Wolfgang
Teammitglied
So ein Dorffest ist für die Landbevölkerung Portugals die Attraktion des Jahres.
In unserem kleinen Dorf - in dem auch Heinrich der Seefahrer lange Jahre gelebt hat - ist es da nicht anders.
Eine Folklore- Gruppe demonstriert zu Beginn des Festes, wie früher in Portugal gefeiert und gesungen wurde und ich kann da durchaus Parallelen zu bayrischer Kultur, was das Drehen der Mädels in ihren Röcken anbelangt, feststellen.
Alt und Jung tanzen danach fröhlich gemeinsam zu "musica pimba" - was in etwa unserer Volksmusik entspricht. Anfangs tanzen auch gerne die Mädels alleine untereinander; das dient natürlich nur zu einem einzigen Zweck: um sich den Herren der Schöpfung möglichst reizvoll zu präsentieren - und nicht ohne verstohlene und auffordernde Blicke an den von ihr begehrten Jüngling zu werfen, der später hoffentlich anbeißt und die Dame des Herzens dann - wenn er sich genug Mut angetrunken hat - auch zum Tanz bittet.
Vorher wird jedoch ausgiebig gegessen. Traditionell "frango piri piri" - gegrillte, halbierte Hähnchen auf Holzkohle in halben Ölfässern.
Eine Losbude darf bei so einem Fest natürlich auch nicht fehlen. Im Gegensatz zu Deutschland, kann man hier nicht nur Einzellose kaufen, sondern auch gleich ein ganzes Paket im Plastiksack (50 Lose für 5 Euro) oder die Variante 2 - Kuverts zu 1,2 und 5 Euro. In diesen Kuverts sind garantierte Gewinne - ohne Nieten. Es ist nur schlecht - und das passiert jedes Jahr mit schöner Regelmäßigkeit - wenn die kleinen Gewinne aus dem Plastiksäckchen die gleichen Nummern haben wie die großen Gewinne aus dem Kuvert - und die Lose haargenau identisch aussehen. Da ist die Konfusion groß, zumal jeder Gewinn peinlich genau handschriftlich erfasst wurde und bei der Ausgabe einzeln ausgestrichen wird. Es hat am Ende des Festes in keinem Jahr bisher gestimmt. Aber das gehört dazu. Die 3 Damen in der Losbude sind sich jährlich regelmäßig in den Haaren und die Diskussionen darüber in der Bude sind einfach köstlich. Meine Nachbarin und ich kaufen jedes Jahr gemischte Lose und freuen uns immer wieder auf die Varianten, die bei der Gewinnausgabe zelebriert werden. Man muss nur viel Zeit mitbringen. Eine Lösung gibt es jedes Jahr und die sieht immer anders aus. Dies gewährt immer tiefe Einblicke in die Denkweise der Landbevölkerung.
Die Musik hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre natürlich auch verändert. Früher galt: Hauptsache laut - und die Mikrofone und Lautsprecher brachten nur ein extrem unangenehmes Krächzen hervor. Heute sind die Alleinunterhalter technisch up to date und die Musik klingt jetzt angenehm, wenn auch immer noch viel zu laut für unsere Ohren. Musica pimba ist - im Gegensatz zum Fado - eine leichte, beschwingte Musikrichtung, auf die sich extrem gut tanzen lässt.
Ein weiterer Unterschied ist: Wenn in Deutschland die Feste zu Ende gehen um spätestens 23 Uhr - geht es hier erst richtig los bis früh um 5. Die Nachbarn stört es nicht, weil die selber auf dem Fest sind. Klagen über Ruhestörung sind in Portugal nicht existent.
Ich habe ein kleines Filmchen gemacht und ich denke, es wird bei Vielen Urlaubsgefühle wecken und Erinnerungen hervorrufen. Trotz aller Not hat es die Bevölkerung nicht verlernt, miteinander zu feiern. Man sieht nur fröhliche Gesichter und für ein paar Stunden ist die Realität vergessen, man isst und trinkt gemeinsam. Das ist mit ein Grund, warum ich in diesem Land so gerne lebe, wenn es auch manchmal schwer fällt.
In unserem kleinen Dorf - in dem auch Heinrich der Seefahrer lange Jahre gelebt hat - ist es da nicht anders.
Eine Folklore- Gruppe demonstriert zu Beginn des Festes, wie früher in Portugal gefeiert und gesungen wurde und ich kann da durchaus Parallelen zu bayrischer Kultur, was das Drehen der Mädels in ihren Röcken anbelangt, feststellen.
Alt und Jung tanzen danach fröhlich gemeinsam zu "musica pimba" - was in etwa unserer Volksmusik entspricht. Anfangs tanzen auch gerne die Mädels alleine untereinander; das dient natürlich nur zu einem einzigen Zweck: um sich den Herren der Schöpfung möglichst reizvoll zu präsentieren - und nicht ohne verstohlene und auffordernde Blicke an den von ihr begehrten Jüngling zu werfen, der später hoffentlich anbeißt und die Dame des Herzens dann - wenn er sich genug Mut angetrunken hat - auch zum Tanz bittet.
Vorher wird jedoch ausgiebig gegessen. Traditionell "frango piri piri" - gegrillte, halbierte Hähnchen auf Holzkohle in halben Ölfässern.
Eine Losbude darf bei so einem Fest natürlich auch nicht fehlen. Im Gegensatz zu Deutschland, kann man hier nicht nur Einzellose kaufen, sondern auch gleich ein ganzes Paket im Plastiksack (50 Lose für 5 Euro) oder die Variante 2 - Kuverts zu 1,2 und 5 Euro. In diesen Kuverts sind garantierte Gewinne - ohne Nieten. Es ist nur schlecht - und das passiert jedes Jahr mit schöner Regelmäßigkeit - wenn die kleinen Gewinne aus dem Plastiksäckchen die gleichen Nummern haben wie die großen Gewinne aus dem Kuvert - und die Lose haargenau identisch aussehen. Da ist die Konfusion groß, zumal jeder Gewinn peinlich genau handschriftlich erfasst wurde und bei der Ausgabe einzeln ausgestrichen wird. Es hat am Ende des Festes in keinem Jahr bisher gestimmt. Aber das gehört dazu. Die 3 Damen in der Losbude sind sich jährlich regelmäßig in den Haaren und die Diskussionen darüber in der Bude sind einfach köstlich. Meine Nachbarin und ich kaufen jedes Jahr gemischte Lose und freuen uns immer wieder auf die Varianten, die bei der Gewinnausgabe zelebriert werden. Man muss nur viel Zeit mitbringen. Eine Lösung gibt es jedes Jahr und die sieht immer anders aus. Dies gewährt immer tiefe Einblicke in die Denkweise der Landbevölkerung.
Die Musik hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre natürlich auch verändert. Früher galt: Hauptsache laut - und die Mikrofone und Lautsprecher brachten nur ein extrem unangenehmes Krächzen hervor. Heute sind die Alleinunterhalter technisch up to date und die Musik klingt jetzt angenehm, wenn auch immer noch viel zu laut für unsere Ohren. Musica pimba ist - im Gegensatz zum Fado - eine leichte, beschwingte Musikrichtung, auf die sich extrem gut tanzen lässt.
Ein weiterer Unterschied ist: Wenn in Deutschland die Feste zu Ende gehen um spätestens 23 Uhr - geht es hier erst richtig los bis früh um 5. Die Nachbarn stört es nicht, weil die selber auf dem Fest sind. Klagen über Ruhestörung sind in Portugal nicht existent.
Ich habe ein kleines Filmchen gemacht und ich denke, es wird bei Vielen Urlaubsgefühle wecken und Erinnerungen hervorrufen. Trotz aller Not hat es die Bevölkerung nicht verlernt, miteinander zu feiern. Man sieht nur fröhliche Gesichter und für ein paar Stunden ist die Realität vergessen, man isst und trinkt gemeinsam. Das ist mit ein Grund, warum ich in diesem Land so gerne lebe, wenn es auch manchmal schwer fällt.
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