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[TD="class: tr-caption, align: center"] Kork und Marmor: Steinerne Installation
des serbischen Künstlers Dragan Vojvodic
als Hommage an die Korkarbeiter des Alentejo[/TD]
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Der Alentejo ist bekannt für Wein und Kork, Landwirtschaft und weites, trockenes Land. Weniger bekannt ist zuweilen, dass die Region in vergangenen Zeiten auch in Steinbrüchen und mit der Verarbeitung des Gesteins, insbesondere Marmor, einen guten Teil seiner Einkünfte erwirtschaftete. Das Handwerk ist ins Hintertreffen geraten: In den 1990er Jahren zählte der Sektor dreitausend Mitarbeiter, heute sei „die Hälfte übrig“, sagt ein Sprecher der Gewerkschaft Bau, Holz, Marmor und Kork. Es geht um Neubelebung und so erhalten gerade 21 Absolventen einer Schulung des zweiten Bildungsweges Zeugnisse, die außer dem Schulabschluss auch eine Berufsausbildung zum Steinmetz oder Steinsetzer bescheinigen.
Wer sich der Kleinstadt Vila Viçosa nähert, sieht von Weitem die Steinbrüche, die dem Ort den Titel als Portugals „Hauptstadt des Marmors“ eintrugen. Die Stadt verfügt über ein [DLMURL="http://museumarmore.cm-vilavicosa.pt/#casa"]Marmor-Museum[/DLMURL]. An den Ausläufern der Serra d’Ossa über Borba bis Estremoz wird der feste, polierfähige Kalkstein aus den Mineralen Calcit, Dolomit und Aragonit seit über zweitausend Jahren gefördert und der Abbau hat klaffende Wunden in die Landschaft gerissen. Der Alentejo-Marmor ist als Baustoff in aller Welt bekannt und für seine Qualität berühmt. An historischen Bauwerken wie dem römischem Diana-Tempel und der im Mittelalter errichteten Kathedrale in Évora wurde das Gestein reichlich verwendet. Auch der Sonnenkönig, Ludwig XIV., ließ den Marmor aus Vila Viçosa für seine Prachtbauten nach Frankreich importieren. Das Kalkgestein aus dem Alentejo wird derzeit bei der Renovierung der im Irak-Krieg beschädigten Paläste eingesetzt. Zahlreiche Monumente der Moderne tragen Teile aus Alentejo-Marmor, etwa im Lissabonner Parque das Nações oder in den Park-Kolonnaden am Potsdamer Platz in Berlin.
Marmor ist Baumaterial und Schmuckstein in einem und ein „Stoff für die Moderne“. In dem Berufsbildungskurs fanden sich Arbeitssuchende und Menschen zusammen, die eine Anstellung haben, sich aber beruflich verändern möchten. Erstaunlich war für den Ausbilder Nelson Cristo vom [DLMURL="http://www.cevalor.pt/formacaoBack.aspx"]Centro Tecnológico para Valorização das Rochas Ornamentais[/DLMURL] mit Sitz in Borba, dass sich auch Frauen für die Arbeit mit dem Gestein interessierten, daneben Künstler wie der Bildhauer Jorge Freire, der neben Skulpturen auch Gebrauchs-Gegenstände fertigt.
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[TD="class: tr-caption, align: center"] FOTO: Augusto Brazio[/TD]
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Trotz seines alten Ruhmes durchlebt der Sektor schwierige Zeiten.
Marmor ist heute vor allem im Innenausbau für Boden- und Treppenbelag und als Rohmaterial für Bildhauer begehrt. Die Arbeit im Marmor-Tagebau ist Fron – schwer und gefährlich. Im Sommer brennt die gnadenlose Sonne. Im Winter macht der Regen den Grund glitschig. Wenn ein neuer gigantischer Block aus dem Berg gebrochen wird, sind die Steinmassen unberechenbar und können unkontrolliert abrutschen. Hat der Bagger die Brocken aus dem Fels gelöst, werden die tonnenschweren Blöcke mit Diamantsägen zerschnitten und zur Weiterverarbeitung gebracht. Auch dabei ist Fingerspitzengefühl nötig, denn die Marmorblöcke sind schwer zu sichern für den Lkw-Transport, besonders, wenn es regnet und staubige Straßen (nicht nur rund um den Tagebau) zur Rutschbahn werden.
Viele Steinbrüche mussten in den vergangenen fünfzehn Jahren schließen. Doch das Wirtschaften mit dem „weißen Gold“ ist überlebenswichtig für den Bezirk; die verarbeitende Industrie hat sich im Umland angesiedelt. Sie erforscht auch die vielfältigen Möglichkeiten des Gesteins. Im italienischen Carrara galt der Kleinstabfall der Marmorförderung lange als nutzlos. Inzwischen ist die Industrie daran interessiert: Marmorabfall ist der ideale Grundstoff für Kalziumtabletten, Zahnpasta und andere Produkte der chemischen Industrie. Dieses Wissen will die Marmorregion Alentejo anwenden und damit auch den Nachwuchs für ein modernes, modernisiertes Berufsbild interessieren. Die Absolventen, die jetzt ihre Diplome erhalten, sind da zunächst einmal als Botschafter in eigener Sache gefragt.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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[TD="class: tr-caption, align: center"] Kork und Marmor: Steinerne Installation
des serbischen Künstlers Dragan Vojvodic
als Hommage an die Korkarbeiter des Alentejo[/TD]
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Der Alentejo ist bekannt für Wein und Kork, Landwirtschaft und weites, trockenes Land. Weniger bekannt ist zuweilen, dass die Region in vergangenen Zeiten auch in Steinbrüchen und mit der Verarbeitung des Gesteins, insbesondere Marmor, einen guten Teil seiner Einkünfte erwirtschaftete. Das Handwerk ist ins Hintertreffen geraten: In den 1990er Jahren zählte der Sektor dreitausend Mitarbeiter, heute sei „die Hälfte übrig“, sagt ein Sprecher der Gewerkschaft Bau, Holz, Marmor und Kork. Es geht um Neubelebung und so erhalten gerade 21 Absolventen einer Schulung des zweiten Bildungsweges Zeugnisse, die außer dem Schulabschluss auch eine Berufsausbildung zum Steinmetz oder Steinsetzer bescheinigen.
Wer sich der Kleinstadt Vila Viçosa nähert, sieht von Weitem die Steinbrüche, die dem Ort den Titel als Portugals „Hauptstadt des Marmors“ eintrugen. Die Stadt verfügt über ein [DLMURL="http://museumarmore.cm-vilavicosa.pt/#casa"]Marmor-Museum[/DLMURL]. An den Ausläufern der Serra d’Ossa über Borba bis Estremoz wird der feste, polierfähige Kalkstein aus den Mineralen Calcit, Dolomit und Aragonit seit über zweitausend Jahren gefördert und der Abbau hat klaffende Wunden in die Landschaft gerissen. Der Alentejo-Marmor ist als Baustoff in aller Welt bekannt und für seine Qualität berühmt. An historischen Bauwerken wie dem römischem Diana-Tempel und der im Mittelalter errichteten Kathedrale in Évora wurde das Gestein reichlich verwendet. Auch der Sonnenkönig, Ludwig XIV., ließ den Marmor aus Vila Viçosa für seine Prachtbauten nach Frankreich importieren. Das Kalkgestein aus dem Alentejo wird derzeit bei der Renovierung der im Irak-Krieg beschädigten Paläste eingesetzt. Zahlreiche Monumente der Moderne tragen Teile aus Alentejo-Marmor, etwa im Lissabonner Parque das Nações oder in den Park-Kolonnaden am Potsdamer Platz in Berlin.
Marmor ist Baumaterial und Schmuckstein in einem und ein „Stoff für die Moderne“. In dem Berufsbildungskurs fanden sich Arbeitssuchende und Menschen zusammen, die eine Anstellung haben, sich aber beruflich verändern möchten. Erstaunlich war für den Ausbilder Nelson Cristo vom [DLMURL="http://www.cevalor.pt/formacaoBack.aspx"]Centro Tecnológico para Valorização das Rochas Ornamentais[/DLMURL] mit Sitz in Borba, dass sich auch Frauen für die Arbeit mit dem Gestein interessierten, daneben Künstler wie der Bildhauer Jorge Freire, der neben Skulpturen auch Gebrauchs-Gegenstände fertigt.
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Trotz seines alten Ruhmes durchlebt der Sektor schwierige Zeiten.
Marmor ist heute vor allem im Innenausbau für Boden- und Treppenbelag und als Rohmaterial für Bildhauer begehrt. Die Arbeit im Marmor-Tagebau ist Fron – schwer und gefährlich. Im Sommer brennt die gnadenlose Sonne. Im Winter macht der Regen den Grund glitschig. Wenn ein neuer gigantischer Block aus dem Berg gebrochen wird, sind die Steinmassen unberechenbar und können unkontrolliert abrutschen. Hat der Bagger die Brocken aus dem Fels gelöst, werden die tonnenschweren Blöcke mit Diamantsägen zerschnitten und zur Weiterverarbeitung gebracht. Auch dabei ist Fingerspitzengefühl nötig, denn die Marmorblöcke sind schwer zu sichern für den Lkw-Transport, besonders, wenn es regnet und staubige Straßen (nicht nur rund um den Tagebau) zur Rutschbahn werden.
Viele Steinbrüche mussten in den vergangenen fünfzehn Jahren schließen. Doch das Wirtschaften mit dem „weißen Gold“ ist überlebenswichtig für den Bezirk; die verarbeitende Industrie hat sich im Umland angesiedelt. Sie erforscht auch die vielfältigen Möglichkeiten des Gesteins. Im italienischen Carrara galt der Kleinstabfall der Marmorförderung lange als nutzlos. Inzwischen ist die Industrie daran interessiert: Marmorabfall ist der ideale Grundstoff für Kalziumtabletten, Zahnpasta und andere Produkte der chemischen Industrie. Dieses Wissen will die Marmorregion Alentejo anwenden und damit auch den Nachwuchs für ein modernes, modernisiertes Berufsbild interessieren. Die Absolventen, die jetzt ihre Diplome erhalten, sind da zunächst einmal als Botschafter in eigener Sache gefragt.Dieser Link ist leider nicht mehr erreichbar
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