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[Perspektive Portugal] Bedenkliche Lohnentwicklung

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[TD="class: tr-caption, align: center"] Grafik: Hans-Böckler-Stiftung
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In Portugal, wie auch in den übrigen Krisenländern der Euro-Zone bleiben die Lohnuntergrenzen langfristig unter Druck, nicht vorrangig durch die wirtschaftliche Situation des Landes, sondern vor allem durch die Auflagen, die die Organe der internationalen Finanzhilfe aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds der Regierung erteilten.

Das ergab eine [DLMURL="http://194.245.120.122/Sites/A/Online-Archiv/9580"]internationale Vergleichsstudie[/DLMURL] zur Entwicklung von Löhnen und Lebenshaltungskosten, die der Politologe und Volkswirt Thorsten Schulten für das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes durchgeführt hat. In Anbetracht massiver Nachfrage-Einbrüche und des schwachen Wachstums im Euro-Raum sei diese Tendenz äußerst gefährlich.

Mit der Kombination aus rigider Sparpolitik und restriktiver Lohn- und Mindestlohnpolitik würden die Potenziale zur Entwicklung der Binnenwirtschaft systematisch abgewürgt“.
In sechs EU-Staaten wurden die Mindestlöhne seit 2010 nicht erhöht; in Portugal blieb somit erstmals seit Jahrzehnten die übliche jährliche Anpassung aus. Zudem liegt der Kaufkraftverlust bei 3,7 Prozent.

„Obwohl zwischen der aktuellen Verschuldungs-Problematik und der Entwicklung der Mindestlöhne kein direkter ökonomischer Zusammenhang besteht, wird unter dem Druck der EU eine restriktive Mindestlohnpolitik mittlerweile als fester Bestandteil der derzeit vorherrschenden Austeritätspolitik gesehen“, so Schulten.
Der nationale portugiesische Mindeststundenlohn beträgt derzeit 2,92 Euro und entspricht 52 bis 59 Prozent des mittleren Einkommens im Land. Portugal liegt auf Rang elf der zwanzig EU-Länder, in denen es Mindestlöhne gibt. Auf den darunter liegenden Plätzen befinden sich ausschließlich osteuropäische Staaten.

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