Aktuelles

[Perspektive Portugal] (Verdienst)Zahlen zum Arbeitsmarkt

Jeder zweite Arbeitslose in Portugal ist verheiratet oder lebt in einer offiziellen Lebensgemeinschaft (união de facto). Immer häufiger verbergen sich hinter der ständig steigenden Arbeitslosenstatistik Schicksale ganzer Familien, denn einer Untersuchung der Zentrale der portugiesischen Arbeitsämter (Instituto de Emprego e Formação Profissional; IEFP) zufolge hat sich im Laufe eines Jahres die Zahl der Ehepaare und Zusammenlebenden verdoppelt, bei denen beide Partner ihre Stelle verloren haben:
Bei Ehepaaren registriert die Behörde seit Juni 2011 einen Zuwachs von 92 Prozent, bei gemeinsam Lebenden sogar um gut 137 Prozent. Derzeit können 8.316 Paare ihre Existenz nur durch Beihilfen der staatlichen Sozialversicherung sichern. Arbeitslosenstatistiken, die die soziale Situation des Partners berücksichtigen gibt es erst seit 2010 und im sozialen Abseits stehende Paare sind seitdem stetig mehr geworden.
Insgesamt nahm die Zahl aller Arbeitslosen in den letzten zwölf Monaten um 24,5 Prozent zu
, derzeit suchen 646.000 Menschen eine Stelle.

Wer Arbeit hat, sieht sich zum Teil mit ungewöhnlich anmutenden Gehaltsstrukturen konfrontiert. Zudem sind die meisten ausgeschriebenen Stellen zeitlich befristet, viele laufen im Rahmen eines Stimulierungsprogramms der Regierung und werden staatlich bezuschusst.
Eine weitere Analyse des IEFP der dreitausend im Lande verfügbaren Stellenangebote auf der Amtswebseite Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbarergab, dass Handwerker wie Schlosser, Klempner oder Installateure zum Teil ebenso hohe oder höhere Einkommen erzielen können als Anwälte, Ingenieure oder Architekten.
Allerdings sind die genannten Gehälter für alle Berufe sehr niedrig: Eine Firma in Lousada sucht über Netemprego einen Maschinenbauingenieur mit Kenntnis dreier Fremdsprachen und bieten sechshundert Euro Gehalt. Für ein Salär von achthundert Euro hingegen kann ein Maschinenschlosser in Pombal eine Stelle finden, ein Installateur in Alcobaça oder ein Rohrleger in Valença, aber auch ein Architekt in Viana do Castelo oder ein Bauzeichner (mit neun abgeschlossenen Schuljahren) in Marinha Grande, sowie ein Konditor in Sabugal – ihm wird allerdings auch eine Unterkunft geboten.
Eine Firma in Coruche sucht einen Elektriker, dem lediglich der Abschluss der vierten Klasse abverlangt wird, und bietet 750 Euro. Für fünfzig Euro weniger haben Arbeitgeber in Santa Maria da Feira Stellen für einen Arbeiter in einer Korkfabrik und für einen Klempner. Für dasselbe Gehalt werden in Lissabon und Faro Bauingenieure gesucht – perfekte Englischkenntnisse sind Einstellungsvoraussetzung.
Die meisten Stellen sind mit der Bezahlung des nationalen Mindestlohns von 485 Euro ausgeschrieben und zwar quer durch alle Berufe und Ausbildungsniveaus, unter anderem für einen Agraringenieur in Trancoso, einen Erntehelfer in Mora und einen Traktorfahrer in Viana do Castelo (der soll noch 68 Euro unter Mindestlohn erhalten). Ein Hausverwalterehepaar in Covilhã kann gemeinsam 1.500 Euro verdienen.
Doch es gibt auch deutlich höher dotierte Stellen, wie die eines Maschinenschlossers in Alvalade (1.500 Euro), für einen Qualitätskontrolleur in Guarda sowie zahlreiche Stellen für Informatiker im Raum Lissabon. Die Stellenangebote mit der höchsten Bezahlung (dreitausend Euro) richteten sich an einen Ingeneur in Santo Tirso und an einen Übersetzer für Deutsch und Englisch – ihm/ihr wird eine Dauerstellung versprochen, allerdings auch das Fachvokabular aus den Bereichen Finanzen, Banken und Versicherungen vorausgesetzt. Diese Branchen haben offenbar Zukunft.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar

Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
 
Zurück
Oben