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Henrietta Bilawer Brände: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Wolfgang

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Fünfzehn Monate nach der verheerenden Waldbrand-Katastrophe im Gebiet um den zentralportugiesischen Ort Pedrógão hat die Staatsanwaltschaft in Leiria Anklage gegen zwölf Personen erhoben, die sich im Zusammenhang mit dem Ausbruch, dem Verlauf und den Folgen des Brandes in 697 Fällen strafbar gemacht haben sollen; darunter fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung.
Es geht um die Ermittlung der Schuldfrage in einem Feuer, das am 17.Juni vergangenen Jahres 64 Todesopfer gefordert hatte. Dazu gehören zu den direkten Brandopfern auch eine Frau, die auf der Flucht vor den Flammen überfahren wurde, sowie ein Mann, der vier Wochen später seiner Rauchvergiftung erlag.
Einige der Angeklagten bekleiden öffentliche Ämter. Zu diesem Kreis gehören der Feuerwehrkommandant des Distrikts Leiria und sein Stellvertreter sowie der Chef der Freiwilligen Feuerwehr von Pedrógão Grande und zwei Ingenieure des Stromkonzerns EDP. Allein diese fünf müssen sich in 545 Fällen verantworten. Auf der Liste stehen ebenfalls Kommunalpolitiker wie der Bürgermeister der Gemeinde Castanheira de Pera, der stellvertretende Bürgermeister von Pedrógão Grande, denen jeweils elf Anklagepunkte zur fast gelegt werden, sowie der Bürgermeister von Figueiró de Vinhos, dem drei Straftaten vorgeworfen werden.
Die Klageschrift umfasst 212 Seiten. Staatsanwältin Ana Simões erklärte, die Beschuldigten könnten nicht überrascht sein, denn sie wussten in den vergangenen Monaten, dass gegen sie ermittelt wurde und sie standen auch abseits der Justiz in der öffentlichen Kritik wegen ihres Verhaltens, bei dem Straßen zu spät abgesperrt wurden, sodass Menschen mit ihren Autos in die Flammen fuhren. Außerdem hatten die Gemeinden den präventiven Brandschutz vernachlässigt.
Gegen sechs Personen wurden die Ermittlungen eingestellt. Besonders deutlich wurde betont, dass es keinerlei Hinweise auf Brandstiftung – weder vorsätzlich noch fahrlässig – gebe und sämtliche Untersuchungen diese Ursache ausschließen konnten. Es geht also bei dem bevorstehenden Mammutprozess umd die dramatischen Folgen unzureichenden Managements vor und während des Brandes.
Im Fall der genannten beiden später Verstorbenen kann allerdings bisher der für eine Strafverfolgung nötige direkte Zusammenhang des Handelns der Beschuldigten mit den Opfern der Spätfolgen nicht hergestellt werden.


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