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[Perspektive Portugal] Spurensuche: die Ursachen der Krise

Cristina Semblano, portugiesische Wirtschaftsprofessorin in Paris, vertrat auf einem Kongress der portugiesischen Auslandsverbände die Auffassung, die seit Jahren zunehmende wirtschaftliche Stagnation sei der Preis, den Portugal dafür zahle, Teil der Eurozone zu sein.
Zum Zeitpunkt der Einführung der gemeinsamen Währung sei die damalige Landeswährung, der
Escudo, um bis zu dreißig Prozent zu hoch bewertet worden, meint Semblano. Diese Schieflage habe bewirkt, dass Portugal immer mehr an Konkurrenzfähigkeit verloren habe. Dies habe noch zugenommen, nachdem sich der EU-Binnenmarkt für osteuropäische Länder und schließlich für den Handel mit China geöffnet habe. Diese Länder hätten Portugal deutliche Marktanteile genommen, da dort „ähnlich wie in Portugal eine wenig differenzierte Produktion vorliegt, allerdings deutlich billiger als hier zu Lande“.
Semblano, die auch zum Beraterstab einiger französischer Banken gehört, sieht in der Hilfe durch portugiesische Emigranten in Europa und Übersee einen wirksamen Beitrag zur Unterstützung des Landes.

Allgemein, so die Hochschullehrerin, könne die Krise in Wirtschaft und Staatsfinanzen „nur von den Völkern selbst gelöst werden“.
Sie verweist auf das Beispiel Island, das unter enormem Druck der Bevölkerung die überschuldeten Banken in den Bankrott gehen ließ und anders als Portugal den Bürgern keine Kürzungen bei gesellschaftlich wichtigen Staatsausgaben zumutete. Stattdessen verhandelte Island immer wieder mit dem Internationalen Währungsfonds und erreichte Fristverlängerungen und eine Teilerlass der Schulden. Gerade würdigte der Internationale Währungsfonds (IWF) den „überraschenden Erfolg“ in Island und erklärte das dortige Krisenprogramm zum Vorbild für andere Staaten unter internationalen Hilfsprogrammen.
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