Katalonien unabhängig? Was denkt man in Portugal?

Dieses Thema im Forum "Portugal "international"" wurde erstellt von Gambozino, 5. Oktober 2017.

  1. Die autonome spanische Region hat ja, wie wohl jeder mitbekommen hat, ein Referendum, welches von Madirid und Brüssel nicht anerkannt wird, zur Abspaltung von Spanien abgestimmt, und trotz aller versuche dieses zu verhindern kann es dennoch zu einer Abstimmung mit einem recht eindeutigem Ergebnis.

    Vor vielen Jahren fanden Seperatisten aus dem Nachbarland Spanien in Portugal recht viel Zuspruch und auch Unterstützung. Es gab eine besondere Solidarität mit Verfechtern eines unabhängigen Galiciens und auch Terroristen der ETA fanden Unterschlupf in Portugal und wurden dort auch nicht verfolgt, weil es bei der ETA laut Portugal einzig und allein um ein innenpolitisches spanisches Problem handeln und man damit nicht zu tun haben würde. Aber das hatte sich in den letzten Jahren, als die ETA noch aktiv war doch irgendwann geändert und so mancher Bombenleger wurde ausgeliefert.

    Ich habe auch Bekannte in Portugal, und diese zumindest sagen, dass es ihnen eigentlich egal ist, was im Nachbarland passiert. Mich würde mal interessieren, was ihr in Portugal und von portugiesischen Freunden zu diesem Thema gehört habt.
     
  2. Sagt eher wenig darüber aus, wie man gerade in Portugal über dieses Thema denkt. Außer meinen Bekannten in Portugal, die im Ribatejo und dem Raum Setubal leben und denen es eigentlich egal ist, ob sich Katalonien von Spanien lossagt oder nicht, habe ich dennoch sehr viele Portugiesen kennengelernt, die mit spanischen Seperatisten sympatisierten, vor allen mit denen aus Galicien, wo es auch Leute gibt, die sich eine Trennung von Spanien und einen Anschluss an Portugal vorstellen könnten. Und Umgekehrt gab es vor einigen Jahren mal in Valença do Minho irgendwelche Bestrebungen sich von Portugal zu lösen und sich dem spanischen Galicien anzuschließen. Und dann gibt es auch Leute die denken, dass anstatt irgendwelcher Seperatismus ein iberischer Einheitsstaat die beste Lösung für alle wäre.

    http://www.tvi24.iol.pt/.../nem-portugal-nem-espanha-mas-uma-grande...
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. Oktober 2017
  3. Das wird nie geschehen ,dieses hätte oder wäre der Zerfall der EU ,nämlich das Forderungen weiter Abspaltungen in andren Ländern /Völkern Europas an die EU getragen würden .Das Ende der EU Bonzen ............
     
  4. Das Ende der EU Bonzen ............[/QUOTE]

    nicht nur.Das wäre auch das Ende des freien Reisens und vieles mehr.
     
  5. Moin Kielian
    Kann mich nicht daran erinnern das ich/ wir Einschränkungen beim Reisen in den 70ern oder später hatten als es noch keine EU sondern nur die EWG gab.
    Der weitere Vorteil war der freie Wechselkurs wo die DM immer Vorteile brachte ,sie wurde überall auf der Welt mit Kusshand akzeptiert. Den Pass zu zeigen an den europäischen Grenzen war ja wohl überhaupt kein Problem ,aber das "Einreisen" in Germany ohne Pass ist wohl heute üblich für jeden der sein Pass /Identitätspapiere wegschmeißt. "DAS WÄRE DAS ENDE DES FREIEN REIESENS" so eine Formulierung /Argument wurde als Hauptgrund genannt zum Systemwechsel Auflösung der DDR.
    Vergiss das Argument ,wenn es eins sein soll. Freies Reisen kann auch nur der ,der die nötigen Pinonsen hat .........Ich brauch kein EU Wahnsinn /Reglementierung/ Einschränkungen...krumme Gurken/ Leuchtmittelbeschränkungen (Glühbirnen) / 800 Watt Leistung Staubsaugerregelung etc. Auslagerung unserer Nationalen Gesetze zum Europäischen Gesetzgeber usw. hat nur dazu geführt, das unsere Politclowns sich dahinter verstecken können.....mit dem Argument : Wir war das ja nicht die das entschieden haben ,das war der Europäische Gerichtshof..........und schon geht der Michel wieder in seine Ecke. Fuck EU .......Deutschlands Steuerzahler zahlt den Großteil dieser unnützen Bande.
     
    buschdie gefällt das.
  6. Senyor Puigdemont und seine Anhänger scheinen ja nach wie vor zu Allem entschlossen zu schein. Mal sehen ob sie die Unabhängigkeit Kataloniens ausrufen werden. Meiner Meinung nach, denkt man in diesem Fall nur von 12 bis Mittag. Katalonien wäre rein theoretisch sogar als eigener Staat lebensfähig, wenn es denn wieder in die EU käme oder gar dort verbleiben würde. Eine Lossagung von Spanien würde erstmals den Ausschluss aus der EU bedeuten und eine Wideraufnahme wäre dann recht schwierig, da dieser Staat ja von allen anderen Mitgliedsstaaten anerkannt werden müsste und auch alle einem Beitritt zustimmen würden. Aber das ist das Problem. Spanien wird diesen Staat nicht anerkennen und zumindest Frankreich ebenfalls nicht, denn dort würden sich dann beispielsweise Korsen und Bretonen ebenfalls einen eigenen Staat fordern. Weiterhin würde Katalonien weitere Verluste in Kauf nehmen müssen. Der größte Teil des Eisenbahnnetzes, u. a. die Hochgeschwindigkeitsverbindungen nach Madrid und Frankreich, werden ja von der spanischen Bahn betrieben, und das wäre dann weg. Und auch viele Unternehmen würden sich aus der Region zurückziehen. Banco de Sabadell, einder der größten Banken Spaniens, und obwohl in Katalonien gegründet, hat bereits angekündigt, seinen Hauptsitz nach Valencia oder Alicante zu verlegen. Und was würde das für den Fußball bedeuten? Katalanische Vereine wären dann auch raus aus der spanischen Liga und Barça hätte dann keine Gegner mehr. Und es würde auch viele Menschen zur Spaltung von Familien führen, denn die meisten Einwohner Kataloniens sind nicht wirklich Katalanen, da ihre Wurzeln meist in Aragon, Andalusien oder der Extremadura liegen und somit eigentlich ja Spanier sind. Aber was daran lustig und widersprüchlich ist, diese Neukatalanen sind oftmals größere Patrioten als die wirklichen Katalanen selbst.
     
  7. E em Portugal? Independencia do Alentejo?

    Pelo menos o PUTA (Partido Unificador do Alentejo) luta por uma CONA ( Confederação das Nações Alentejanas):)
     
  8. Heute phoenix 18.00 Uhr: angekündigter Live Bericht zur Sitzung des Parlaments in Katalonien zur Frage der Unabhängigkeit

    Heute phoenix 22.15 Uhr: phoenix Runde "Katalonien gibt nicht auf - Spanien vor der Spaltung?" Moderation: Alexander Kähler, Teilnehmer u.a. Oriol Serra (Catalunya Radio, tv3)
     
  9. laluna

    laluna Moderator


    ist wohl, allein wg. des Namens der Partei, ein Gag
     
  10. Ja klar. Ich fand es einfach lustig, als ich es gelesen hatte.
     

  11. Wäre es nicht passender zu sagen, Katalonien schießt sich ins Abseits? Wie überlebensfähig ist ein isolierter und von seinen Nachbarn nicht anerkannter Staat?
     
  12. Eine 'EU der Regionen' ist einer der nächsten Entwicklungsschritte innerhalb der Europäischen Union und schon seit Jahren entwickelt und skizziert von hochkarätigen Vordenkern in der EU. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass sich Regionen, die sich kulturell oder wirtschaftlich zusammengehörig fühlen oder einfach gut miteinander können, zu Großregionen zusammenschließen, und zwar ungeachtet von Staatsgrenzen und über diese hinaus.
    Alles was im Territorium der EU so geschieht, bleibt automatisch ihr Bestandteil und auch Mitglied der Eurozone.

    Dummerweise sind die Regierungen der meisten Nationalstaaten zu solchen Lösungen noch nicht bereit, ansonsten wäre der Katalonienkonflikt einfacher zu handhaben. Daher kommt immer noch der negativ behaftete Begriff 'Separatist' ins Spiel anstelle von 'Neuer Regionalgemeinschaft', der viel mehr positive Energie ausstrahlt.

    Darüber hinaus muss man bedenken, dass fast alle wesentlichen Staatsgrenzen dieser Welt durch Krieg, Revolution, sonstige Gewalt oder einfach willkürliche Festsetzung seitens der Kolonialmächte entstanden sind (selten durch reine Volksbefragung) und darüber hinaus einem ständigen Wandel unterworfen sind, ob man das mag oder nicht.
    Es liegt einzig bei den betroffenen Menschen und Staatslenkern, ob künftige Veränderungen friedlich oder gewalttätig erfolgen.
    Nachdem sich Deutschland bei seiner letzten Intervention in Spanien mit der 'Legion Condor' auf Seiten der Faschisten ein unrühmliches Erbe gesetzt hat, würde ich mir wünschen, dass wir diesmal mit Vehemenz und nicht nur lauwarm Druck auf eine friedliche Lösung ausüben würden.
    Wir werden - so Gott will - Anfang November ein großes Familientreffen auf unserer Finca in Katalonien haben, was aber nicht gehen wird, wenn sich der Koflikt zuspitzen sollte. Möge die Vernunft siegen! [​IMG]
     
  13. Die Sitzung des Parlaments in Katalonien wurde auf 19 Uhr dortiger Zeit verschoben.
     
  14. Keine Unabhängigkeitserklärung des Parlaments heute in Katalonien!
    Es bleibt also für die nächste Zeit friedlich. Wir werden die Autofähre nach Barcelona buchen [​IMG]
    Hoffentlich findet nun wirklich eine internationale Vermittlung zwischen der Zentralregierung unter Rajoy und Katalonien statt, auch wenn Rajoy dies immer noch vehement ablehnt.
    Möge die Vernunft siegen!
     
    Kielian gefällt das.
  15. Das Verwirrspiel geht weiter und die Gefahr der Eskalation ist noch nicht gebannt.
    Meine Hoffnung auf Entspannung vom letzten Dienstag war verfrüht, die Fähre ist gebucht und am Montag werden wir in Barcelona anlanden und dann auf unserer Finca bei Tarragona Zeitzeugen des Geschehens vor Ort werden.
    Sicherheitshalber werde ich meinen Reisepass und einen soliden Spazierstock mitnehmen... [​IMG]
    In diesem Brief an die Zentralregierung hat Puigdemont die "Aufschiebung der Unabhängigkeit" erneut bestätigt und zu Verhandlungen eingeladen.
    Er beklagt die Verhaftung der "zwei Jordis", also der Anführer zweier Unabhängigkeitsbewegungen, als weitere Repression des Zentralstaates und kündigt eine sofortige Unabhängigkeitserklärung an, sollte der Zentralstaat den Artikel 155 der Verfassung (Absetzung der Regionalregierung und zentrale Steuerung des Autonomiegebiets, Anordnung von Neuwahlen etc.) beschließen:

    https://elpais.com/elpais/2017/10/19/inenglish/1508400325_703828.html

    Wenn ich die spanischen Nachrichten richtig verstanden habe, tritt der Senat (vergleichbar mit unserem Bundesrat) am Samstag zu einer Sondersitzung zusammen um die weiteren Maßnahmen zu beraten. Dort hat Rajoys PP die absolute Mehrheit und daher liegt der Beschluss zum Artikel 155 nahe.
    Sowohl die EU über Herrn Juncker, als auch Merkel, May und Macron haben sich auf die Seite Zentralspaniens und der dortigen Verfassung gestellt und über 800 Firmen haben bereits ihren Sitz von Katalonien nach Spanien verlegt.
    Einzig mir bekannte "moralische" Unterstützung oder Verständnis kam von Venezuela ([​IMG]), Polen und Schottland.
    Eine erfolgreiche Abspaltung Kataloniens vermag ich unter diesen Umständen nicht zu sehen. Was bleibt ist ein Drama auf öffentlicher Bühne.
     

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