N
Notícias
Gast
[TABLE="class: tr-caption-container"]
[TR]
[TD="align: center"]
[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD="class: tr-caption, align: center"][/TD]
[/TR]
[/TABLE]
Wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht klingt auch die Legende der Mandelblüte, derzufolge ein arabischer Prinz seine Prinzessin aus Nordafrika mitbrachte. Als es Winter wurde, litt sie unter Sehnsucht nach dem Schnee des Atlasgebirges und der Prinz ließ Tausende von Mandelbäumen pflanzen, deren fallende Blütenblätter im folgenden Winter die Landschaft weiß färbten wie Schnee. Im Leben der Menschen überwog allerdings die prosaische Bedeutung der Mandeln als Wirtschaftsfaktor.
Die Stadt Tavira stand schon vor Jahrhunderten im Mittelpunkt der Zucht, wenn auch mit unfreiwilligem Anfang: Im 17. Jahrhundert wütete die Pest und dezimierte die Bevölkerung und damit die Arbeitskräfte. Schließlich versandete noch das Hafenbecken und der Landstrich verfiel, seine ökonomische Bedeutung, Handel und kultureller Austausch kamen zum Erliegen. Salzgewinnung und ein wenig Landwirtschaft blieben lange die einzige Lebensgrundlage. Neben Feigen und Johannisbrot wurden Mandelbäume kultiviert, die in Südeuropa seit mehr als zweitausend Jahren bekannt sind.
Die Fron der Bauern war erfolgreich: Der Ernte-Ertrag aus dem Algarve erreichte als Exportgut entfernte Länder: Italien und Flandern brachten Tavira wieder eine gewisse Teilnahme am Welthandel. Die Namen der Mandelsorten bezeugen ihre Herkunft: Bonita, Convento oder Lourencinha. Auch rund um Portimão blühten die ertragreichen Bäume mit den Sorten Ludo, Ferragudo und José Dias. Es gab die aromatische Fôfana und die weichere Molar da Fuzeta – Bezeichnungen, die heute praktisch ausgestorben sind.
[TABLE="class: tr-caption-container"]
[TR]
[TD="align: center"]
[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD="class: tr-caption, align: center"][/TD]
[/TR]
[/TABLE]
Gleichzeitig wurde die Region abhängig von der Frucht, wie historische Dokumente belegen: Frei João, ein Mönch aus dem Kloster São José protokollierte ein Jahr, in dem die Bäume steril waren und keine Früchte trugen.
Der sonst übliche Ertrag „von 6.000 Scheffel“ fiel aus. Jeder Scheffel, rund zwanzig Liter, „war 80 Reis wert, wenn nicht mehr“, das war in jener Zeit ein Vermögen.
Noch vor gut einhundert Jahren wuchsen Mandelbäume auf nahezu 6.000 Hektar Algarveland; neunzig Prozent gingen in den Export nach Deutschland, Belgien, Holland und England. Die Region Algarve und mit ihr das gesamte Land wurde zum wichtigsten Mandelexporteur weltweit.
1924 entstand ein Gesetz zum Schutz der Amêndoa do Algarve als regionales Produkt.
[TABLE="class: tr-caption-container"]
[TR]
[TD="align: center"]
[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD="class: tr-caption, align: center"][/TD]
[/TR]
[/TABLE]
Die zunehmende Modernisierung des Landes half der Landwirtschaft, doch verlor das Hinterland gegen die Attraktivität der wachsenden Städte. Landflucht setzte ein, der Aufbau der Tourismusindustrie schob einen Verdrängungsprozess an.
Für Bauland wurden Bäume gerodet. Mit dem Verschwinden der Mandelbäume wandelte sich das Landschaftsbild, gleichzeitig versank der Wirtschaftszweig in Bedeutungslosigkeit.
Seit den 1980er Jahren ist die Erntemenge so gering, dass kaum verlässliche Statistiken vorliegen; 1999 sollen es immerhin noch 3.300 Tonnen jährlich gewesen sein; die Agro-Kooperative Cooprabol schätzt, dass heute gerade mal ein Drittel davon übrig geblieben ist. Heute liegen die größten Mandelanbaugebiete in den USA. Von dort wird fleißig exportiert – auch nach Portugal, das selbst nur noch Weltranglisten-Zehnter unter den Produzenten ist.
[TABLE="class: tr-caption-container"]
[TR]
[TD="align: center"]
[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD="class: tr-caption, align: center"][/TD]
[/TR]
[/TABLE]
Noch vor einer Dekade schien das Ende der Mandeln im gesamten Mittelmeerraum nicht fern.
Inzwischen haben sich Landwirtschaftskonzerne wieder auf das Naturprodukt besonnen.
Einer der eifrigsten ist der tunesische Obst- und Gemüseerzeuger Soroubat. Er betreibt die Wiederbelebung der Zucht in Nordafrika: Derzeit werden 100 Tonnen jährlich auf 6 Hektar gewonnen, bis 2013 soll die Anbaufläche auf 26 Hektar erweitert werden und 400 Tonnen Mandeln im Jahr erbringen. Fernziele sind weiter gesteckt. Die nordafrikanische Sagenprinzessin müsste heute in ihre Heimat reisen, um den schneeweißen Teppich aus Blütenblättern zu finden.
Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
[TR]
[TD="align: center"]
[/TD][/TR]
[TR]
[TD="class: tr-caption, align: center"][/TD]
[/TR]
[/TABLE]
Wenn die übrigen Länder des europäischen Kontinents noch unter Schnee und Regen leiden, wird es im Algarve langsam Frühling. Sonne und milde Temperaturen verwandeln die Region in einen Garten. Entlang vieler Wege leuchten fragile zartrosa-weiße Blüten an knorrigen Ästen: Mandelblüte. Hinter der Pracht verbirgt sich auch Aufstieg und Fall der Wirtschaftsregion Algarve.
Al-Gharb, das Land im Westen, nannten die Araber die südportugiesische Provinz, als sie noch Teil des maurischen Reiches war. Bis heute ist dieser Einfluss spürbar, auch in der Botanik: Feigenbäume, Johannisbrot und eben Mandelbäume kamen mit den Mauren hierher.
Wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht klingt auch die Legende der Mandelblüte, derzufolge ein arabischer Prinz seine Prinzessin aus Nordafrika mitbrachte. Als es Winter wurde, litt sie unter Sehnsucht nach dem Schnee des Atlasgebirges und der Prinz ließ Tausende von Mandelbäumen pflanzen, deren fallende Blütenblätter im folgenden Winter die Landschaft weiß färbten wie Schnee. Im Leben der Menschen überwog allerdings die prosaische Bedeutung der Mandeln als Wirtschaftsfaktor.
Die Stadt Tavira stand schon vor Jahrhunderten im Mittelpunkt der Zucht, wenn auch mit unfreiwilligem Anfang: Im 17. Jahrhundert wütete die Pest und dezimierte die Bevölkerung und damit die Arbeitskräfte. Schließlich versandete noch das Hafenbecken und der Landstrich verfiel, seine ökonomische Bedeutung, Handel und kultureller Austausch kamen zum Erliegen. Salzgewinnung und ein wenig Landwirtschaft blieben lange die einzige Lebensgrundlage. Neben Feigen und Johannisbrot wurden Mandelbäume kultiviert, die in Südeuropa seit mehr als zweitausend Jahren bekannt sind.
Die Fron der Bauern war erfolgreich: Der Ernte-Ertrag aus dem Algarve erreichte als Exportgut entfernte Länder: Italien und Flandern brachten Tavira wieder eine gewisse Teilnahme am Welthandel. Die Namen der Mandelsorten bezeugen ihre Herkunft: Bonita, Convento oder Lourencinha. Auch rund um Portimão blühten die ertragreichen Bäume mit den Sorten Ludo, Ferragudo und José Dias. Es gab die aromatische Fôfana und die weichere Molar da Fuzeta – Bezeichnungen, die heute praktisch ausgestorben sind.
[TABLE="class: tr-caption-container"]
[TR]
[TD="align: center"]
[/TD][/TR]
[TR]
[TD="class: tr-caption, align: center"][/TD]
[/TR]
[/TABLE]
Gleichzeitig wurde die Region abhängig von der Frucht, wie historische Dokumente belegen: Frei João, ein Mönch aus dem Kloster São José protokollierte ein Jahr, in dem die Bäume steril waren und keine Früchte trugen.
Der sonst übliche Ertrag „von 6.000 Scheffel“ fiel aus. Jeder Scheffel, rund zwanzig Liter, „war 80 Reis wert, wenn nicht mehr“, das war in jener Zeit ein Vermögen.
Noch vor gut einhundert Jahren wuchsen Mandelbäume auf nahezu 6.000 Hektar Algarveland; neunzig Prozent gingen in den Export nach Deutschland, Belgien, Holland und England. Die Region Algarve und mit ihr das gesamte Land wurde zum wichtigsten Mandelexporteur weltweit.
1924 entstand ein Gesetz zum Schutz der Amêndoa do Algarve als regionales Produkt.
[TABLE="class: tr-caption-container"]
[TR]
[TD="align: center"]
[/TD][/TR]
[TR]
[TD="class: tr-caption, align: center"][/TD]
[/TR]
[/TABLE]
Der spätere Zugriff auf Landwirtschaftstechnik verhalf dem armen Agrarland Portugal zur Blüte – und das ist noch nicht so lange her: In den Jahren 1935 bis 1965 wurden im Algarve pro Jahr 10.000 Tonnen Mandeln von den rund 4,2 Millionen Bäumen geerntet. Was nicht exportiert wurde, galt der heimischen Versorgung.
Mandeln gehörten in vielerlei Zubereitungsformen zum täglichem Speiseplan. Ihre Schalen wurden als Brennstoff verarbeitet. Kosmetische Produkte basierten auf Mandelöl.
Mandeln gehörten in vielerlei Zubereitungsformen zum täglichem Speiseplan. Ihre Schalen wurden als Brennstoff verarbeitet. Kosmetische Produkte basierten auf Mandelöl.
Die zunehmende Modernisierung des Landes half der Landwirtschaft, doch verlor das Hinterland gegen die Attraktivität der wachsenden Städte. Landflucht setzte ein, der Aufbau der Tourismusindustrie schob einen Verdrängungsprozess an.
Für Bauland wurden Bäume gerodet. Mit dem Verschwinden der Mandelbäume wandelte sich das Landschaftsbild, gleichzeitig versank der Wirtschaftszweig in Bedeutungslosigkeit.
Seit den 1980er Jahren ist die Erntemenge so gering, dass kaum verlässliche Statistiken vorliegen; 1999 sollen es immerhin noch 3.300 Tonnen jährlich gewesen sein; die Agro-Kooperative Cooprabol schätzt, dass heute gerade mal ein Drittel davon übrig geblieben ist. Heute liegen die größten Mandelanbaugebiete in den USA. Von dort wird fleißig exportiert – auch nach Portugal, das selbst nur noch Weltranglisten-Zehnter unter den Produzenten ist.
[TABLE="class: tr-caption-container"]
[TR]
[TD="align: center"]
[/TD][/TR]
[TR]
[TD="class: tr-caption, align: center"][/TD]
[/TR]
[/TABLE]
Noch vor einer Dekade schien das Ende der Mandeln im gesamten Mittelmeerraum nicht fern.
Inzwischen haben sich Landwirtschaftskonzerne wieder auf das Naturprodukt besonnen.
Einer der eifrigsten ist der tunesische Obst- und Gemüseerzeuger Soroubat. Er betreibt die Wiederbelebung der Zucht in Nordafrika: Derzeit werden 100 Tonnen jährlich auf 6 Hektar gewonnen, bis 2013 soll die Anbaufläche auf 26 Hektar erweitert werden und 400 Tonnen Mandeln im Jahr erbringen. Fernziele sind weiter gesteckt. Die nordafrikanische Sagenprinzessin müsste heute in ihre Heimat reisen, um den schneeweißen Teppich aus Blütenblättern zu finden.
Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar