Aktuelles

[Perspektive Portugal] Proben und Exempel

Proben, wie im jüngsten europaweiten Fleischskandal, aber auch andere Lebensmittel, die auf Verträglichkeit oder eventuelle Kontamination untersucht werden sollen, finden häufig ihren Weg in das Labor der Firma Biopremier in Lissabon. Hier wurden auch Fertiggerichte aus Deutschland untersucht um festzustellen, ob sich in der Gehacktesfüllung Pferdefleisch befand.

Biopremier ist als Labor für DNA-Tests in der Lebensmittelanalyse
international anerkannt; in Europa wird das Verfahren nur in etwa einem Dutzend Labors angewandt. In Portugal ist Biopremier das einzige Institut, das Molekulardiagnostik bei Lebensmitteln durchführt. Aufträge aus vielen Ländern liegen vor, in der heißen Phase des Pferdefleischverdachts nahm die Zahl exponentiell zu, Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar.
Das Labor untersucht täglich im Schnitt dreihundert davon. Binnen einer Woche erhält der Kunde sein Ergebnis, die Analyse kostet zwischen 35 und siebzig Euro.
Der Lebensmittelchemiker Manuel Rodrigues hat Biopremier vor zehn Jahren mit einem Kollegen gegründet; beide waren damals Forscher an Lissabonner Universitäten.
Rodrigues garantiert seinen Kunden, die vor allem aus Portugal, Deutschland, Großbritannien, Spanien, Belgien, Frankreich und Italien kommen, absolute Diskretion, Namen werden nicht preisgegeben. Entdeckt das Labor allerdings gesundheitsgefährdende Stoffe, so muss es die Behörden informieren.

[TABLE="class: tr-caption-container"]
[TR]
[TD="align: center"]Lebensmittel+Biopremier.jpg
[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD="class: tr-caption, align: center"] Das Vertrauen in die Lebensmittel-
Industrie ist auf dem Tiefpunkt
[/TD]
[/TR]
[/TABLE]
Nach dem Pferdefleischskandal und den aus Deutschland bekannt gewordenen Fällen dubioser Bio-Eier und verunreinigter Milch wachse das Bewusstsein für gesunde Ernährung. Gleichzeitig sinke das Vertrauen in die Lebensmittel-Industrie auf einen Tiefpunkt.
Biopremier erhält nun auch vermehrt Proben aller erdenklichen Nahrungsmittel aus vielen Ländern und hat in einigen Fischprodukten Zweifelhaftes entdeckt. Es liege allerdings „eine gewisse Ironie darin, dass die Verdachtsfälle parallel zur steigenden Reglementierung zunehmen“, so Rodrigues.
Einiges, was heute als bedenklich eingestuft werde, galt vor Kurzem noch als nicht zu beanstanden. Zudem erschwert die Globalisierung vieler Einzelprodukte die Lebensmittelkontrolle in besonderem Maße: Ein simples Fleischklößchen kann Zutaten aus sechs oder sieben verschiedenen Herkunftsorten enthalten. Die verschärfte Gesetzgebung für die Hersteller „hilft nicht immer, solange der Handel schlicht und einfach alles einkauft und anbietet“. „Betrugist das eigentliche Problem für die öffentliche Gesundheit und nicht so sehr die Reglementierung“, sagt der Lebensmittelchemiker.

Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
 
Zurück
Oben