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[Perspektive Portugal] Im Weinmarkt liegt die Wahrheit

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Vierzig Winzer stellten jetzt ihre Weine auf der Norway Annual Tasting-Messe in Oslo vor und erreichten in einem Jahr eine Exportsteigerung nach Norwegen von gut einem Drittel. Und Winzer aus dem Anbaugebiet Tejo präsentieren ihren Rebensaft auf Messen in New York und Miami und verbuchen bereits im Vorfeld gute Ergebnisse bei den Bestellungen.

Doch wenn Portugal seine Weine auf dem nationalen und internationalen Markt konkurrenzfähig halten wolle, sei dazu eine intensive Kenntnissammlung über die Struktur dieses Marktes sowie die Erforschung des Konsumentengeschmacks nötig, so die These von Paulo Matos Graça Ramos, Wirtschafts- und Sozialforscher der Universidade Fernando Pessoa in Porto. In Portugal werde Wein in sehr vielen kleinen Betrieben hergestellt, die logistisch und finanziell nicht in der Lage seien, Marktforschung zu betreiben und sich auf die Auskünfte von Händlern verließen. Das aber verzerre das Gesamtbild: Jeder Händler bediene
einen bestimmten Kundenkreis und gebe die dort gewonnenen Erkenntnisse an die Winzer weiter, so Ramos, die „oft eine singuläre Auskunft als Abbild des Gesamtmarktes verstehen, was aber so nicht stimmt“.
Deshalb sei es nicht verwunderlich, wenn seit 2011 in Portugal die Verkaufszahlen ausländischer Weinimporte deutlich steigen, während der Absatz portugiesischer Weine stagniert.
Als Beispiel nennt Ramos den aktuellen Boom des italienischen Lambrusco: Der Wein
trifft den Geschmack portugiesischer Weintrinker, ist gerade in Mode und erfolgreich im Verkaufswettrennen mit heimischen Weinen. Diese Tendenz sei „sehr selten in Portugal, aber ein Warnsignal“. Der größte Fehler des Weinbaus in Portugal liege jedoch darin, dass er sich zu sehr darauf beschränke, einfach das anzubieten, was naturgegeben vorhanden ist und schon immer war. In Portugal wie auch in anderen traditionellen Wein-Ländern wie Italien und Frankreich sei es „kaum üblich, selbstkritisch mit seinem Erzeugnis umzugehen“, die Jahrhunderte alte landwirtschaftliche Tradition werde einfach weitergeführt. In relativ jungen Anbaugebieten wie Kalifornien oder Australien „investieren die Winzer viel Zeit in den Vergleich des eigenen mit anderen Weinen und sehen die Branche als Industrie an“, was ein rationalisiertes Herangehen an die Märkte beinhalte.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar

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