Eine Initiative ermahnt die Verbraucher, bei der Wahl an Obst- und Gemüsetheke nicht auf die Makellosigkeit der Ware fixiert zu sein, die zumeist nichts mit Qualität und Geschmack zu tun habe.
Das Projekt 'Fruta Feia' hat jetzt bei einem Ideenwettbewerb der Fundação Gulbenkian eine Auszeichnung errungen: Verbraucherkooperativen treten in direkten Kontakt mit Erzeugern und kaufen erntefrisches Obst und Gemüse, das in Form oder Farbe nicht der Ästhetik der Gemüsetheken in Supermärkten entspricht und deshalb allzu oft in frischem Zustand im Müll landet. Auch die Umwege über Distributionsketten entfallen bei diesem Projekt. Langfristig möchte sich die Initiative selbst überflüssig machen, wenn es ihr gelingen könnte, den Blick der Verbraucher auf ihre Speisen zu verändern und damit auch die Politik der Supermärkte beim Einkauf.
Nicht erst seit dem Aufsehen erregenden Film „Taste the Waste“ des deutschen Dokumentarfilmers Valentin Thurn wird die Verschwendung von Lebensmitteln diskutiert. Thurn recherchierte, dass in Deutschland etwa die Hälfte aller Lebensmittel weggeworfen wird: Jede zweite Kartoffel, jedes zweite Salatkopf und jedes fünfte Brot. Vieles kommt schon in den Müll, bevor es den Verbraucher erreicht hat.
Nun beginnt auch in Portugal die Erörterung des Themas. Die Verbraucherschutzorganisation Deco hat recherchiert, dass in Portugal jedes Jahr gut eine Tonne Essbares ungenutzt im Abfall landet. Das sind bis zu siebzehn Prozent der heimischen Lebensmittelproduktion.
Dreißig Prozent der trotz Frische im Müll entsorgten Lebensmittel kommen aus Supermärkten; ein weiteres Drittel kommt aus Haushalten, das Übrige wird bereits im Herstellungsprozess zu Müll oder beim Transport oder in der Industrie vernichtet.
Im europäischen Vergleich gehen die Portugiesen jedoch umsichtiger mit dem Essen um als ihre Nachbarn: Statistisch wirft jeder private Verbraucher hierzulande 97 Kilo ungebrauchte Speisen pro Jahr weg, der EU-Schnitt liegt bei 280 Kilo. Die Daten entstammen der Studie 'Do campo ao garfo – desperdício alimentar em Portugal' ('Vom Feld auf die Gabel – Lebensmittel-Verschwendung in Portugal'), die im Studienzentrum für Nachhaltigkeits-Strategien Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar entstand, einer Nichtregierungs-Organisation. Die Verschwendung betrifft dabei nicht nur das Essbare, sondern auch die Ressourcen Wasser und Strom, die zur Herstellung nötig waren, sowie die Felder und Ställe, auf und in denen die Rohstoffe gewachsen sind.
[DLMURL="http://www.perspektive-portugal.info/2013/06/nicht-makellos-aber-wertvoll-eine.html"]zum Originalartikel >>>[/DLMURL]
Das Projekt 'Fruta Feia' hat jetzt bei einem Ideenwettbewerb der Fundação Gulbenkian eine Auszeichnung errungen: Verbraucherkooperativen treten in direkten Kontakt mit Erzeugern und kaufen erntefrisches Obst und Gemüse, das in Form oder Farbe nicht der Ästhetik der Gemüsetheken in Supermärkten entspricht und deshalb allzu oft in frischem Zustand im Müll landet. Auch die Umwege über Distributionsketten entfallen bei diesem Projekt. Langfristig möchte sich die Initiative selbst überflüssig machen, wenn es ihr gelingen könnte, den Blick der Verbraucher auf ihre Speisen zu verändern und damit auch die Politik der Supermärkte beim Einkauf.
Nicht erst seit dem Aufsehen erregenden Film „Taste the Waste“ des deutschen Dokumentarfilmers Valentin Thurn wird die Verschwendung von Lebensmitteln diskutiert. Thurn recherchierte, dass in Deutschland etwa die Hälfte aller Lebensmittel weggeworfen wird: Jede zweite Kartoffel, jedes zweite Salatkopf und jedes fünfte Brot. Vieles kommt schon in den Müll, bevor es den Verbraucher erreicht hat.
Nun beginnt auch in Portugal die Erörterung des Themas. Die Verbraucherschutzorganisation Deco hat recherchiert, dass in Portugal jedes Jahr gut eine Tonne Essbares ungenutzt im Abfall landet. Das sind bis zu siebzehn Prozent der heimischen Lebensmittelproduktion.
Dreißig Prozent der trotz Frische im Müll entsorgten Lebensmittel kommen aus Supermärkten; ein weiteres Drittel kommt aus Haushalten, das Übrige wird bereits im Herstellungsprozess zu Müll oder beim Transport oder in der Industrie vernichtet.
Im europäischen Vergleich gehen die Portugiesen jedoch umsichtiger mit dem Essen um als ihre Nachbarn: Statistisch wirft jeder private Verbraucher hierzulande 97 Kilo ungebrauchte Speisen pro Jahr weg, der EU-Schnitt liegt bei 280 Kilo. Die Daten entstammen der Studie 'Do campo ao garfo – desperdício alimentar em Portugal' ('Vom Feld auf die Gabel – Lebensmittel-Verschwendung in Portugal'), die im Studienzentrum für Nachhaltigkeits-Strategien Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar entstand, einer Nichtregierungs-Organisation. Die Verschwendung betrifft dabei nicht nur das Essbare, sondern auch die Ressourcen Wasser und Strom, die zur Herstellung nötig waren, sowie die Felder und Ställe, auf und in denen die Rohstoffe gewachsen sind.
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