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[Suite101 Portugal] Der Stausee von Alqueva

Der größte Stausee der EU war anfangs für die Landwirtschaft bestimmt. Doch letztendlich wird er eher der Tourismusbranche dienen.

Wer von Mitteleuropa nach Faro fliegt, überfliegt den Stausee, der wie ein gefiederter Ast aussieht. Er erstreckt sich über 83 km, hat eine Fläche von 250 km[SUP]2[/SUP], eine Uferlänge von ca. 1200 km und verfügt über ein maximales Stauvolumen von 4.150.000.000 Kubikmetern. Seine Staumauer ist 96 m hoch und 459 m lang. Die in der Staumauer eingebrachten Turbinen bieten eine Kapazität von 260 MW an Elektrizität. Der hier aufgestaute Guadiana hat mit dem unerwartet regenreichen Winter 2009/2010 sein volles Volumen bei 152 m über Meereshöhe erreicht. Ein kleiner Teil liegt in der spanischen Provinz Badajoz, der größte Teil gehört zur portugiesischen Region Alentejo.
Alqueva als Wasserspeicher für die Landwirtschaft und nationale Wasserreserve

Der Stausee von Alqueva liegt in Portugals größter, aber schwach besiedelster Provinz, dem Alentejo, wo extrem niedrige Niederschlagsmengen den Landwirten zu schaffen machen. Schon in den 1950er Jahren verfolgte man die Absicht, die extensiv gehaltenen Trockenkulturen in intensive, bewässerte Felder und Haine zu verwandeln. Mit Portugals Übergang zur Demokratie verstärkte sich die Forderung nach Wasser für die Landwirtschaft. 1976 begann man in der Nähe des Dorfes Alqueva den Guadiana aufzustauen. Doch die Arbeiten wurden vor allem aus Geldmangel fast zwanzig Jahre lang suspendiert. „Baut mich, verdammt noch mal!“ hallte in den Medien der Slogan der alentejanischen Bevölkerung hinsichtlich des Stausees. Das Megabauprojekt wurde als Allheilmittel gegen die schwierige wirtschaftliche Lage der Region gesehen.

In den 1990er Jahren, und mit der finanziellen Unterstützung der EU, entschied man sich, den Stausee von Alqueva und das dazu gehörige Projekt an Infrastrukturen endlich in Angriff zu nehmen. 2002 war es soweit, die Schleusen wurden geschlossen, das Wasser begann sich anzusammeln.

Bis 2025 soll ein Wasserverteilungsnetz gebildet werden, das bis in die Küstenzone vom Alentejo reichen und 110.000 ha umfassen soll. Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
 
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