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[Perspektive Portugal] Bare Münze : Portugiesen haben Escudos im Wert von 163 Mio € zuhause

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Der Euro feierte gerade seinen zehnten Geburtstag als allgemeines Zahlungsmittel, da gibt die Banco de Portugal bekannt, dass in den Haushalten des Landes noch alte Escudo-Scheine und -Münzen im Gegenwert von 163 Millionen Euro schlummern.
Banknoten können noch bis 2022 bei der Staatsbank in gültige bare Münze umgetauscht werden.

Die Bank schreddert das Altpapier, doch man kann mit dem in Krisenzeiten besonders nostalgisch betrachteten Alt-Geld auch noch einkaufen: An der Lissabonner Avenida Miguel Bombarda betreibt Luís Cardoso ein Geschäft für Kleinmöbel und andere Einrichtungs-Gegenstände. Der Laden heißt „Antes de...“, frei übersetzt: Anno dazumal, vor der Jetztzeit. Passend zum betagten Interieur des Ladens akzeptiert Cardoso Escudos als Zahlungsmittel.
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Nostalgie mit Gegenwert
Wer so bezahle, sei meist selbst ein älteres Semester und habe beim Aufräumen in einer alten Truhe ein paar Scheinchen gefunden oder sie lagen in einem lange nicht gelesenen Buch. Cardoso erzählt, er habe vor sieben Jahren gelesen, wie viele alte Scheine sich noch unter portugiesischen Dächern befänden. Damals sei er auf die Idee gekommen, Escudos anzunehmen, als Verkaufs-Gag. Der kam so gut an, dass Cardoso bis heute daran festhält. 2011 verkaufte er Ware im Wert von fünftausend Euro im Tausch gegen Escudos, Wechselgeld gibt es in Euro. Und manche Kunden kämen, weil sie die altvertrauten Noten noch einmal sehen wollen.

Die weniger nostalgische Presse-Mitteilung der Banco de Portugal besagt, der größte Teil des noch vorhandenen Escudo-Vermögens bestehe aus Münzen, die aber seit Ende 2002 nicht mehr umgetauscht werden können. Sie wurden an die staatliche Münzpräge verkauft, die das Metall recycelt hat. Allerdings erst im Jahr 2010. Bis dahin lagerten die Geldstücke in Europas flächengrößter militärischer Anlage, dem Campo de Tiro in Alcochete, einem Truppen-Übungsplatz der Artillerie. Der Altmetallverkauf brachte dem Staat schließlich einen Erlös von 26 Millionen Euro – von dem allerdings ein Teil für die Anmietung des Lagers in Alcochete aufgewendet werden musste.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar

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