historischen Wurzeln merkt der Besucher im Messe- und Ausstellungspark von Portimão allerdings nichts: Hier gibt es Zelte, Karussells, Würstchen- und Schießbuden, alles wohlgeordnet.
Einer der Kirmesveranstalter erinnert sich an seine Kindheit vor einem halben Jahrhundert, als seine Eltern bereits ihren Kastanienstand auf der Feira aufgebaut hatten: Da „war alles viel natürlicher.“ Der Largo da Feira, der Kirmesplatz, befand sich bis in die 1970er Jahre dort, wo heute das Auditorium, die Sporthallen und die Tennisplätze von Portimão untergebracht sind. Die Menschen in Stadt und Land freuten sich schon Wochen vorher auf das Fest, auch wenn „wir hier bei Regen knöcheltief im Morast standen,“ erinnert sich der Händler. Tagelang wurden Stände aufgebaut, die Kinder liefen schon während der Vorbereitungen zur Feira de São Martinho zwischen den Schaubuden herum. Meistens schlug in der Nähe noch ein Zirkus die Zelte auf.
Ein Universum aus Klängen und Düften gehörte in den Tagen um den 11. November zum Stadtbild. Die Menschen kamen nicht nur hierher, um sich die Zeit zu vertreiben. Die Feira bot noch bis vor wenigen Jahrzehnten die beste Gelegenheit, Hausrat, Stoffe, Knöpfe, Spielzeug, aber auch Lebensmittel für den Winter zu kaufen, und zwar gleich säckeweise: Bohnen, Kichererbsen, Nüsse, Sonnenblumen- und Pinienkerne, auch salziger Speck und natürlich immer wieder Kastanien.
Nicht selten wurden die Ersparnisse eines ganzen Jahres auf der Feira de São Martinho ausgegeben. Danach begann das Sparen für die Feira im folgenden Jahr. Hier trafen sich alle: Die Dorfbewohner zogen in die Stadt und stießen hier mit den Städtern an, die vom Fischfang lebten und den Stockfisch auf der Feira feilboten. Angestoßen wurde mit „Água Pé“, dem Tresterwein, der seinen Namen – „Fußwasser“ – aus der Zeit mitbringt, als die Trauben noch mit den Füßen gestampft wurden. Auch „Jeropiga“ ist ein jahreszeitliches Gebräu: Ein hochprozentiger Mix aus Most und Weinbrand, dessen Bezeichnung vermutlich auf „xarope“, den Sirup zurückgeht.
Längst sind die Feiras de São Martinho ein Wirtschaftsfaktor geworden und auch sie entkommen der Globalisierung nicht. Das Statistikamt INE berichtet seit einigen Jahren, dass die Kastanienernten in Portugal großen Schwankungen unterliegen, jedoch immer noch gut mit ihrem Export verdient wird. In jüngster Zeit nimmt auch die Anbaufläche wieder zu. Parallel dazu steigt der Import spanischer Kastanien – und die sind billiger, als die heimischen.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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