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[TD="class: tr-caption, align: center"] Heute ist der Welttag des Brotes. Einige Gemeinden tragen das Brot in ihrem Wappen [/TD]
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Brot ist ein Sinnbild der menschlichen Existenz, nichts versinnbildlicht sowohl Hunger als auch Wohlergehen in der Geschichte der Zivilisation so, wie ein Laib Brot. Um Brot wurden Kriege ausgetragen. Von ihm leben nicht nur die, die es essen.
Vidigueira im Alentejo ist bekannt für Wein und stellt sich auf den Ortsschildern doch als „Terras de Pão, Gentes de Paz“ vor: „Land des Brotes – Leute des Friedens“. Der öffentliche Backofen ist aus vielen kleinen Ortschaften nie ganz verschwunden und wird in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten wieder besonders eifrig genutzt, nicht nur von betagten Bewohnern.
Umso mehr verwundert es viele Menschen, dass sich immer weniger junge Leute in Portugal für das Bäckerhandwerk interessieren. Seit es „nicht mehr fein ist, einen Handwerksberuf zu erlernen und Politiker die Universitäten als Zukunftsinvestition schmackhaft machen“, suchen nicht nur Bäcker oft vergeblich nach Lehrlingen. Ursache oder Konsequenz: es gibt landesweit gerade mal eine Handvoll Berufsschulen des Lebensmittelhandwerks, in denen Bäcker ihr Handwerk lernen könnten.
In der vergangenen fünf Jahren haben gut tausend Bäcker ihre Backstuben für immer geschlossen. Doch ist es nicht nur der fehlende Nachwuchs: Die Krise habe Verbraucher dazu gebracht, Brot durch billigere Lebensmittel zu ersetzen. Über fünfzehn Euro könne man pro Monat einsparen, wenn man statt knuspriger papos secos oder ofenfrischen Brotes billiges, auf Standardform gebrachtes, eingeschweißtes Supermarktbrot kaufe, so der Bäckerverband Associação do Comércio e Indústria da Panificação (ACIP).
Der Verkauf in den Padarias sinkt seit drei Jahren zweistellig und bedroht die Existenz vieler der insgesamt zehntausend Brotfabrikanten, von der Familienbäckerei bis zur industriellen Brotfabrik. Sie sind verantwortlich für einhunderttausend Arbeitsplätze.
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[TD="class: tr-caption, align: center"]Frische Papos secos [/TD]
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Joana Benta Roque, die populärste Bäckerin in Vidigueira, backte „vor vierzig Jahren bis zu tausend Brote am Tag“ und versorgte die Menschen bis ans Südufer des Tejo. Heute stellt Joanas Padaria noch etwa sechzig Brote täglich her.
Schließlich sei der moderne Mensch „durch die ganze Schnellkost und die Konserven“ geschmacksverirrt, sagt eine ältere Kundin: „In der Stadt streiten sich die Leute, welcher Supermarkt das bessere Brot hat, dabei kommt alles vorgebacken aus denselben Brotfabriken und wird nur noch aufgebacken“.
Ähnlich wie in Deutschland kauft nicht einmal jeder zweite Verbraucher sein Brot regelmäßig in der Bäckerei, sagen Marktforscher. Die Bäcker verlieren seit Jahren Marktanteile an Lebensmitteldiscounter und Supermärkte.
ACIP-Präsident Carlos Alberto versucht, den aktuellen Zustand des Bäckerhandwerks in Zahlen zu fassen: Weltweit ist der Getreidepreis konstant hoch und steht durch Verknappung jetzt gerade vor erneuten Preissteigerungen. Das belegt der Trend an der Pariser Getreidebörse Matif. Das wird so bleiben: Nach Angaben der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO ist die Versorgungslage schwierig. Carlos Alberto prognostiziert weitere Brotpreis-Steigerungen in Portugal: „Brot ist eine globalisierte Angelegenheit und der Brotpreis wird in Portugal nicht subventioniert“.
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[TD="class: tr-caption, align: center"]Im Brotmuseum in Seia[/TD]
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Der Bäckerbund ACIP möchte dem Berufsstand seine „Würde zurückgeben, denn er ist mit Lebensmittelhygiene und Gesundheit verbunden und leistet einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaft“, sagt Carlos Alberto und wirbt für eine bessere Ausbildung. Auch Sérgio Carvalho will den Umgang mit dem Grundnahrungsmittel aufwerten: Der Direktor des Brotmuseums in Seia in der Serra da Estrela, einer Sammlung zur Brot-Geschichte in Portugal seit 1640, wünscht sich, in Restaurants, ähnlich der Weinkarte, eine Carta do Pão zu finden, damit „der Gast zu jedem Gericht die passende Brotsorte wählen kann“.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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[TD="class: tr-caption, align: center"] Heute ist der Welttag des Brotes. Einige Gemeinden tragen das Brot in ihrem Wappen [/TD]
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Brot ist ein Sinnbild der menschlichen Existenz, nichts versinnbildlicht sowohl Hunger als auch Wohlergehen in der Geschichte der Zivilisation so, wie ein Laib Brot. Um Brot wurden Kriege ausgetragen. Von ihm leben nicht nur die, die es essen.
Vidigueira im Alentejo ist bekannt für Wein und stellt sich auf den Ortsschildern doch als „Terras de Pão, Gentes de Paz“ vor: „Land des Brotes – Leute des Friedens“. Der öffentliche Backofen ist aus vielen kleinen Ortschaften nie ganz verschwunden und wird in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten wieder besonders eifrig genutzt, nicht nur von betagten Bewohnern.
Umso mehr verwundert es viele Menschen, dass sich immer weniger junge Leute in Portugal für das Bäckerhandwerk interessieren. Seit es „nicht mehr fein ist, einen Handwerksberuf zu erlernen und Politiker die Universitäten als Zukunftsinvestition schmackhaft machen“, suchen nicht nur Bäcker oft vergeblich nach Lehrlingen. Ursache oder Konsequenz: es gibt landesweit gerade mal eine Handvoll Berufsschulen des Lebensmittelhandwerks, in denen Bäcker ihr Handwerk lernen könnten.
In der vergangenen fünf Jahren haben gut tausend Bäcker ihre Backstuben für immer geschlossen. Doch ist es nicht nur der fehlende Nachwuchs: Die Krise habe Verbraucher dazu gebracht, Brot durch billigere Lebensmittel zu ersetzen. Über fünfzehn Euro könne man pro Monat einsparen, wenn man statt knuspriger papos secos oder ofenfrischen Brotes billiges, auf Standardform gebrachtes, eingeschweißtes Supermarktbrot kaufe, so der Bäckerverband Associação do Comércio e Indústria da Panificação (ACIP).
Der Verkauf in den Padarias sinkt seit drei Jahren zweistellig und bedroht die Existenz vieler der insgesamt zehntausend Brotfabrikanten, von der Familienbäckerei bis zur industriellen Brotfabrik. Sie sind verantwortlich für einhunderttausend Arbeitsplätze.
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Joana Benta Roque, die populärste Bäckerin in Vidigueira, backte „vor vierzig Jahren bis zu tausend Brote am Tag“ und versorgte die Menschen bis ans Südufer des Tejo. Heute stellt Joanas Padaria noch etwa sechzig Brote täglich her.
Schließlich sei der moderne Mensch „durch die ganze Schnellkost und die Konserven“ geschmacksverirrt, sagt eine ältere Kundin: „In der Stadt streiten sich die Leute, welcher Supermarkt das bessere Brot hat, dabei kommt alles vorgebacken aus denselben Brotfabriken und wird nur noch aufgebacken“.
Ähnlich wie in Deutschland kauft nicht einmal jeder zweite Verbraucher sein Brot regelmäßig in der Bäckerei, sagen Marktforscher. Die Bäcker verlieren seit Jahren Marktanteile an Lebensmitteldiscounter und Supermärkte.
ACIP-Präsident Carlos Alberto versucht, den aktuellen Zustand des Bäckerhandwerks in Zahlen zu fassen: Weltweit ist der Getreidepreis konstant hoch und steht durch Verknappung jetzt gerade vor erneuten Preissteigerungen. Das belegt der Trend an der Pariser Getreidebörse Matif. Das wird so bleiben: Nach Angaben der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO ist die Versorgungslage schwierig. Carlos Alberto prognostiziert weitere Brotpreis-Steigerungen in Portugal: „Brot ist eine globalisierte Angelegenheit und der Brotpreis wird in Portugal nicht subventioniert“.
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[TD="class: tr-caption, align: center"]Im Brotmuseum in Seia[/TD]
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Der Bäckerbund ACIP möchte dem Berufsstand seine „Würde zurückgeben, denn er ist mit Lebensmittelhygiene und Gesundheit verbunden und leistet einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaft“, sagt Carlos Alberto und wirbt für eine bessere Ausbildung. Auch Sérgio Carvalho will den Umgang mit dem Grundnahrungsmittel aufwerten: Der Direktor des Brotmuseums in Seia in der Serra da Estrela, einer Sammlung zur Brot-Geschichte in Portugal seit 1640, wünscht sich, in Restaurants, ähnlich der Weinkarte, eine Carta do Pão zu finden, damit „der Gast zu jedem Gericht die passende Brotsorte wählen kann“.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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