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[Perspektive Portugal] Ostertraditionen

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Das Osterfest ist neben seinem religiösen Urgrund auch die Zeit, in der Portugal den Frühling begrüßt. Entsprechend reichhaltig und voller Abwechslung sind die Sitten und Gebräuche, die in diesen Tagen aufleben.

Castelo de Vide im Alentejo ist bekannt für fröhliches und lautes Treiben mit heidnischen Ursprüngen am Ostersamstag, wenn gegen 23 Uhr die chocalhos mit Glocken und Schellen durch die Stadt ziehen und ein nächtliches Volksfest einleiten, an dem in jedem Jahr mehr ausländische Besucher und Zugezogene teilnehmen. Die örtliche Gastronomie widmet ihre Menüs des Osterfest, mit dem Osterkuchen folar, Quarkgebäck und Speisen rund um das Osterlamm – die Rezepte dazu liefern die ältesten Damen der Gemeinde.
Das Lamm gehört auch zum religiösen Teil der Feste, die Herden werden gesegnet. Eine Karfreitagsprozession erinnert an die Kreuzigungsgeschichte, am Ostersonntag ist die Festa das Flores der Auferstehung gewidmet. Kirche und Stadt organisieren und begehen die Feiern seit vierhundert Jahren gemeinsam, wie die Gemeinde-Annalen im Stadtarchiv belegen.

Montalegre in der Nordregion Trás-os-Montes kennt die Judas-Bestrafung, das allerdings mit ganz eigener Interpretation der Rolle des Apostels: Satirisch-symbolisch werden Judaspuppen verbrannt, gesteinigt, erdolcht oder ertränkt als Sanktion dafür, dass er mit seinem Handeln vor zweitausend Jahren schließlich auch die Entbehrungen der Fastenzeit verschuldet hat.

Auch die Universitätsstadt Coimbra, die Orte Sever do Vouga und Figueira da Foz, sowie einige Alentejogemeinden begrüßen vor allem das Ende der Fastenzeit: Der „Enterro do Bacalhau“, das „Stockfisch-Begräbnis“ versinnbildlicht das Ende der fleischlosen Ernährung. Bevor Portugals traditioneller Fisch bis auf Weiteres vom Speiseplan verbannt wird, erlebt er eine Gerichtsverhandlung, an deren Ende stets die Verurteilung steht. In einer Prozession wird er zur letzten Ruhestätte geleitet und sein Begräbnis ist Anlass, gleich auch über Vorkommnisse der jüngsten Zeit zu lästern und zu lachen.

In Matosinhos gehört die Osterzeit dem rituellen Frühjahrsputz – symbolisch wie auch ganz direkt. Ist das Haus blitzblank, legen die Bewohner Blumen und Kräuter auf die Schwelle, um den Geist des Osterfestes (und andere Besucher) willkommen zu heißen. Am österlich mit Bisquitgebäck, Fleischbällchen, Portwein, Likör und Früchte gedeckten Ostertisch nimmt nicht selten auch der Pfarrer Platz und holt gleichzeitig eine Spende für die Kirchen-Gemeinde ab.

São Brás de Alportel im Algarve kennt eine der ältesten Prozessionen im Land: Die Festa das Tochas Floridas am Ostersonntag taucht die Stadt in ein Blütenmeer; schätzungsweise drei Tonnen Blumen, dazu duftender Lavendel und Rosmarin, werden durch die Straßen getragen, an Fassaden befestigt oder auf den Straßen drapiert. Am Largo de São Sebastião findet eine Süßigkeitenmesse dankbare und erfreute Besucher.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar

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