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[Perspektive Portugal] Das „dritte Alter“

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In den vergangenen Wochen gab es mehrfach Schlagzeilen über alte Menschen, die in ihren Wohnungen verstorben waren, ohne dass ihr Ableben von Nachbarn oder Angehörigen bemerkt wurde.
Aufgeschreckt von sozialer Kälte wird nun Bestands-Aufnahme gemacht:
In Vertiefung der Volksbefragung von 2011 untersuchte die Nationalgarde GNR ihre Bezirke nach Bedingungen für das Leben alter Menschen.
Resultat: Etwa 15.500 Personen fortgeschrittenen Alters leben isoliert (insbesondere in den Kreisen Bragança, Porto, Castelo Branco und Santarém), ohne Kontakt zu Nachbarn oder weit abgelegen in ländlichen Bezirken und gehören damit zu den Personen „in verletzlicher Lebenslage“, so GNR-Sprecher Rogério Cupeto.

Die Operação Census Sénior geht derzeit und bis Ende des Monats in die zweite Phase:
Alle im Vorjahr registrierten alleinstehenden Senioren bekommen erneut Besuch vom zuständigen National-Gardisten vor Ort und erhalten Info-Blätter für Notsituationen und wichtige Telefonnummern.
Gleichzeitig fertigt die GNR, gestützt auf das Kartensystem Google Maps, Lagepläne der Wohnorte an, um die Logistik der Versorgung zu erleichtern.
Kritik kommt vom Behinderten-Verband [DLMURL="http://www.pcd.pt/apd/"]Associação Portuguesa de Deficientes[/DLMURL]: Die GNR richte sich nur nach Lebensalter und Wohnsituation, berücksichtige aber körperliche, krankheits- oder altersbedingte Einschränkungen nicht.

Neunzehn von hundert Menschen in Portugal sind im Rentenalter
und der Zensus 2011 ergab, dass
in Portugal fast dreißig Prozent mehr alte Menschen alleine oder mit gleichfalls alten Menschen zusammen leben als noch vor zehn Jahren.
Die Verteilung ist je nach Landstrich sehr unterschiedlich: Der Anteil alleinstehender Rentner beträgt im Algarve nur 4,4 Prozent, im Norden des Landes hingegen rund 31 Prozent.

2012 ist das „Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ – dazu einen Beitrag zu leisten, ist eine schwere Aufgabe angesichts von Sparmaßnahmen und Kürzungen, die Renten und andere Leistungen für die in Portugal als „drittes Alter“ (terceira idade) bezeichnete Bevölkerungsgruppe besonders hart treffen.
Tiago Landreiras, ein 20-jähriger Jurastudent aus Paredes hat eine Petition ins Internet gestellt mit dem Ziel, in Parlament eine Kommission für die Belange alter Menschen einzurichten, so wie es sie für den Jugendschutz gibt.
In wenigen Tagen haben an die viertausend Menschen unterschrieben. Doch bereits vor drei Jahren gab es eine ähnliche Initiative, die schließlich in Vergessenheit geriet.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar

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