Aktuelles

[Perspektive Portugal] Veni, vidi, ... „Vinci“...

Die Offerte des französischen Bau- und Dienstleistungsmultis Vinci für die Privatisierung des Flughafenbetreibers ANA erschien der portugiesischen Regierung als „das strategisch beste Angebot“ und der lange kontrovers diskutierte Mega-Deal steht vor dem Abschluss: Für 3,08 Milliarden Euro kauft Vinci im kommenden Monat rund 95 Prozent der Anteile an dem bisherigen Staatsbetrieb und garantiert, dass der ANA-Firmensitz in Portugal bleibt und ANA hier zu Lande Steuern zahlen wird.
Unter anderem hatte der deutsche Flughafenbetreiber Fraport mitgeboten und blieb ebenso wie zwei weitere Konkurrenten außen vor. ANA betreibt neben den drei wichtigsten portugiesischen Airports Lissabon, Porto und Faro auch noch vier regionale Flughäfen auf den Azoren sowie den zur zivilen Nutzung ausgebauten, ehemaligen Militär-Flugplatz Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar.


Der Verkauf an die französische Gruppe Vinci führt zur Namensänderung in 'ANA Vinci' und stelle neben dem finanziellen Erlös auch „eine wichtige Weichenstellung für Portugals Flugbetrieb im internationalen Maßstab“ dar, sagte Maria Luís Albuquerque, Staatssekretärin im Finanzministerium. Für den 113 Jahre alten und heute weltgrößten Konzern für Bau- und baunahe Dienstleistungen mit180.000 Mitarbeitern, sei der ANA-Erwerb ein Schritt auf dem Weg der Expansion: Vinci betreibt Flughäfen in Frankreich und Kambodscha, sowie tausende Schnellstraßen, Parkhäuser und andere Verkehrsinfrastruktur in Europa.
Heute erklärte die Firma, nach dem erfolgreichen Abschluss in Lissabon wolle sie sich mit dem logistischen Schlüsselelement ANA nun um den Kauf des Aeroporto do Galeão in Rio de Janeiro bewerben. Der Flughafen, einer der größten in Brasilien, soll 2013 privatisiert werden und verspricht angesichts der bevorstehenden Fußball-WM 2014 und der Olympischen Spiele 2016 bedeutende Einnahmen und Perspektiven.


Die ANA-Privatisierung soll das Staatsdefizit senken, wie zuvor der Verkauf der staatlichen Anteile an den Energieversorgern Galp (im Jahr 2000 teilprivatisiert) und Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar. Daher werden weitere Käufer gesucht, für Werften, die Post CTT, die Sparkasse Caixa Geral de Depósitos, den Elektrizitäts-Netzbetreiber REN (bereits teilprivatisiert in chinesisches und omanischer Eigentum überführt) sowie regionale Wasserversorger.

Auch die Fluglinie TAP ist noch zu haben und soll im März erneut angeboten werden, nachdem der Verkauf an den Großunternehmer German Efromovich in letzter Minute abgesagt wurde. Der in Bolivien geborene Geschäftsmann mit polnischen Wurzeln, der in Brasilien lebt und auch einen kolumbianischen Pass besitzt, hatte nicht die geforderten Sicherheiten für die Finanzierung des Kaufs beigebracht.


Mitte Dezember sprachen sich 55 namhafte Persönlichkeiten, Politiker und Wissenschaftler in einem Manifest gegen die Privatisierung von Schlüsselindustrien und Unternehmen aus, die „von strategischem Interesse für die portugiesische Wirtschaft sind“: Ein Staat, der sich „aus der Wirtschaft zurückzieht, ist ein schwacher Staat, weil er ständig und vollständig von Wirtschaftsgruppen abhängig und ihnen unterworfen ist“, so der Ökonomieprofessor Eugénio Rosa.
Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
 
Zurück
Oben