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[Perspektive Portugal] Leihmutterschaft

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Bei einer Umfrage der Abteilung für Bioethik an der medizinischen Fakultät der Universität Porto unter jungen Medizinern und Medizin-Studenten höherer Semester im ganzen Land sprach sich die überwältigende Mehrheit für die Legalisierung der Leihmutterschaft in Portugal aus. 83% befürworten die Legalisierung, 67,7% könnten sich vorstellen, nötigenfalls in der eigenen Familienplanung auf eine Leihmutter zurückzugreifen. Sieben von zehn Antworten wurden von Frauen abgegeben. Hintergrund der nicht repräsentativen, aber in Fachkreisen geführten Umfrage ist ein Gesetzentwurf zur Leihmutterschaft, der in diesem Monat auf Antrag der Linkspartei Bloco de Esquerda im Parlament behandelt wird.

Leihmutterschaft ist seit 2006 in Portugal ausdrücklich verboten, entsprechende Verträge sind nichtig und werden mit bis zu zwei Jahren Haft belegt. Die Gebärende wird nach geltendem Recht immer als die Mutter angesehen, egal welches genetische Material das Baby besitzt. Paare aus Portugal bekannten sich offen dazu, in den USA, Indien oder Brasilien ein Baby von einer anderen Frau austragen zu lassen, weil es dort gestattet ist.
Gleichzeitig gibt es Leihmütter auch in Portugal. Die Illegalität begünstige „astronomische Honorare von bis zu 100.000 Euro“, so Studienleiter Rui Nunes. Besonders über das Internet würden Kontakte geknüpft und in Krisenzeiten fänden sich immer mehr Frauen, die in einem solchen Honorar für neun Monate Schwangerschaft den Weg aus einer eigenen Finanzmisere sähen. Eine solche Leihmutter sagte der Journalistin Graça Barbosa Ribeiro, es gebe „auch Kliniken, die vertrauenswürdig sind, wenn jemand ein Kind möchte“. Für Rui Nunes ist das Umfrage-Ergebnis „sehr überraschend“, es zeige „große soziologische Evolution des Denkens bei portugiesischen Medizinern“. Er will die Umfrage dem Parlament zur Verfügung stellen.

In der portugiesischen Gesellschaft wird das Thema bisher wenig diskutiert, doch gerade diese „weitgehende Ahnungslosigkeit der Bevölkerung“ und das bestehende Verbot bewirke, dass „Männer und Frauen ihren Kinderwunsch unter diesem Bedingungen verstecken müssen, als planten sie ein Verbrechen“, so die Journalistin Barbosa Ribeiro. Doch „diese Paare leben unter uns und wir wissen noch nicht einmal etwas von ihren Bedürfnissen“.
Die Linkspartei möchte außerdem das Gesetz zur künstlichen Befruchtung geändert sehen: Es sei "diskriminierend, wenn die Behandlung in Portugal nur Verheirateten erlaubt ist", so ein Sprecher der Partei.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar

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