2022 --> 2/3 Portugal 1/3 Deutschland

Dieses Thema im Forum "Auswandern, Leben & Arbeiten" wurde erstellt von Supernova, 7. Februar 2019.

  1. Hallo liebe Forengemeinde!

    Aaaaalso, der grobe Plan von Frauchen und mir steht bereits im Titel, aber ich will erstmal die Gesamtsituation etwas greifbarer für Euch machen.

    Ich ( 37 ) mache zur Zeit nebenberuflich eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. Diese ist, wenn alles glatt läuft, 2022 abgeschlossen.
    Meine Frau ( 36 ) ist gelernte Heilerziehungspflegerin. ( Zufälle gibts :) )

    Kinder haben wir keine, sind auch nicht in Planung.
    Ein Hund und zwei Katzen sowie ein altes Wohnmobil ( Ford Transit Euramobil '91 ) gehören noch zum Hausstand.

    Nun lieben wir beide das Reisen und speziell am Meer geht es uns immer besser. Es reinigt die Seele und die Weite erdet uns. Zudem wirds einfach nie nie langweilig am Meer!

    Wir sind jetzt an einem Punkt im Leben angelangt, wo es mehr stagniert als vorangeht. Beruflich ändern sich bestenfalls die Rahmenbedingungen, Arbeit bleibt Arbeit. Und gerade in der Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigung ist der psychische, aber auch körperliche Verschleiß nicht unerheblich.

    Die Wohnsituation zur Miete wird von mal zu mal unerträglicher. Der Gedanke jeden Monat 600 € in etwas zu investieren, was einem keinerlei Perspektive bietet ist gelinde gesagt frustrierend. Zudem ist man stets diverser Fremdbestimmungen ausgeliefert. ( Art der Mitmieter, Mieterhöhung etc. )

    Andere Wohnformen ( altes Haus renovieren, Tinyhouse ) haben auch ihre Reize, sind aber kostenintensiv und mitunter örtlich gebunden, sprich ein Sargnagel.

    Da für uns beide Sachsen auch nicht das nonplusultra ist, (Leipzig ist da noch eine Art Oase) und familiär auch nichts unentbehrlich erscheint, sind wir in der Richtung flexibel.

    Jetzt keimte nach und nach folgender Gedanke:

    • während meiner Ausbildung sparen ( durchgerechnet bis 2022 ca. 14-15000€ € )
    • PKW abstoßen, vom Verkauf WoMo autark aufrüsten
    • nach Ausbildung kündigen wir, leben für 1 Jahr in Portugal (dies möglichst ohne Stellplatzgebühr, gibts reichlich laut diversen Stellplatzführern im Netz)
    • in dieser Zeit schauen wir auf dem Stellenmarkt, sodass wir Bundeslandunabhängig ( vorzugsweise Süddeutschland ) nach dem Jahr, oder auch früher, wieder solange arbeiten gehen, dass es wieder reicht für 5-6 Monate Portugal
    • wohnen würden wir in D auf dem Campingplatz, unseren Hausrat lagern wir hier in Leipzig ein
    • Plan B, falls wir merken ok, auf Dauer ist das nix wäre wieder in Deutschland vorzugsweise auch am Meer sesshaft zu werden, zur not anfangs auch im Camper

    Warum Portugal? Nun ja, als wir 2009 dort waren (Ericeira, Lissabon) hat uns die Atlantiksteilküste schon schwer beeindruckt.
    Das Leben wirkte angenehm einfach, die Menschen nicht so überdreht wie so manch andere Südländer.
    Wir sind seit 10 Jahren Vegetarier, aber ich glaube dort würde ich wieder Fisch essen. Der hiesige Fischmarkt hat mich als Koch a.D. schwer beeindruckt.

    Portugal ist von den Lebenshaltungskosten günstig, insbesondere Obst und Gemüse...und auch verdammt lecker und sonnenverwöhnt.
    Massig Stellplätze und Wasserstellen machen das Wildcampen leichter.
    Dann natürlich Meer satt, Traumstrände, Steilküsten und Weeeeeeeeeeeeeeite.
    Grade auch im Südwesten wenig Menschen, nach fast 40 Jahren in Deutschland...wie wir uns danach sehnen.
    Vorzugsweise würden wir auch im Sommer nach D zurück, sodass wir dem Winter fast komplett entfliehen können.

    So, jetzt gibt es so einiges, was wir gerne aus erster Hand erfahren würden und hoffen ihr könnt uns weiterhelfen bzw. Tipps, Anregungen und Bedenken äußern.

    Aufenthaltsrecht --> Sind wir einfach Dauerurlauber oder sowieso kein Thema da EU?

    Krankenversicherung --> Ich habe gelesen, es gibt so eine Art DauerauslandsKV, in wieweit deckt die alles
    ab?

    Medikamente --> Ich persönlich benötige täglich ein Asthmadauermedikament, genannt Athmadisc. Frage
    ich einfach meinen Hausarzt ob er mir auf Tasche verschreibt oder kann ich das auch in
    Portugal abwickeln?

    Arbeitslosenversicherung --> Fällt wohl komplett weg, nehme ich an?

    Verständigung --> Wie weit komme ich mit gutem Englisch?

    Nebenjobs --> So ein Jahr nur Hängematte, da könnte man ja auch mal seine Reisekasse aufbessern. Gibt
    es Möglichkeiten als Touri zu jobben?

    Tierarzt --> Wenn der Wauzi mal in ne Scherbe tritt oder was auch immer, wie sieht es mit Tierärzten aus?
    Auch hier wieder die Frage der Verständigung. Und Kosten im Vergleich zu D?

    Fauna --> Wie sieht es mit wilden Tieren aus? Klapperschlange oder Blindschleiche?

    Internet --> Was nutzt ihr? Wie sieht es mit Netzabdeckung und Empfang aus?

    ADAC --> Erfahrungen mit Vertragswerkstätten? Seriös oder Abzocke?


    Ersteinmal schon ein dickes Danke an alle, die sich an dieses Monsterposting rantrauen bzw. es lesen.! :yes:

    Wir sind gespannt auf Eure Antworten!

    L & S
     
  2. Na ja ...

    ich sehe schon einmal ein, zwei Probleme über die Ihr Euch klar sein müsst:

    1) Wildcampen ist eigentlich nicht (oder nur selten) erlaubt. Da passiert zwar oft nichts aber das heißt nicht das nicht doch irgendwann die Polizei bei Euch klopft und Euch verjagt.
    2) Nach 183 Tagen am Stück in PT müsstet ihr Euch eigentlich ummelden - das ist dann kein Urlaub mehr
    3) Wenn Ihr Euch ummeldet muss auch das WoMo mit einem portugiesischen Kennzeichen versehen werden.
    4) Mit Englisch kommt man gut weiter - je nachdem wo man ist und mit wem man zu tun hat. Mitten auf dem Land in einer Nicht-Touristen-Region ist das schwerer als direkt in Lissabon

    Gruss
    Hans
     

  3. Hallo Hans!

    Danke erstmal für deine Gedanken.

    Wildcampen im Sinne von einfach mal ins Blaue hatten wir in dem Sinne nicht vor.
    Laut dieser Seite: https://www.campercontact.com/de/po...&filters=100|101|102|200&sortby=NameAscending
    gibt es so einige Stellplätze, wo das dann ja in Ordnung gehen sollte, oder? Kann natürlich sein, dass dies zeitlich begrenzt ist.
    Wir sind ja auch örtlich ungebunden, wenns dann doch mal Streß gibt, 7 Sachen und weiter.

    Andererseits, was spräche denn dagegen sich umzumelden? Arbeitserlaubnisstechnisch ist das doch innerhalb Europa kein problem, oder? Also wenn wir in Deutschland arbeiten.
    Brauche ich für den Fall einen festen Wohnsitz da unten? In Deutschland gibt es ja OFW.

    Ok, mal blöd gefragt, wer weiß denn wie lange ich schon da unten bin?
    Ich habe in Spanien mal einen Iren kennengelernt, der seit 5 jahren ohne ummeldung in Spanien lebt und wenn er doch mal kontrolliert wurde, sagte er einfach er sei Tourist.

    Grüße

    L&S
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2019
  4. Ein komplettes Auswandern soll es nicht sein. Ok, das erste Jahr schon, aber dann halt immer solange in D arbeiten bis wieder genug Geld für 5-6 Monate Portugal gespart wurde.

    Wir werden auch bei Bekannten eine Meldeadresse haben.
     
  5. Wolfgang

    Wolfgang Administrator

    Da erst die Ausbildung abgeschlossen wird im Jahr 2022 sind die ganzen Fragen ja noch ungelegte Eier. Bis dorthin wird ein Freistehen an schönen Plätzen wegen der Masse an Wohnmobilen nicht mehr möglich sein. Campercontact ist eine App, die Stellplätze von anderen Campern anzeigt. Frei stehen ist in Portugal grundsätzlich verboten.

    Wenn der Lebensmittelpunkt in Deutschland bleibt (nicht mehr als 183 Tage im Jahr in Portugal) ist man normaler Tourist. Das ist die einfachste Lösung. Auslandskrankenversicherung beim ADAC und gut ist es...
     
  6. Ok, wenn das natürlich ein Campingplatzfeeling ist, weniger schön. Andererseits steht man dadurch auch sicherer.
    In Spanien standen wir 4 Wochen wild und einmal hat uns die Polizei höflich gebeten am nächsten Tag weiterzuziehen. Am Ende ist es immer ein Glücksspiel wenn man nichts zahlen möchte.

    Die App ist durchaus interessant, Geheimtipps gibt es dadurch aber keine mehr, klar. Auch die sozialen Netzwerke lassen kaum noch Platz für Entdecker.
    Andererseits, wie schon erwähnt, reicht uns das Meer bzw. die Weite vollkommen aus. Wir brauchen keine Traumstrände oder Lagunen um glücklich zu sein.
     
  7. Richtig. Bis dahin kann viel passieren und das ganze Vorhaben ist vlt. nur noch Schall und Rauch. Aber wie es nunmal so ist, wenn etwas keimt wird gegossen. ;-)

    Auslandskrankenversicherung beim ADAC würde pro Nase für 12 Monate 500€ kosten. Auf den Monat gerechnet ist das echt günstig. zumal wir ja Mitglieder sind. Danke für den Tipp!
     
  8. Ganz ohne portugiesische Sprachkenntnisse kommt ihr nicht durch. Wenn ihr das Weite und abgelegene Gegenden sucht, sind schon Grundkenntnisse der portugiesischen Sprache hilfreich.
     
  9. Ok, das werden wir uns auf jeden Fall in der verbleibenden Zeit aneignen, zumindest die Basics.
    Ein par Brocken spanisch sind vorhanden, aber damit kommen wir sicher nicht weit.
     
  10. Wolfgang

    Wolfgang Administrator

  11. So ein paar Fragezeichen sind denn doch noch da, obwohl du viele Infos geschrieben hast.

    Wenn man sofort nach der Ausbildung aussteigen will, macht dann der Abschluß einer Heilerzieherausbildung überhaupt noch Sinn? In Portugal wird man in dem Beruf nicht so ohne Aufwand eine Anstellung finden, auch nicht zur Aushilfe.
    Auch könnte diese Nebenjob Geschichte in Portugal an einigen Voraussetzungen, wie Steuer Nr, Seguranca Social etc. scheitern, deswegen unbedingt prüfen/ vorbereiten, wie wichtig evtl. die Einkünfte aus einer Nebenbeschäftigung für den Aufenthalt in Portugal sind und darauf eingestellt sein, dass es keine Einkünfte gibt.

    Absolut tödlich kann die Haltung;" ich kenne einen Iren, der seit 5 Jahren ohne Anmeldung in Spanien lebt" werden.
    Du beschreibst deinen Eindruck von Portugiesen mit "die sind nicht so überdreht". Das stimmt wohl, leider sind die Behörden und die Bürokratie manchmal aber auch so was von humorlos, dass daran einige Sachen einfach scheitern und dann kann man sich eben nicht mehr auf den Iren verlassen, der seit 5 jahren in Spanien nur einfach nicht erwischt wurde. Mir sagte einmal ein (Behörden) Portugiese, als ich darauf hinwies, ich sei Deutscher und wir hätten die Bürokratie ja qasi erfunden.
    "Ja, Senhor, das stimmt, ihr habt das erfunden und wir Portugiesen haben sie übernommen und so verändert, dass man damit etwas anfangen kann." Tja???????

    Ich habe mir die Camping App angesehen und nach Plätzen gesucht, die mir persönlich bekannt sind.
    Da sind dann doch viele einfache "Parkplätze" darunter, teilweise sind die Plätze in einem zweifelhaften Zustand, den ich in der Beschreibung nicht wiederfinden konnte.
    Gut, wenn man nix erwartet, kann man auch nicht enttäuscht werden.
    Speziell zu Ostern, zu Feiertagen usw. verwandeln sich einige dieser Plätze in wahre Kloaken, weil dann Horden von selbstausgebauten Bussen anreisen, die keinerlei Voraussetzungen für Hygiene bieten. Das sind keine Wohnmobile oder Camper sondern zum Teil Firmenfahrzeuge, in die eine Matratze gelegt wurde und dann schlafen da eben ein paar drinne (mehr als 2). Wieviele das sind, sieht man, wenn man bei der morgendlichen Joggingrunde am Meer, die Leute in den Klippen aufscheucht, die dann mit dem Klopapier in der Hand fluchend aufspringen. Gut, man kann ja weiter fahren und woanders stehen, wenn das 2022 noch geht.

    Zu den Lebenshaltungskosten z. B. ist zu sagen, dein Camper fährt nicht mit Obst oder Fisch, auch Benzin (und Gas) gehört zu den Lebenshaltungskosten. Dein Plan enthält "viele Kilometer", von daher kann ich dir da nicht uneingeschränkt zustimmen.
    Überhaupt, der Camper ist 2022 dann viele Jahre alt, macht der das mit, so alle halbe Jahr 2000 KM nach Deutschland braten und ein paar Monate später wieder zurück. Hmmm? Mit Maut, Sprit usw. geht das auch ganz schön ins Geld, oder man versucht es ohne Maut, das dauert dann nur etwas länger. Egal, weniger KM sind das dann auch nicht.

    Ich würde bis 2022 ganz oft und möglichst lange Urlaub in Portugal machen und mir ein "Netzwerk" aus Bekannten vor Ort aufbauen, vielleicht findet ihr dabei EUREN Platz und der Plan sieht dann ganz anders aus.
     
  12. Ne, die will ich schon durchziehen, weil eben HEPs wie Sand am Meer gesucht werden. Fachkräftemangel wo man hinschaut. Und selbst temporär gibt es massig Baustellen, soll heißen urlaubszeit, Schwangschaft, Burnout etc. Gesucht wird immer.

    Wenns denn garnicht anders geht, werden die 183 Tage ausgereizt und man fährt ne Woche nach Spanien, so what?

    Sprit geht ins Geld, klaro! Deswegen wollen wir ja die Abstände zwischen D und POR so groß wie möglich lassen. Und innerhalb Portugals haben wir auch nicht vor zwischen Nord und Süd zu pendeln.
    Es gibt viele Sachen die gegen unseren Plan sprechen, uns war auch völlig bewusst, dass wir hier auf Gegenwind bzw. die Euphoriebremse stoßen.
    Aber das alles ist nicht unumkehrbar. Wie schon geschrieben, sollte man merken das wird nix, ist man immer noch unabhängig und kann sich in Deutschland am Ort seiner Wahl niederlassen ( deshalb ist eben die Ausbildung essentiell ).
     
  13. Oooh, so sollte das aber nicht rüberkommen.

    Also 1. gut vorbereitet und geplant kann das durchaus funktionieren.

    2. Diese 183 Tage gelten nur für Touristen, also wird es nix mit Nebenbeschäftigung in der Zeit in Portugal.

    3. Das ganze kann lange gut gehen, falls nicht, nützt eine Woche Spanien und erneute Einreise sicher nix, da auch das nicht " nachweisbar" ist. Das ist jetzt auch nur die "Papierlage" die Chance ist groß, dass sich niemand wirklich dafür interessiert, ob es 183 Tage sind oder nicht. Wenn doch, sind das Spezialisten, die wissen was sie tun. Der Streifenpolizist auf den Straße ist also da eher der harmlose Gesprächspartner, der der über diese Spanienstory lächelt und euch durchwinkt wegen "hora de almoço".

    Der Plan B, Rückkehr nach Deutschland sichert das ganze nach hinten ab. Im Fazit, wenn ihr das nicht versucht, werdet ihr nie wissen, ob es funktioniert.

    Aus meiner ganz persönlichen Sicht wäre mir der Camper viel zu alt für das Vorhaben und ich würde nicht über eine Nebentätigkeit in Portugal nachdenken, sondern es ohne planen. Wenn sich was ergibt, ainda bem.

    Und wie gesagt, ein gutes Netzwerk in Portugal ist die halbe Miete, daran würde ich ab sofort arbeiten.
     
  14. Ich wünsche euch ganz viel Glück und Erfolg... ich wusste nicht, dass man 183 Tage im Jahr irgendwo leben kann... das tönt sehr gut.... muss mich erkundigen, ob das auch für die Schweiz zählt... liebe Grüsse Yemanja
     
  15. Also der Camper ist unsere kleinste Sorge. Da wurde uns schon von so manchem interessierten Parzellennachbar Unverwüstlichkeit attestiert. Auch mein Schrauber schaute ehrfürchtig auf den Motorblock Made in England.
    Der wird jetzt auch über die Jahre auf Herz und Nieren durchgecheckt und wo nötig auf Langlebigkeit nachgerüstet. Schrauber, Elektriker und Klempner gehören zum erweiterten Freundeskreis.
    Davon abgesehen, so ähnliche Lebensweisen ziehen andere mit Bussen aus den 80ern und noch älter durch.
     
  16. Das war auch nur meine persönliche Meinung dazu, die sich an meiner Sichtweise und Portugalerfahrung orientiert. Was andere machen lasse ich Mal aussen vor. Also im Laufe der vergangenen Portugaljahre hatte ich es mit vielen "Notfällen" von Leuten mit diesen "ähnlichen" Lebensweisen zu tun. Viele davon waren keine Erfolgsstorys.
    Was ich wichtig fände, wäre, wenn dein erweiterter Freundeskreis da wäre, wo du die Sprache nicht sprichst. Deswegen Rede ich immer von deinem Netzwerk vor Ort.
    Du weißt jetzt, wie ich darüber denke, machen musst du es.
    Vielleicht kommen ja noch ein paar Meinungen dazu. Das rundet das Bild ab.
    Ich wünsche dir/ euch viel Erfolg.
     
  17. Wolfgang

    Wolfgang Administrator

    Ich formulierte das jetzt mal böse:
    Es ist ja immer das Selbe. Ein Traum, Frustration in Deutschland, ein altes Wohnmobil. Das Leben im Süden. Sonne.... Ich kann es eigentlich nicht mehr hören. Schon mal darüber nachgedacht, warum sehr viele gut ausgebildete Portugiesen im Ausland arbeiten?
     
    saale gefällt das.
  18. Ich bin das Beispiel: Ich lebe zusammen mit meinem Freund, einem gut ausgebildeten Portugiesen, in Deutschland. :)
     
  19. Ich seh dein Problem jetzt nicht. Wir sind ja keine Wirtschaftsflüchtlinge. Nur gibt es unzählige schönere Orte, als der, an dem wir uns befinden. Unser Seelenheil befindet sich nunmal am Meer. Wie bereits mehrfach erklärt, wir wollen nicht auswandern! Dann nennt es Langzeiturlaub. Egal welches Land wir bereisen, stets setzen wir uns mit Kultur und Sprache auseinander, gehen respektvoll mit der Natur um. Es gibt mit Sicherheit schlimmere Touris als uns.

    Arbeit - Urlaub - Arbeit. Machen doch fast alle so. Wäre dann bei uns nur die Extremform.
     
  20. Trotzdem sind das ungelegte Eier. Was denkst du, wie viel sich innerhalb von 3 Jahren noch verändern kann?
    Ich wollte z. B. 2010 nach Australien fliegen und war erst 2015 dort. Siehst du? Man kann einfach nicht davon ausgehen, dass es wirklich klappt. Deshalb wundere ich mich, warum du dir 3 Jahre im Voraus solche ernsthafte Gedanken machst...
     
  21. Hallo Supernova,

    ich glaube, dass Du bezüglich des Freistehens mit dem WoMo eine völlig falsche Vorstellung hast. Schön vor dem WoMo sitzen, grillen und aufs Meer blicken ist nicht mehr möglich. Wenn es überhaupt geduldet wird, dann lediglich zum Parken. Und höchstens kurzzeitig im Winter, wenn alle Stellplätze übervoll sind. Du darfst dann nichts rausstellen, keine Stühle und Tisch, nicht mal eine Fußmatte und auch nicht auf Keile fahren. Das zählt schon als Camping, ist grundsätzlich verboten und zieht bei Kontrollen Strafen nach sich. Im Binnenland gibt es etliche kostenlose offizielle Stellplätze mit V+E. Da kannst Du Stehen. An der Küste sieht es anders aus. Da stehen viele Übernachtungsverbotsschilder für MoMos (z.B. Parken nur von 8.00 bis 20.00 Uhr erlaubt). Im letzten Winter hat die Polizei die Plätze gern um 2.00 Uhr nachts geräumt. Hast Du auch daran gedacht, dass Du alle paar Tage zum Entsorgen fahren müsstest? Und dass Du beim Freistehen nie am Strom hängst und im Winter sehr viel heizen musst? Nachts bewegen sich die Temperaturen im Winter oft um den Zeitpunkt. Gas ist in Portugal teuer. Im Sommer ist es warm, aber da sind die Stände und Parkplätze an der Küste alle voll mit Pkws. Ich denke, dann kannst Du gar nicht mehr an der Küste stehen, sondern musst ins Bundesland ausweichen.

    Gruss flanelly
     
    saale und laluna gefällt das.
  22. Warum denn nicht? Man kann sich doch schonmal reinfühlen. Und lieber so, als Hals über Kopf.
    Aber freilich, vlt. bekomme ich direkt nach der Ausbildung ein Bombenjobangebot. Oder, oder...

    Ich sehe es so, wir haben 3 Jahre Zeit zu sparen und das WoMo aufzurüsten. Und wenn sich doch gravierend was an unseren Plänen ändert, haben wir trotzdem ein fittes WoMo und was auf der hohen Kante. Heißt ja nicht, dass wir dann nicht mehr verreisen.
     
  23. Hallo flanelly,

    du hast Recht, vlt. haben wir eine etwas romantische Vorstellung vom Freistehen. Aber es ist nicht so, dass wir das noch nie gemacht haben. Natürlich sprechen wir da von Wochen und nicht von Monaten.

    Wir werden es sicher so machen wie Lischboa es schon erwähnt hatte, und zumindest noch eine großen Urlaub in POR machen und uns vor Ort ein Bild machen.

    Thema Netzwerk, durch ein Zirkusprojekt mit beeinträchtigten Menschen kennen wir so manchen Aussteiger. Manche davon überwintern an der Algarve. Ich werde versuchen Kontakte herzustellen. Dann würde es mir in der Tat besser gehen wenn ich zu Beginn eine Anlaufstelle habe.
     
  24. Wolfgang

    Wolfgang Administrator

    Also nicht böse sein, aber gerade die Freisteher in ihren alten Wohnmobilen will hier niemand, weil es einfach zu viele sind, die die gesamte Küste vollsch.... Erst mal vor Ort sich ein Bild machen und dann kann man immer noch entscheiden, ob es das richtige ist oder nicht. Und in 3 Jahren ist hier diesbezüglich alles so mit Verboten übersäht und mit niedrigen Querbalken, dass sich diese Situation eh nicht mehr stellt.
     
    saale, bunny und Lischboa gefällt das.
  25. Um eines klar zu stellen, sowas habe ich nicht mit "Netzwerk" vor Ort gemeint.
    Ganz im Gegenteil sogar.
    Versuch es einfach einmal mit dem Kontakt zu den "Ureinwohnern" und beginne mit dem Versuch, diese zu verstehen, (was auch mit Sprache zu tun hat).
    Such dir in Portugal die Gegend aus, wo ihr euch wohlfühlt und knüpft dort Kontakte zu den dort lebenden Menschen, sowas meine ich mit Netzwerk. Das ist die Herausforderung, wenn das gelingt, wird´s was.

    Die Aussteiger und Überwinterer finden euch sowieso bzw. du findest sie.

    Wir haben festgestellt, dass der Kontakt zu den "Ureinwohnern" sich für uns radikal verändert hat, nachdem wir einen Winter über dort gewohnt und gelebt haben, in einem richtigen Haus allerdings.
    Geh also nicht automatisch davon aus, dass die Portugiesen viel Sympathie und Verständnis für eure "Lebensform" aufbringen, sie werden den Kontakt zu euch nicht offensiv suchen, den müsst ihr auch verdienen. Und mal ehrlich, wer will ins Ausland um dann unter Landsleuten zu sein? Wenn euch das egal ist, könntet ihr auch nach Spanien oder sonstwo hinfahren, wobei es Gegenden gibt in Europa, auch mit Meer, aber deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten als Portugal.
    Wenn es denn aber Portugal sein soll, dann gehören auch Portugiesen in meine Definition von Netzwerk.
    Die hier gewählten Ausdrücke und Bezeichnungen dienen nur zur Klarstellung meiner Position, es sollte daraus keine Belehrung werden, wie ihr das machen müsst oder sollt.

    Achso, ...und es gibt auch Ecken in Portugal, da möchte ich nicht unbedingt als Deutscher erkannt werden.
     
    Wolfgang gefällt das.
  26. Inwiefern verändert?


    Nein tue ich auch nicht. ich bin ein Mensch, der sich in Sizillien an der Käsetheke windet um auf italienisch 100 Gramm Parmesan zu bestellen, bevor zwei bräsige Deutsche dem Mitarbeiter ein" Ja, etwas von dem Stück da hinten" vor die Füße knallen.

    Und genau das macht für mich auch reisen aus. Mir fällt es 10mal leichter im Ausland jemanden anzusprechen. In Frankreich z.B. mitten in der Pampa Panne.
    Gegenüber der Straße ein runtergekommenes Gehöft, wo erstmal drei Köter auf uns zukläfften. Mit Wörterbuch und Gebärden konnten wir eine sichere Nacht auf dem Grundstück raushandeln und Frischwassser gabs auch noch. Das machts doch aus.
    Auch deswegen wollen wir nicht auf Campingplätze.Wir wollen das Lokalkolorit.

    Trotz dessen ist es natürlich hilfreich mit Leuten zu reden, die regelmäßig runterfahren. Da kann man auch live die Entwicklung der Stellplatzsituation erfahren.
    Habe auch vorhin erst erfahren, dass genannte Leute vor einer Woche erst wiederkamen von der Westküste. Die bestätigen auf jeden Fall den gängigen Tenor hier, dass es weniger Plätze gibt. Aber die standen trotzdem 2 Monate unbehelligt.
    Klar, kann man sagen Glück gehabt, aber sorum gehts eben auch. Werde mich April mal mit denen treffen.

    Ja, die gibts überall. Kreta war schlimm.

    Und in Spanien wurde ich mit dem Hitlergruß empfangen.
     
  27. Verändert in sofern, dass wir angesprochen wurden und man Interesse an uns zeigte und wir dabei feststellten, dass man bereits sehr viel über uns wusste und sich eine Meinung gebildet hatte. Wie man auch immer Portugiesen beschreiben will, auch sie nehmen für sich in Anspruch, Vorurteile zu haben. Als sie dann feststellten, dass wir ihre Sprache auch hinkriegen, war das Eis gebrochen. Seitdem gehören wir dazu, treffen Leute auf der Strasse, auf dem Markt, halten ein Schwätzchen, man fragt nach den Kindern usw. obwohl wir auch nicht ständig in Portugal leben. Mein Friseur fragt mich "como sempre"? Und man ruft uns einfach an, wenn irgendwas los ist oder der Bacalhau fertig ist, die Sardinen besonders gut sind ach und was weiß ich noch so.

    Und das mit dem Hitlergruß , sowas meinte ich nicht.
    Ich meinte Gegenden, wo sich Deutsche so verhalten, dass auch auch die "nicht so überdrehten Portugiesen" bei der Beschreibung der Situation ihre Contenance verlieren und überraschend deutliche Worte dafür finden, was davon halten.

    Und nochmal, bloß weil jemand 2 Monate unbehelligt irgendwo gestanden hat, wird das nicht legaler. Lass uns damit aufhören, wir schreiben weiter, wenn du den ersten wirklichen Behördenkontakt hattest.
     
  28. Ja, ich denke auch das sollte erstmal ein mehr oder weniger gutes Schlusswort sein.

    Wir sind auf jeden Fall schlauer als vorher.

    Sobald das alles Formen annimmt, werden wir uns nochmal melden.

    Obrigado a todos e até breve!
     

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