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[Perspektive Portugal] Salgados: Neues aus der Vergangenheit

Umweltschützer und Anwohner im Bereich der Lagoa dos Salgados haben sich formiert, um den Widerstand gegen eine Ende Juni genehmigte Ferienanlage mit Hotels, Golfplatz und einer Ladenpassage zu verstärken.
Die Lagune ist ein europaweit bekannter und anerkannter Nist- und Brutplatz geschützter Vogelarten; die neuerliche Bebauung im Megaformat in unmittelbarer Nachbarschaft könnte die endgültige Vernichtung des ökologischen Schutzgebietes bedeuten (PERSPEKTIVE PORTUGAL berichtete Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar). Die Öko-Splitterpartei Movimento Partido da Terra (MPT) hat nun gemeinsam mit dem Vogelschutzbund SPEA für den 6. August (14 Uhr) eine Demonstration an der Lagune angekündigt. Das Projekt ist nach Ansicht der Aktivisten „ein Versuch, den größten Schatz der biologischen Vielfalt in der Region zu liquidieren“.

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[TD="align: center"]salgados+mapa+projeto.jpg[/TD]
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[TD="class: tr-caption, align: center"]Das Salgados-Projekt: Seit Jahren bekannt, hat
es auch den Konkurs seines Finanziers überlebt.
Grafik: Grupo Galilei (zum Vergrößern anklicken)[/TD]
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Auch der Bauherr selbst, die Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar, steht in der Kritik der Umweltschützer.
MPT-Politiker Paulo Dias schickte einen harsch formulierten Brief an Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva, in dem er die „Verflechtung des Bauherrn mit den Freimaurern“ anprangert – Galilei-Präsident Fernando Lima ist Großmeister der Grande Oriente Lusitano, Portugals ältester Freimaurerloge. Weiter schrieb Dias, die Bevölkerung habe das Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar (Banco Português de Negócios) noch nicht vergessen und die Grupo Galilei-Firma Finalgarve, zuständig für das Salgados-Projekt,gehörte zu den Aktiva der 2008 verstaatlichten und vor genau einem Jahr erneut privatisierten BPN.

Über die Verwirklichung damaliger Investmentpläne, zu denen auch die vor fünf Wochen im Rathaus von Silves besiegelten Baupläne für Salgados gehörten, wurde viel spekuliert. Auch bei kapitalintensiven Entwicklungsplänen gilt offenbar die Erkenntnis, derzufolge Totgesagte länger leben. Offenbar hat das Salgadosprojekt die Wirrnisse um die BPN überstanden, weshalb die MPT heute kritisiert, die Politiker im Rathaus in Silves und in den Gemeinden hätten das Projekt jetzt mit Blick auf die bevorstehenden Kommunal-Wahlen 2013 abgesegnet, denn „alle wollen sich mit Megaprojekten ein möglichst unübersehbares Denkmal schaffen“.
Der Galilei-Konzern, der auch als Finanzierungsgesellschaft und im Auto-, Immobilien- und Versicherungshandel agiert, hat sich – so steht es auf der Webseite – den Namen des italienischen Renaissancephysikers zum Motto gewählt, weil er „Ideen und Prinzipien verteidigte und flexibel gegenüber Widrigkeiten war“.

Manch einer verbindet die Lagoa dos Salgados mit Golfspiel, andere mit einem Traumstrand, doch geriet das Gebiet in der Vergangenheit aus anderen Gründen mehrfach in die Schlagzeilen, etwa als 2009 mitten in der Brutzeit der Vögel widerrechtlich ein Wasserabfluss gegraben wurde. Das Amt für Regionalentwicklung CCDR-Alg hatte das trotzdem abgesegnet, um den Golfplatz Salgados mit Hilfe der Abflussrinne zwischen dem Sportplatz und dem Meer zu entwässern – aufgrund schlechter Planung kann das Green bei anhaltendem Regen versumpfen, denn der Platz liegt zu tief.
Lagoa dos Salgados entleert“ und „Eine Wüste entsteht“ schrieb die Landespresse und die Anwohner sagten damals wie heute: „Endlich wird darüber berichtet, aber das waren nicht die einzigen Öko-Attentate und die Lage hat sich nicht gebessert“.

Auch damals stand eine Luxus-Wohn- und Ferienanlage im Zentrum der Kritik, die Herdade dos Salgados, deren Werbung sich auf die malerische Lage im Vogelparadies stützte, doch sei „der Golfplatz anscheinend wichtiger und Abpumpen zu teuer“, so ein Sprecher der SPEA damals. Der Vogelschutzbund forderte schon 2005 den Bau eines Siels, denn „es ist gesetzlich geregelt, dass die Vögel in diesem Biotop nicht gestört werden dürfen“. Und schon 2009 erklärten Anwohner: „Investoren hätten eben hier leichteres Arbeiten, wenn die Lagune verschwinden würde.“
Es gibt eine Vorahnung dessen, was die erneuten Bauarbeiten vermutlich ab 2013 mit sich bringen: Wie schon bei der Ausschachtung für das Hotel bei Golfe dos Salgados werden gewaltige Mengen Grundwasser hochgepumpt, die das Land überschwemmen und für dessen Abfluss „wieder die Lagune beschädigt werden wird“, fürchten Anwohner. Die Öko-Partei MPT sei keinesfalls angetreten, um den Tourismus auszubremsen, sie wolle aber „nicht um jeden Preis“ dessen Förderung. An die Ankündigung, das Projekt schaffe langfristig Arbeitsplätze, glaubt Paulo Dias nicht.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar

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